Debatte in der Kirche

Schicksal der Geflüchteten in Moria auch in der Kirchenpolitik wichtig

Durch ein Feuer im Camp für Geflüchtete auf der griechischen Insel Moria wurden im September 2020 Tausende über Nacht obdachlos. Die Initiative „Lesvossolidarity“ unterstützt besonders hart Betroffene wie beispielsweise Mütter und Minderjährige.
EKHN/Lesvossolidarity

Mehr als eine Million Menschen haben sich „A Short Story of Moria“ von Joko und Klaas auf YouTube angesehen. Die Bilder aus dem Flüchtlings-Camp sind seit Jahren schockierend. Für die Menschen sammelt die Kirche Spenden. Aber das ist nicht alles was sie möchte.

Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben in einem der europäischen Flüchtlings-Lager landen, leben dort oft unter unwürdigen Lebensumständen. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür war das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Als es zerstört wurde, rückte die Flüchtlingspolitik wieder in den Fokus der Berichterstattung.

Spenden für die Menschen auf Lesbos

Du kannst mit deiner Spende den Menschen auf Lesbos helfen. Die Evangelischen Kirchen in Hessen sammeln gemeinsam mit der Diakonie unter unten stehendem Konto für die Hilfsinitiative „Lesvossolidarity“.

Spendenkonto der Evangelischen Kirche
IBAN: DE27 5206 0410 0004 1000 00
Bank: Evangelische Bank
Betreff: Spende Lesbos

Menschenrechtsorganisation und die Kirchen haben vielfach auf die unmenschlichen Zustände hingewiesen und vor einer Eskalation gewarnt. Nach dem Brand haben das Land Hessen und auch Rheinland-Pfalz ihre Hilfsbereitschaft bekräftigt. Aber Länder und Kommunen können nicht selbst darüber entscheiden, Geflüchtete aufzunehmen. Die Bundesregierung will rund 1.500 Menschen aus den Lagern in Griechenland aufnehmen.

Achtung! Die Bilder in dem Film von Joko und Klaas sind verstörend und zeigen ein brutales Bild von Europas Politik.

Der Kirchenpräsident der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat am 19. September nicht nur dafür plädiert, Hilfesuchende aus dem zerstörten Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. In einem gemeinsamen Brief hat er mit weiteren leitenden Geistlichen gefordert, 1.000 Menschen aus Moria in Hessen und 650 in Rheinland-Pfalz aufzunehmen.

Die Synode der EKHN tagt unter Corona-Bedingungen in der Stadthalle in Offenbach.
EKHN/Erika von Bassewitz
Die Synode der EKHN tagt unter Corona-Bedingungen in der Stadthalle in Offenbach.

Das Kirchenparlament der EKHN, die Synode, hat diese Forderung in einer Resolution noch einmal unterstrichen. Außerdem betonen die Kirchenvertreter, dass „wir die Aufnahme von geflüchteten Menschen selbstverständlich im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter unterstützen.“

Hintergrund:
Wenn du dir die Kirche wie eine demokratische Regierung vorstellst, verkörpert die Synode das Parlament. Sie kommt zwei Mal im Jahr zusammen. Normalerweise liegen diese Termine im Frühjahr und im späten Herbst. Dieses Jahr hat die Corona-Pandemie aber auch diesen Zeitplan durcheinandergebracht.

Bei der Synoden-Tagung in Offenbach hat der Umgang mit der Corona-Krise in den vergangenen Monaten im Mittelpunkt gestanden. Wie sah es aus in den Kindertagesstätten, den Altenheimen und bei der Pflege? Gelobt wurde die rasche Umsetzung neuer Richtlinien und die kreativen Ideen, zahlreiche Angebote innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu stellen.

Es ging aber auch darum, was nicht so gut gelaufen ist. Beispielsweise wie schwer es die Menschen hatten, denen durch Corona plötzlich jeder Kontakt genommen wurde, etwa in Altenheimen. Es gab Ausnahmen, aber vielerorts habe der seelische Beistand nicht ausgereicht, betonte der Kirchenpräsident. „Wir müssen uns mehr um die Menschen kümmern, die abgeschlossen sind“, so Volker Jung.

Zur demokratischen Arbeit in der EKHN gehört es auch, die Arbeit der Synode mit zahlreichen Berichten transparent zu machen. Alles zu den Wahlen und wichtigen kirchenpolitischen Entscheidungen findest du auf der EKHN-Website unter ekhn.de/synode.