Glaube

Nachhaltigkeit – auch bei der Beerdigung?!

Verwelkender Blumenschmuck auf einem Grab im Hintergrund ein unscharfes Holzkreuz
gettyimages/Gerd Harder

Wie umweltfreundlich kann Sterben sein? Hier liest du, welche Bestattungen es gibt und was heute schon nachhaltig möglich ist.

von Rebecca Domanski

Täglich vergleichen wir Produkte beim Einkaufen oder unsere Stromtarife, aber am Lebensende? Was passiert da eigentlich? Nur eines ist sicher: Wer stirbt, muss auch beerdigt werden. 

Dabei werden nachhaltige Beerdigungen beliebter: Immer mehr Menschen interessieren sich für:

  • zertifiziertes Holz
  • biologisch abbaubare Urnen
  • Bestattungen im Friedwald

Evangelische Kirche zur Bestattungskultur

Die Pressesprecherin Lisa Schaube der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) sagt: Was uns geliehen ist – das Leben und die Erde – soll nicht verschwendet, sondern mit Sorgfalt behandelt werden. Das gelte also auch beim Streben und Bestatten.

Erste Schritte in die nachhaltige Richtung

Auf deutschen Friedhöfen gibt es bereits nachhaltige Maßnahmen, wie beispielsweise:

  • Winterharte heimische Grabpflanzen, die nicht viel Wasser brauchen
  • FSC- oder PEFC-zertifiziertes Holz für Särge
  • Urnen aus biologisch abbaubaren Materialien

Die verschiedenen Bestattungsformen

In Deutschland gibt es laut dem Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) zwei erlaubte Bestattungsformen: die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Letztere ist die Voraussetzung für weitere Arten: 

  • Seebestattungen
  • Urnenbeisetzungen
  • Wald- und Baumbestattung
  • Diamantbestattung
  • Luftbestattung

Die beliebteste Bestattungsart

In Deutschland setzen immer mehr Menschen auf Feuerbestattungen. Jedes Jahr erhebt die „RAL-Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen“, wie viele Menschen in Särgen oder Urnen bestattet werden. 

Das Ergebnis zeigt einen klaren Trend: Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 81 Prozent der Verstorbenen eingeäschert – ein Trend, der in allen Regionen zu beobachten ist. In einigen Bundesländern liegt der Anteil sogar bei über 90, teilweise sogar über 95 %. Die Feuerbestattung ist damit landesweit die dominierende Form.

Sterben kann auch ökologisch sein

Traditionelle Särge enthalten oft Lacke, Metalle und Klebstoffe, die sich nur schwer abbauen lassen. Auch die Feuerbestattung ist nicht besonders umweltfreundlich: Sie verbraucht Energie und setzt Emissionen frei.

Video: Hinter den Kulissen des größten Krematorium Deutschlands

Der Kulturbeauftragte des BDB Simon J. Walter sagt, Nachhaltigkeit bei Bestattungen ist komplex – doch das Netzwerk „Grüne Linie“ biete seriöse, ganzheitliche Lösungen: regionale, umweltfreundliche Produkte (Särge, Urnen, Textilien) und lokale Partner (Friedhöfe, Krematorien, Floristen) senken den ökologischen Fußabdruck und stärken die faire Bestattungskultur.

Hast du dir über dein Ableben schon mal Gedanken gemacht? Erzähl uns davon auf Social-Media: 

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Simon J. Walter sagt, die Nachfrage nach nachhaltigen Bestattungen steige – werde aber nicht statistisch erfasst. Aktuell sei es noch ein Nischenangebot, da Trauernde selten spontan an das Thema Nachhaltigkeit denken. Ob es nachhaltig wird, hängt oft davon ab, ob die oder der Verstorbene das schon zu Lebzeiten beschlossen hat.

Auch im Tod: deine Werte leben weiter

Nachhaltige Bestattungen sind also noch kein Standard. Wenn auch du nachhaltig und umweltbewusst lebst, könnte der Tod eine Gelegenheit sein, deine Überzeugungen sichtbar zu machen. Wenn du schon zu Lebzeiten letzte Entscheidungen triffst, schützt du nicht nur die Umwelt, sondern gibst deiner Familie und deinen Freunden Orientierung.