Hass im Netz

3 Tipps: Was kann ich als Frau bei digitaler Gewalt machen?

Verzweifelter Blick aufs Smartphone
gettyimages/finwal

Dicpics, Hasskommentare oder Stalking – was mache ich, wenn ich von digitaler Gewalt betroffen bin? Hier findest du eine Anleitung, was du bei Hass im Netz tun kannst.

Digitale Gewalt im Netz: Darunter fallen unter anderem Hasskommentare, Dicpics, Cybermobbing, Stalking, ungewolltes Posten der Wohnadresse oder gephotoshopte Fotos in eindeutigen Posen. Der Hass im Netz ist manchmal sogar so gut dirigiert, wie ein ganzes Orchester.

Digitale Gewalt gegenüber Frauen

Laut des Welt-Mädchenberichts 2020 der Hilfsorganisation Plan International hat jede siebte Frau mindestens einmal digitale Gewalt erlebt.

Hier geht es zur Website von Plan International

Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierung im Web sind vielfältig. Aber was kann ich tun, wenn ich davon betroffen bin? Die Beratungsstelle Hate Aid hilft Betroffenen digitaler Gewalt. Im Gespräch mit dem evangelischen Pressedienst epd hat die Chefin Anna-Lena von Hodenberg wertvolle Tipps für dich.

1. Hass & Diskriminierung nicht einfach stehen lassen

Habe den Mut Posts, Kommentare oder Nachrichten nicht einfach so stehen zu lassen. Das ist schon mal der wichtigste Schritt. Auch wenn du dir unsicher bist, bringe Hasskommentare und Co. immer zur Anzeige. Das Senden ungefragter Dicpics sind in Deutschland übrigens eine Straftat.

Viel zu wenig Betroffene zeigen die Täter an. So wird dieses Problem in unserer Gesellschaft eher klein gehalten.

2. Beweismaterial sichern – mache Screenshots von Hasskommentaren und Co.

Auch wenn du es am liebsten vergessen möchtest, der erste Schritt um gegen digitale Gewalt vorzugehen ist: Sichere die Beweise. Sofort. Mache Screenshots.

Wichtig: Damit das Material vor Gericht benutzt werden darf, muss Uhrzeit, Datum und der Verlauf erkenntlich sein.

Ein Beispiel: Wenn der Kommentar, der dich beleidigt, der fünfte unter deinem Post bei Instagram ist, dann musst du einen Screenshot von allen Kommentaren machen, damit der Kontext erhalten bleibt.

Extra-Tipp: Speichere dir auch die URL zu den Kommentaren und dem Profil des Täters.

All das machst du, bevor du irgendetwas löschst oder es bei der jeweiligen Plattform meldest. Falls dir selber dazu die Kraft fehlt, kann die Aufgabe vielleicht jemand in deinem Umfeld übernehmen.

3. Bring Hass, Diskriminierung und Beleidigungen zur Anzeige

Anna-Lena von Hodenberg empfiehlt, den Hasskommentar immer anzuzeigen, egal, wie unsicher du ist. Es ist besser, lieber einmal mehr anzuzeigen als einmal zu wenig.

Dafür musst du noch nicht mal das Haus verlassen: Jedes Bundesland hat eine Onlinewache, bei der du deine Geschichte melden kannst. Achtung: Wenn du akut bedroht sein solltest, wende dich direkt an die 110.

Hilfe bei digitaler Gewalt

Die Beratungsstelle HateAid unterstützt Opfer von Gewalt im Internet durch Beratung und Hilfe in rechtlichen Auseinandersetzungen. Auf der Website findest du viele weitere hilfreiche Tipps.

HateAid.org

Außerdem kannst du durch Beratungsstellen wie Hate Aid Unterstützung erfahren.

Und natürlich kannst du die Inhalte auch bei den jeweiligen Plattformen melden.

Wenn dir das alles zu viel ist, dann sprich bitte mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst bei dir vor Ort oder wende dich an die Telefon-Seelsorge. Die Hotline ist bundesweit, kostenlos und immer erreichbar: 0800 1110111 oder 0800 1110222 oder 116 123.

Nicht jede hat die Kraft gegen digitale Gewalt vorzugehen. Bitte achte auf dich, und fühl dich nicht unter Druck gesetzt. Aber sei dir auch sicher: Es gibt helfende Hände!