von Vivian Mayr
Es sind fast 40 Grad. Der Asphalt brennt und selbst im Schatten ist es kaum auszuhalten. Der Deutsche Wetterdienst warnt bundesweit vor einer starken bis regional sogar extremen Wärmebelastung.
Während viele Menschen sich in klimatisierten Cafés, in kühlen Büros oder in den eigenen vier Wänden zurückziehen können, sind obdachlose Menschen der Hitze oft schutzlos ausgeliefert. Sie verbringen ihre Zeit in der prallen Sonne oder auf aufgeheizten Plätzen. Dadurch steigt das gesundheitliche Risiko, meldet unter anderem die Hessenschau.
Es drohen:
„Gerade an heißen Tagen zählt jede kleine Geste“, sagt Elke Ronneberger von der Diakonie Deutschland auf der Website. „Wer aufmerksam durch die Stadt geht und nicht wegsieht, kann einen wichtigen Beitrag leisten, manchmal sogar Leben retten.“
Auch Yvonne Opaterny von der Diakonie Frankfurt und Offenbach betont, wie wichtig jeder einzelne von uns ist: „Falls jemand obdachlosen Menschen auf der Straße direkt helfen möchte, kann man ihnen zum Beispiel eine Flasche Wasser anbieten oder hinstellen.“
Du kannst also einen Unterschied machen. Hier sind drei Alltagssituationen, wie du weiterhelfen kannst.
Im Einkaufswagen liegen Sonnencreme, Wasser und Obst. Draußen vor der Tür sitzt eine Person und fragt nach Geld. Lauf in solchen Situationen nicht einfach vorbei.
Du musst kein Bargeld geben. Aber biete vielleicht eine Wasserflasche oder ein Stück Obst an. Das kostet wenig und kann bei den heißen Temperaturen einen großen Unterschied machen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei Hitze vor allem Wasser sowie wasserreiches Obst und Gemüse. Dazu gehören beispielsweise Gurken, Tomaten oder Melonen. Diese helfen dabei, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Du siehst eine Person in der prallen Sonne sitzen und sie wirkt erschöpft. Sprich die Person freundlich an. Vielleicht reicht schon der Hinweis auf den Schatten, einen Trinkbrunnen oder ein kühles Gebäude.
Ein Tipp von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: Viele Städte bieten inzwischen sogenannte „Karten der kühlen Orte“ an. Dort sind öffentliche Gebäude, Kirchen oder andere Plätze verzeichnet, an denen sich Menschen kostenlos abkühlen können. Gib einfach den Namen deiner Stadt plus „Karte der kühlen Orte“ in die Suchmaschine ein.
Wenn jemand nicht ansprechbar ist oder desorientiert wirkt, dann ruf sofort den Notruf (112) an.
Beim Aussortieren findest du eine Cap, einen Sonnenhut oder leichte Sommerkleidung, die du schon lange nicht mehr getragen hast?
Bevor die Sachen im Altcontainer landen, frag bei der Diakonie oder Caritas nach, welche Sachspenden aktuell benötigt werden. So freut sich etwa die Diakonie Frankfurt und Offenbach derzeit vor allem über T-Shirts, kurze Hosen, neue Unterwäsche, Socken sowie Sonnencreme und Kappen.
In vielen Städten laufen bei der extremen Hitze zusätzliche Hilfsangebote. In Frankfurt ist beispielsweise ein Hitzebus unterwegs. Auch er verteilt Wasser, Sonnencreme, Caps und Sonnenschirme und bringt Menschen bei Bedarf in Übernachtungseinrichtungen. Tagsüber sind außerdem Streetworker unterwegs, um obdachlose Menschen zu versorgen oder auf kühlere Orte aufmerksam zu machen.
Auch Städte wie Darmstadt oder Kassel stellen Trinkwasser, Sonnenschutz und Obst bereit und unterstützen Betroffene während der Hitzewelle.