Nachhaltigkeit

Endlich ein nachhaltiger Lifestyle – diese Apps helfen dir dabei

Reporter Aaron testet nachhaltige Apps
Jonathan Kniese

Kamera, Taschenrechner und Telefon in einem: Dank unserer Smartphones ist unser Leben ganz schön smart. Und smart kann auch nachhaltig bedeuten. Unser Reporter Aaron Kniese hat für dich 5 Apps für nachhaltiges Leben unter die Lupe genommen.

Ich bin Student in Frankfurt, lebe vegetarisch, fahre mit den Öffis und kaufe meistens Bio-Produke. All das mache ich, um nachhaltiger zu leben und unsere Umwelt zu schützen. Aber geht da noch mehr? Damit nicht nur mein Leben noch nachhaltiger werden kann, habe ich mir für diesen Test mehrere kostenlose Apps heruntergeladen. Auch wenn manche Klassiker in dieser Aufzählung nicht fehlen dürfen, so habe ich mir besonders neuere Anwendungen angesehen. Alle vorgestellten Apps gibt’s für iPhone und Android-Geräte.

Screenshot der App Klimakompass
Aaron Kniese
Screenshot der App Klimakompass

CO2-Tracker klimakompass soll Durchblick bei Emissionen schaffen

Wie sieht mein CO2-Fußabdruck aus und wie umweltfreundlich ist mein Zuhause? Bei der App Klimakompass kann ich Einstellen wie ich wohne, welche Verkehrsmittel ich nutze, was ich esse, wie meine Freizeitgestaltung aussieht und wie mein Einkaufsverhalten ist. Aus meinen Angaben rechnet die App dann einen Gesamtverbrauch zusammen. 8,5 Tonnen CO2 waren das bei mir. Die Zahl ist hellgelb, damit liege ich im Mittelfeld.

Die App schaltet Challenges frei, in denen ich Punkte erhalten kann. Das ist dann sowas wie: Plastikfrei einkaufen oder drei Tage kein Fleisch essen. Schon etwas befremdlich, dass mir dieser Punkt angezeigt wird, obwohl ich angegeben habe, dass ich Vegetarier bin.

Mit den Punkten steige ich in einem Level-System auf und verringere so spielerisch meinen CO2-Verbrauch. Ich fände es cool, wenn die Challenges auch individuell einstellbar wären, denn die Rad-Fahr-Challenge konnte ich nicht machen, weil ich kein Fahrrad habe. Auch insektenfreundliche Pflanzen habe ich nicht gepflanzt, weil ich in Frankfurt weder Garten noch Balkon habe.

Zu jedem Level gehören Aufgaben, bei denen ich für X Tage vegetarisch leben soll oder auf bestimmte Fleischarten verzichten muss. Die würde ich gerne rausschmeißen, da ich das eh schon mache. Die Bildschirmzeit zu reduzieren ist auch schwierig, weil ich coronabedingt im Homeoffice sitze und für Uni und Arbeit meine Sachen zwangsweise am PC erledigen muss.

Fazit: Das Prinzip der App gefällt mir gut. Ich würde mir nur wünschen, dass ich die Aufgaben individueller auf meine Lebenssituation anpassen kann.

Screenshot App NoWrapp
Aaron Kniese
Screenshot App NoWrapp

Gemeinsam dem Plastik den Kampf ansagen: NoWrapp

In der App NoWrapp kann jeder Nutzer Läden in seiner Umgebung angeben, die keine Plastikverpackungen verwenden. Damit sind nicht nur Unverpacktläden gemeint, sondern jedes Geschäft, in dem ich irgendetwas plastikfrei einkaufen kann. Die App ist nach Produkten aufgeschlüsselt.

Wenn ich also in einem Supermarkt Obst unverpackt einkaufen kann, setze ich ihn in der App ganz einfach mit Standort auf eine Liste. Bei meinem Test meine Lebensmittel ohne Verpackung zu kaufen war ich anstatt einer halben Stunde über zwei Stunden unterwegs. Dafür habe ich aber einen Wochenmarkt und einen kleinen Obstladen entdeckt, die ich noch nicht kannte. Für jemanden, der Zeit hat, ist das echt cool. Obwohl ich einräumen muss: Nachdem ich wusste, wo die Läden sind, konnte ich den Einkaufsweg besser in meinen Tagesablauf einplanen.

Da die App community-basiert funktioniert, kann es sein, dass es in manchen Umgebungen noch keine oder nur sehr wenig Auswahl gibt. Das macht aber nix, weil du selber Läden hinzufügen kannst und damit anderen Nutzern das Leben leichter machst. Ist auch irgendwie ein gutes Gefühl, wenn sich die Karte langsam füllt.

