30 Jahre

Der Film #ostblick schaut auf die deutsche Einheit

Team #ostblick beim Dreh an der East Side Gallery
Andreas Fauth

Wie schauen Nach-Wendekinder auf die Deutsche Einheit? Vor gut 30 Jahren ließ die friedliche Revolution in der damaligen DDR erst die Mauer fallen und dann den ganzen Staat. Tausende Menschen versammelten sich in Kirchen zu Mahnwachen und zum friedlichen Protest auf den Straßen und Plätzen. Was zunächst als Kampf für Meinungsfreiheit und Reisefreiheit gedacht war, mündete alsbald in der Deutschen Einheit.

Seit 30 Jahren ist Deutschland wieder ein Land – aber wie erleben Nach-Wendekinder und junge Erwachsene die Deutsche Einheit? Was hat sich seitdem verändert? Die Doku-Reportage #ostblick spürt diesen Fragen nach: Die junge Reporterin Aniko begibt sich mit ihrem Kamerateam auf die Suche, etwa nach Stasiakten. Sie kommt ins Gespräch mit Zeitzeugen, sie lernt letztlich die Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern kennen und besser verstehen. Und: Sie stößt mit ihrem Team auf ein Ostbewusstsein, das zunehmend von Selbstbewusstsein geprägt ist. Denn nur ein freies Land kann die Herausforderungen der Zukunft lösen. 

Hier kannst du die Doku-Reportage anschauen ⬇

Aniko Schusterius ist die Reporterin der Doku-Reportage #ostblick
Benjamin Eckert
Aniko Schusterius ist die Reporterin der Doku-Reportage #ostblick

Ab hier lernst du die Filmemacher*innen und die Menschen aus dem Video besser kennen.

Aniko Schusterius ist junge Journalistin und lebt in Hamburg. Sie führt mit ihrem Team durch die Doku-Reportage #ostblick. Aniko ist selbst im Osten Berlins groß geworden – ganz in der Nähe des früheren Gefängnisses der Staatssicherheit in Berlin - Hohenschönhausen. Ihr Schulweg führte sie damals an den hohen Gefängnismauern und den Wachtürmen vorbei.

Joschua Greiten ist Reporter der Doku-Reportage #ostblick
studioline_photography Siegen
Joschua Greiten ist Reporter der Doku-Reportage #ostblick

Zusammen mit ihrem Team und ihrem Kollegen Joschua Greiten reist sie im Film zurück in die Vergangenheit. Joschua ist im Sauerland aufgewachsen und lebt heute in Frankfurt am Main. Mit Aniko und Joschua treffen zwei Nach-Wendekinder aufeinander, die sich niemals kennengelernt hätten, wenn es die Mauer noch heute geben würde.

30 Jahre nach dem Fall der Mauer wissen manche Westdeutsche immer noch wenig - und viele junge Menschen wissen nur noch wenig über die DDR.  

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Oktober 2019

Kai Feller ist heute Pfarrer in Lübeck – vor dem Fall der Mauer war er Schüler auf dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium im Berliner Bezirk Pankow
Redaktion
Kai Feller ist heute Pfarrer in Lübeck – vor dem Fall der Mauer war er Schüler auf dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium im Berliner Bezirk Pankow

Zeitzeugen, Künstler und Autoren in #ostblick

Kai Feller ist heute Pfarrer in Lübeck. Vor dem Fall der Mauer war er Schüler auf dem Carl-von-Ossietzky-Gymnasium im Berliner Bezirk Pankow. Weil er das Ende von Militärparaden in der DDR forderte, flog er nach wenigen Wochen von der Schule. Sein Abitur war ihm damit verwehrt – eine evangelische Schule nahm den jungen Mann aber auf und er konnte doch noch seinen Abschluss machen. Heute ist Kai Feller evangelisch und in der Doku-Reportage #ostblick kehrt er an seine alte Schule zurück. Er ist froh, dass heute in einem freien Deutschland die Schüler*innen seiner Schule mit Fridays for Future gegen den Klimawandel demonstrieren und politischer Protest selbstverständlich möglich ist.

Christian Halbrock war Bürgerrechtler in der DDR und Mitbegründer der Umweltbibliothek in Berlin
Redaktion
Christian Halbrock war Bürgerrechtler in der DDR und Mitbegründer der Umweltbibliothek in Berlin

Christian Halbrock lebt in Berlin und hatte seinen festen Platz in der Bürgerbewegung der DDR. Er zählt zu den Gründern der Umweltbibliothek in der Zionsgemeinde in Mitte – ein Treffpunkt für Andersdenkende, für Literatur aus dem Westen und für politischen Aktivismus. Auch eigene systemkritische Blätter wurden hier gedruckt. Christian Halbrock will die Gesellschaft der DDR zum Positiven verändern. „Öko sein“ heißt für ihn eben nicht nur, sich für die Natur einzusetzen, sondern auch für die Menschen. So war die Umweltbewegung in der DDR zugleich immer auch Friedensbewegung. Mit grüner Politik in Deutschland fremdelt er bis heute – auch 30 Jahre nach dem Tag der Deutschen Einheit.

