Es ist das Jahr 1997, als Birgit Rutz wegen Blutungen und anhaltenden Krämpfen ihren Frauenarzt aufsucht. Ihr Mann, Soldat bei der Bundeswehr, ist zu dieser Zeit in Amerika stationiert. Birgit ist mit dem zweijährigen Sohn bei ihm in den Staaten. In der Arztpraxis bekommt die junge Mutter eine unerwartete Diagnose: Blutungen aufgrund eines Schwangerschaftsverlusts. „Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass ich schwanger war“, erinnert sie sich. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Schwangerschaftsverlust. Betroffenen sprechen häufig von „Sternenkindern“ oder einer „stillen Geburt“. In den darauffolgenden Jahren erleidet Birgit Rutz vier weitere Fehlgeburten. Damit macht sie eine Erfahrung, die laut Bundesfamilienministerium etwa jede dritte Frau mindestens einmal erlebt. Scham und Einsamkeit spielen bei Fehlgeburten häufig eine große Rolle.