Fazit: In Großstädten funktioniert die App gut, in ländlichen Regionen sieht die Karte aktuell noch leer aus. Da aber alle Nutzer selbst ihre Lieblings-Läden auf der Karte hinzufügen können, ist das eigentlich kein großes Problem.

Screenshot App Regio
Aaron Kniese
Screenshot App Regio

Lebensmittel in der Umgebung finden mit der RegioApp

Die RegioApp ist der Klassiker, wenn es ums Einkaufen oder Essen gehen in der Umgebung geht. Ich nutze die App schon eine ganze Weile: Sie war die erste nachhaltige Anwendung auf meinem Smartphone. Mit der RegioApp kann ich mir Restaurants, Läden oder Verkaufsstände von Anbietern regionaler Produkte in meiner Umgebung anzeigen lassen. Ich kann in der App nach bestimmten Produkten oder Verkäufern suchen. Das Design ist übersichtlich und simpel. Entwickelt wurde die Anwendung vom Bundesverband der Regionalbewegung und wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Ähnlich wie bei NoWrapp kann ich hier auch Vorschläge einsenden. Wenn es z.B. einen Hofladen aus meiner Umgebung noch nicht gibt, kann ich die Adresse in der App angeben und einsenden.

Fazit: Auch wenn ich die App an sich echt gut finde, nutze ich sie nicht mehr, seit ich in Frankfurt wohne, weil sich das in der Stadt einfach nicht lohnt. Ohne Auto komme ich sehr schlecht zu den Hofläden auf den Dörfern. Und für einen Einkauf eine Tagestour einzuplanen, ist mir doch ein wenig zu viel.

Screenshot der App Snazz
Esther Stosch
Screenshot der App Snazz

SNAZZ, der digitale Kleiderschrank

Zum nachhaltigen Lifestyle gehört auch gutes Aussehen. Ich mag Mode und kaufe gerne Second-Hand oder grüne Mode ein. Nur bei Sneakern kann ich mich nicht so ganz von Adidas und Nike trennen. Beim Online-shoppen bin ich viel auf Kleiderkreisel, Etsy oder eBay unterwegs, hab aber neulich auch SNAZZ für mich entdeckt.

Die App ist ähnlich aufgebaut wie Pinterest, nur eben für grüne Mode. Ich kann selber Fotos von meinen Outfits hochladen und bewerten lassen, mir aber auch Profile von anderen Usern anzeigen lassen, um nach Inspiration zu suchen.

Am coolsten fand ich aber die Funktion des digitalen Kleiderschranks. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich die App benutze. Wie vermutlich viele andere auch, habe ich mit der Zeit da den Überblick verloren. Für die App habe ich alles mal rausgeholt und Fotos gemacht, und dabei auch schon einige Sachen aussortiert und in die Altkleidersammlung gepackt.

Fazit: Der fertige digitale Kleiderschrank ist eine super Übersicht fürs Shoppen. Da habe ich auf einen Blick alle meine Sachen und kaufe nix doppelt oder etwas, das ich so ähnlich schon habe. Wenn ich einkaufen gehe kann ich mit der App einfach checken, ob die neuen Schuhe auch wirklich den selben Grünton haben, wie meinen Hoodie zu Hause.

Screenshot der App CodeCheck
Esther Stosch
Screenshot der App CodeCheck

Der Klassiker (nicht nur) für den Drogeriemarkt: CodeCheck

CodeCheck ist ein Barcodescanner, der die EAN-Nummer von Lebensmitteln und Kosmetik scannt. So konnte ich beim Einkaufen auf einen Blick sehen, welche Inhaltsstoffe sich in den Produkten befinden. Das spart Zeit, da du nicht mehr selbst die Zutatenliste auf der Rückseite durchgehen musst. Besonders bei Kosmetik fand ich das super nützlich, da ich viele Fachbegriffe und Zutaten nicht kenne. Das hat mir besonders bei der Wahl von Aftershave und Deo sehr geholfen.

Im eigenen Profil konnte ich angeben, welche Stoffe ich vermeiden will. Ich konnte einstellen, dass ich Vegetarier bin und dazu gerne auf Silikon, Mikroplastik, Palmöl und hormonell aktive Stoffe verzichten möchte.

Fazit: Die App funktioniert für mich gut, besonders, wenn ich mal neue Produkte ausprobieren will, oder die Sachen, die ich sonst kaufe nicht mehr da sind. So kann ich schnell in der App sehen, ob die Sachen für mich unbedenklich sind.