Dagmar Hovestädt ist Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)
Redaktion
Dagmar Hovestädt ist Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU)

111 Kilometer Akten: Die Doku-Reportage #ostblick taucht ein ins Archiv und trifft auf Dagmar Hovestädt, Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). In den Kellern der ehemaligen Stasizentrale in Berlin Lichtenberg lagern Akten, Tondokumente und Videos. Hinter jeder Akte mindestens eine Geschichte, die geprägt ist von Bespitzelung, Verfolgung oder Drangsalierung. Das Kamerateam folgt Dagmar Hovestädt in die Tiefen des Archivs und damit in die Tiefen der DDR-Vergangenheit. Bürgerrechtler besetzten das Archiv im Januar 1990 – heute kann dank dieses Einsatzes jeder einen Antrag auf Einsicht in seine eigene Stasiakte stellen.

Olaf Schwarzbach lebt in Berlin, er ist bekannter Karikaturist für die Berliner Zeitung.
Andreas Fauth
Olaf Schwarzbach lebt in Berlin, er ist bekannter Karikaturist für die Berliner Zeitung - im Videointerview mit Steffen Edlinger.

Olaf Schwarzbach lebt in Berlin, er ist bekannter Karikaturist für die Berliner Zeitung. Als junger Erwachsener wurde er selbst zu einem Fall für die Staatssicherheit. Seine Bilder und Karikaturen waren systemkritisch, aus dem kommunistischen Jugendverband Freie Deutsche Jugend (FDJ) trat Olaf „Ol“ Schwarzbach einfach aus. Seine Erlebnisse mit der Stasi schildert er in seinem Buch „Forelle Grau – Die Geschichte von OL“. Dem Team von #ostblick erklärt er, warum er als Jugendlicher nicht länger in der DDR leben wollte und in den Westen floh – kurz bevor die Mauer fiel.

Kani Alavi ist Künstler und zugleich Vorsitzender der Künstlerinitiative East Side Gallery
Redaktion
Kani Alavi ist Künstler und zugleich Vorsitzender der Künstlerinitiative East Side Gallery

Sie ist das längste erhaltene Stück der Berliner Mauer – immerhin gut 1,3 Kilometer lang: Die East-Side-Gallery in der Nähe des Ostbahnhofs. Kani Alavi ist Künstler und zugleich Vorsitzender der Künstlerinitiative East Side Gallery – sein Bild der vielen Gesichter, die durch die gerade geöffnete Berliner Mauer strömen, ging um die Welt. Unzählige Tourist*innen haben das Bild an der Mauer fotografiert. Mit der East-Side-Gallery verliert der graue Beton seinen Schrecken:  Nicht mehr grau, sondern farbenfroh. 118 Künstler*innen aus 21 Ländern haben die Mauer entlang der Spree bemalt – mit Motiven für Frieden, Freiheit und Lebensfreude.

Valerie Schönian ist Autorin des Buchs Ostbewusstsein und lebt in Berlin
Redaktion
Valerie Schönian ist Autorin des Buchs Ostbewusstsein und lebt in Berlin

Die Autorin Valerie Schönian lebt in Berlin und fordert die Ostdeutschen auf, ihr eigenes Ostbewusstsein zu schärfen. Sie selbst kam Ende September 1990 in Sachsen-Anhalt zur Welt, wenige Tage vor der Wiedervereinigung. Lange Zeit dachte sie, Ost und West spielten keine Rolle mehr – doch umso älter sie wird, desto ostdeutscher fühlt sie sich. 30 Jahre Deutsche Einheit und in Valerie Schönians Kopf ist das Ostbewusstsein zu einem neuen Selbstbewusstsein gereift. Mit ihrem Buch „Ostbewusstsein“ rüttelt sie auf – inwiefern und warum, das erklärt sie in der Doku-Reportage #ostblick.

Watchparty am 2. Oktober

Die Doku-Reportage hat in der Evangelischen Akademie Frankfurt Premiere gefeiert. 

Hier geht es zur Website der Akademie

In der Doku-Reportage #ostblick zieht die junge Journalistin Aniko Schusterius als Reporterin mit ihrem Team durch das frühere Ost-Berlin. Sie dokumentiert ihre Eindrücke in Instagram-Storys und in eben diesem Film – und in ihr wächst während des Drehs zunehmend der Wunsch, ihre eigene Vergangenheit und die ihrer Familie in der damaligen DDR zu erforschen. Die Doku-Reportage lässt uns teilhaben, ihre Interviews mit Zeitzeug*innen, Künstler*innen und Autor*innen nehmen uns mit zurück in die Vergangenheit der DDR und richten zugleich den Blick nach vorne mit ostdeutscher Perspektive – eben mit einem etwas anderen #ostblick.

Team #ostblick beim Dreh an der Oberbaumbrücke
Steffen Edlinger
Team #ostblick beim Dreh an der Oberbaumbrücke