Interview

Demokratie auf Achse: Der Demokatiewagen

Ein Bus für Demokratie - vor der Frankfurter Paulskirche
Linda Henrich

Demokratie ein Wagnis? Das kannst du in Frankfurt wörtlich nehmen, denn hier ist der Demokratiewagen unterwegs. Wir haben mit einem der Erfinder, Yannik Roscher, gesprochen

von Linda Henrich

Demokratie? Zugegeben, das klingt auch für mich erst mal staubtrocken und nunja, politisch. Aber dass das auch anders geht, habe ich bei den jungen Frankfurter*innen vom Verein „mehr als wählen“ erlebt.

Yannik Roscher vor dem Frankfurter Bus für Demokratie
Linda Henrich
Yannik Roscher vor dem Frankfurter Bus für Demokratie

Die haben ein Projekt auf die Beine, oder besser auf die Räder gestellt: Den „DemokratieWagen‟. Yannik Roscher hat den Verein mitgegründet und ist einer der Köpfe hinter dem Projekt. Ich habe ihn gefragt, ob ich für meine politische Bildung jetzt nur noch in den Bus einsteigen muss.  

Was ist der Frankfurter „DemokratieWagen‟?

Yannik Roscher: Erstmal physisch, ist er ein zwanzig Meter langer Gelenkbus. Ein ausrangierter Linienbus. Umgebaut wird er zum mobilen Erfahrungsraum für die Demokratie.

Hintergrund

Der „DemokratieWagen“ ist als ein mobiler Erfahrungsraum konzipiert. So sollen Menschen überall über Politik ins Gespräch kommen können. 

In Frankfurt fährt er von Ort zu Ort und soll Beteiligung stärken, die Verbindung innerhalb der Bürger*innenschaft stärken und den Dialog erfahrbar machen. Am besten ganz konkret bei bestimmten Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Sportfest.

Entkopplung von Bürger*innen und Politik lösen 

Es geht auch um die Verbindung der Bürger*innen zur Politik, so dass diese Entkoppelungsprozesse aufgelöst werden.

Demokratie ist mehr als dieses wählen gehen, alle vier oder fünf Jahre. Es ist was Erfahrbares, das alle jeden Tag erleben können.

Wer braucht das denn? Wir leben doch in einer Demokratie?

Yannik Roscher: Der „DemokratieWagen‟ ist für alle gemacht. Die Idee dafür kam gar nicht von uns direkt, sondern von den Frankfurter Bürger*innen selbst.

Im Februar 2019 gab es den ersten Frankfurter Demokratiekonvent. Das ist ein zufällig geloster Bürger*innen-Rat, bei dem die Idee entstand. Wir stellten uns die Frage: Wie können wir die Beteiligung in Frankfurt stärken.

Die Lösung: Ein rollendes Wohnzimmer beziehungsweise ein „DemokratieWagen‟ der die Demokratie vor Ort erfahrbar macht.

Warum brauchen wir grade 2021 einen Bus für Demokratie?

Yannik Roscher: Ich würde sagen: Man braucht den „DemokratieWagen‟ immer. Demokratie braucht immer Stärkung.

Der Aufstieg der Populisten ist nicht gestoppt, die Entfremdung der Gesellschaft voneinander ist immer stärker geworden und es gab eine Reihe von terroristischen Anschlägen. Deswegen ist diese Aufgabe noch wichtiger geworden.

Es muss ein permanenter Zustand sein, Demokratie zu stärken und zu fördern.

Was ist dein persönliches Highlight beim Frankfurter „DemokratieWagen‟?

Yannik Roscher: Mir gefallen die Figuren, die Außen aufgemalt sind, am besten. Die sind brutal gut. Wenn man sich das genau anschaut, sind die Figuren aus ganz verschiedenen Komponenten zusammengesetzt.

Es sind keine bestimmten Menschen, die man kennt, sondern was Pluralistisches. Ganz viele Leute, die zusammenkommen und über ein bestimmtes Thema reden oder auch streiten.

Aber mit dem Bus ist es ja ein ständiger Prozess. Sofern wird meine Antwort in einem halben Jahr vielleicht eine andere sein.