Eurovision Song Contest

ESC-Kandidat Jendrik Sigwart über Hass

EBU / Andres Putting

Jendrik Sigwart ist auf der ESC-Bühne für Deutschland angetreten. Mit seinem Song "I Don't Feel Hate" setzt er eine klare Botschaft. Jendrik weiß wovon er spricht: Er selbst hat Mobbing und Hass erfahren.

von Friederike Reich

Bereits m vergangenen Jahr sollte die 65. Ausgabe des Eurovision Song Contest in Rotterdam stattfinden, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Diesen Samstag findet nun das langersehnte Finale des ESC statt. Für Deutschland geht Jendrik Sigwart mit “I Don’t Feel Hate” an den Start. Seinen Song hat er selbst geschrieben und produziert. Der Hamburger Musical-Darsteller verarbeitet darin seine persönlichen Erlebnisse von Mobbing und Ablehnung, Der 26-Jährige polarisiert.

Ablehnung erfahre er einerseits davon, dass er homsoexuell, zum anderen weil er “ein bunter Vogel” sei, wie er selbst sagt: "Viele Leute nehmen einen dann nicht ernst oder meinen, einen irgendwie in eine Schublade packen zu können. So ein Schubladendenken ist halt immer verletzend.” Die Message seines Songs betont, dass man Hass nicht mit Hass beantworten sollte. “Wenn jemand scheiße zu dir ist, dann sagst du dir selbst, ich schlucke meinen Hass gegen diese Person runter und werde ihr auf einem respektvollen Weg klarmachen, dass es blöd ist, wie sie mich behandelt. Diesen Weg von Respekt zu gehen funktioniert eigentlich immer,” meint Jendrik. In  "I Don’t Feel Hate” wandelt er Hass in etwa positive Gefühle um. 

Jendrik Sigwart über den ESC

Seine Musik löst Emotionen aus

Kritik an seinem Song begegnet Jendrik mit einem Schmunzeln. Auf seinem Instagram Kanal @mynameis_jendrik veröffentlicht er ein Video über seine Top 10 Hasskommentare. Dass sein Song nicht jedem gefällt, weiß Jendrik. Dass die deutschen ESC-Fans sehr kritisch sind, aber auch. “Einige sagen der Song ist supergeil und macht gute Laune, andere sagen, dass ist der größte Trash, den sie je gehört haben", so Jendrik Sigwart. Emotionen auszulösen sei ihm aber ohnehin wichtiger, als es allen recht zu machen. Denn das gelinge ohnehin nie, weiß der Sänger.

Behandle jeden, wie du selbst behandelt werden willst

Das Musikvideo zu dem Song hat er im Keller seiner Kirchengemeinde der evangelischen St.-Gabriel-Kirche in Hamburg-Volksdorf produziert. Seit einigen Jahren begleitet er ehrenamtlich Konfirmandenfreizeiten und Benefizkonzerte als Teamer. Auch wenn man von der Kirche als Drehort im Video nichts mehr erahnt, spielt Jendriks Glaube eine große Rolle in seinem Lied. “Behandle jeden, wie du selbst behandelt werden willst. Diese christliche Regel lebt Jesus klar vor. Und diese Regel ist auch die Botschaft von meinem Song.”

Der ESC ist divers und farbenfroh

Schon als Kind träumte Jendrik davon, als Sänger auf der Bühne des ESC zu stehen. “Beim ESC kann jeder sein, wie er will. Das finde ich so geil.” Besonders begeistert ihn die Diversität – sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum. “Da kommen so viele verschiedene Leute hin und können einfach ihr Freak-Sein ausleben beziehungsweise ihre Freude an der Musik und einer Community. Und das ist, warum der ESC geschaffen worden ist, um zusammen international Musik zu zelebrieren.”

 

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