Filmtipp

Die Gewissensfrage: Drei Kurzfilme

3 Szenen aus 3 verschiedenen Filmen: Ein kleiner Junge mit Geldbörse, Hohenschönhausen und Wotan Wilke Möhring mit einem kleinen Jungen
Bela Film/Methode Film; Canva; Hamburg Media School (HMS)/Katholisches Filmwerk

Berührende Filme rund um das schlechte Gewissen. 3 Kurzfilme, die auch dein Gewissen herausfordern können.

Mit dem Gewissen ist das so eine Sache. Ein gutes Gewissen kann für dich ein sanftes Ruhekissen sein. Oder: Als schlechtes Gewissen raubt es dir den Schlaf. In unserem Bewusstsein wird unser Gewissen als besondere Instanz angesehen.

Es bestimmt, wie du urteilen und handeln sollst. Auch im Film kommen wir selten ohne eine Gewissensentscheidung aus. Häufig dreht sich dabei alles um Gewissenskonflikte, denn hier liegt viel Potenzial für dramatische Handlungen.

Täglich Gewissensentscheidungen treffen - ganz ohne große Bühne

Ich stelle dir die folgenden drei Kurzfilme vor, weil sie sich mit unseren alltäglichen Gewissensentascheidungen beschäftigen. Sie nähern sich dem Thema eher leise. Ihre Kürze lässt viel Raum für Diskussionen. Du kannst alle bei uns in der Medienzentrale ausleihen.

Im Stasi-Knast: Das Gewissen und der Staat

Sag mir wo du stehst – Dokumentarfilm
Matthias-Film gGmbH

Lange Gänge, grauer Linoleumboden, verriegelte Zellentüren. Allein über die Bilder ist schon die Atmosphäre der Verzweiflung zu spüren. Hohenschönhausen: Heute Gedenkstätte, früher die Untersuchungshaft-Anstalt des Ministeriums für Staatssicherheit.

Film-Infos: Sag mir wo du stehst

Dokumentarfilm

Regie: Anja Reiß, Márk Szilágyi

Drehort: Deutschland 2010

Länge: 30 Minuten

Website zum Film Sag mir wo du stehst

In der Dokumentation „Sag mir wo du stehst" von Anja Reiß kommen ehemalige Gefangene und Mitarbeiter der Stasi zu Wort. Auf der einen Seite Berichte von Folter, von traumatischen Erlebnissen, auf der anderen der Verweis auf die damals gültigen Gesetze.

Hier und da kamen beim Stasi-Oberst Klaus Panster Zweifel an der Richtigkeit seiner Handlungen auf. Die hat er aber mit Blick auf die „Weisheit der Regierung“, dann erfolgreich verdrängt. Trotzdem lässt ihn sein Gewissen nicht los.

Mit dem früheren Gefangenen Klaus Schulze-Ladegast gelingt ein Gespräch, das für das Gewissen beider befreiend ist. Der Film setzt sich zum Ziel im Dialog zwischen Opfer und Täter zu verstehen und nicht zu urteilen.

Raju – Kurzspielfilm
Hamburg Media School (HMS)/Katholisches Filmwerk

Wunschkind aus Indien? Drama um „Raju“

Jan (Wotan Wilke Möhring) und Sarah (Julia Richter) sind aufgeregt. Im indischen Taxi ist es heiß, der Verkehr laut und unübersichtlich, aber gerade zählt nur ein Gedanke: ihr lange gewünschtes Adoptivkind. Nur ein paar Formalitäten zwischen dem Paar und Raju. Eine Tür öffnet sich und eine Frau kommt mit einem schüchternen Jungen an der Hand herein.

Film-Infos: Raju

Spielfilm

Regie: Max Zähle

Drehorte: Indien, Deutschland 2010

Länge: 23 Minuten

Website zum Film Raju

Die nächsten Tage vergehen wie im Flug: kleine Ausflüge, Spiele, Kennenlernen. Alles perfekt. Doch dann verschwindet Raju plötzlich bei einem Spaziergang. Eine verzweifelte Suche beginnt.

Nach und nach stoßen Jan und Sarah auf ein noch viel größeres Problem. Raju ist nicht das einzige vermisste Kind. Es existiert ein betrügerisches Geschäft mit den Mädchen und Jungen: Kinder in Waisenhäusern sind nicht tatsächlich Waisen. Raju war auch keiner.

Sarah will das Kind um jeden Preis behalten, argumentiert mit der besseren Zukunft für ihn. Jans Gewissen lässt ihn eine andere Entscheidung treffen.

Auslandsadoptionen sind für die Eltern meist weit mehr als eine einfache Gewissensentscheidung. Es gibt rund um die Adoption von Waisenkindern aus Krisengebieten viele Unwägbarkeiten. Der Film Raju wurde für seinen Blick auf dieses Thema den sogenannten „Studenten-Oscar“ nominiert und hat zahlreiche Preise bekommen.

Kinderarmut als Gewissensfrage: Geld auf der Straße im Film von Martin Turk

Ein gelungener Nachmittag – Kurzspielfilm
Bela Film/Methode Film

Ein gelungener Nachmittag

Spielfilm

Regie: Martin Turk

Drehorte: Kroatien, Slowenien 2016

Länge: 8 Minuten

„Hast du den Job nicht bekommen?“, will Luka von seinem Vater wissen. „Nein“, sagt dieser bedauernd. Luka nickt mitfühlend, um im nächsten Moment trotzdem hoffnungsvoll nach einem Eis zu fragen.

Die wenigen Münzen, die der Vater aus der Tasche holt, reichen gerade noch für eine Kugel. Die lässt sich der Junge schmecken, während sein Vater lächelnd zuschaut. Dann schlendern sie unverdrossen vergnügt durch das Viertel mit seinen Betonbauten und Hochhäusern. Luka entdeckt plötzlich eine Brieftasche auf dem Bürgersteig, gefüllt mit Karten und Geld.

Filme in der Medienzentrale ausleihen

In der Evangelischen Medienzentrale Frankfurt kannst du die vorgestellten Filme und noch viele mehr ausleihen. Schreib uns einfach eine Mail oder ruf an.

Telefonnummer Medienzentrale: 069 – 92107-100

dispo(at)medienzentrale-ekhn.de

Luka zögert, vielleicht könnten sie sich ein wenig davon borgen? Doch für seinen Vater ist klar, die Börse muss sofort zurückgegeben werden. Sein Gewissen kennt nur eine Antwort. Am Ende gibt es aber nur ein kurzangebundenes Danke, als die beiden ihr Fundstück abgeben. Welche Auswirkungen hat das auf Luka und seinen Vater? Die ärmliche Familie, die jede Münze umdrehen muss und der Besitzer von so viel Geld? Welchen Wert spielt Ehrlichkeit für das Gewissen?

Welche Gewissensentscheidungen haben dich geprägt?

Vielleicht hattest du auch schon mal mit großen oder kleinen Gewissensentscheidungen zu tun? Wir sind neugierig auf deine Geschichten. Erzähle uns gerne davon auf Social-Media: 

Instagram,

Facebook oder

Twitter.