Gesellschaft

Frage nach Gerechtigkeit: Was bleibt nach Gen-Z-Demo in Frankfurt?

Demonstrierende und ihre Schilder und im Hintergrund die Skyline von Frankfurt
Esther Stosch

Die Initiative „Gen Z regelt“ hat bundesweit zu Protesten gegen Missstände in der Bildung und soziale Ungerechtigkeiten aufgerufen. In Frankfurt kam es danach zu Chaos.

Rund 10.000 Menschen haben sich am Samstagnachmittag im Rhein-Main-Gebiet an den Demonstrationen der Gruppe „Gen Z regelt“ und ähnlicher Gruppierungen beteiligt. 

In Frankfurt am Main zogen laut Polizeiangaben die Gruppen „Generation Aufbruch“ sowie „Generation Z regelt“ vereint um die Innenstadt, die von zunächst 2.500 auf rund 8.000 Personen anwuchsen. Vereinzelt hätten sich Teilnehmende vermummt und Rauchtöpfe gezündet, der Zug sei jeweils angehalten worden.

Der Demozug vor dem Eisernen Steg, im Hintergrund ein paar rosa Rauchfahnen von Pyrotechnik.
Esther Stosch
Pyrotechnik war bei der Demo verboten.

In Mainz zogen nach der angemeldeten Kundgebung laut Polizei rund 1.000 Personen zu einer nicht angemeldeten Demonstration los, vereinzelt seien Rauchtöpfe gezündet worden. Der Zug wurde von der Polizei gestoppt und kehrte um. 

Als sich eine Person bereiterklärt habe, die Versammlungsleitung zu übernehmen, zog die Demonstration zum Hauptbahnhof und löste sich dort auf. Strafanzeigen habe es wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot und des Abbrennens von Feuerwerkskörpern gegeben. Zu Sachbeschädigungen kam es laut Polizei in Mainz nicht.

Junge Menschen demonstrierten in mehr als 30 Städten

Demo-Plakat: Wir wollen leben, nicht nur überleben.
Esther Stosch

Die Gruppe „Gen Z regelt“ hatte nach breiten gesellschaftlichen Protesten in Frankreich, Italien und anderen Ländern am Samstag zu Demonstrationen in mehr als 30 Städten in Deutschland aufgerufen. Der Protest richte sich gegen kaputte Schulen und Sparmaßnahmen in Bildung, Sozialem und Kultur sowie gegen steigende
Lebenshaltungskosten und ungerechte Lastenverteilung. 

Ebenso wende sich der Protest gegen eine mögliche Einführung der Wehrpflicht, gegen mehr Überwachung im öffentlichen Raum und für Maßnahmen gegen die Klimaerhitzung. Die Personen hinter „Gen Z regelt“ sind nicht weiter bekannt. Das Impressum der Website weist eine Adresse in der Schweiz aus.

Am Abend hat die Polizei die Demo in Frankfurt wegen Verstößen gegen die Auflagen aufgelöst. Der Auftakt für eine Nacht voller Gewalt. Die Veranstalter „Generation Aufbruch“ haben sich umgehend distanziert. In der Sendung „hessenschau extra“ äußerte sich einer der Organisatoren, Mubarik Sabir, als „zutiefst traurig“ und „sprachlos über die Bilder“ von der Auflösung der Demo geäußert. Der zweite Organisator, „Gen Z regelt“ hat sich Stunden später auch distanziert. 

Danach hat sich die Lage in der Frankfurter Innenstadt deutlich zugespitzt und zu einer langen Nacht mit Chaos und Gewalt geführt. Die Polizei hat Straßen abgeriegelt, das SEK kam zum Einsatz. Rund um die Frankfurter Zeil kam es zu eingeschlagenen Scheiben, Feuern und Plünderungen. Das Team von hessenschau.de hat in einem Live-Ticker von der Demo über die Ereignisse berichtet. Innenminister Roman Poseck hat die Krawallnacht von Frankfurt auf Schärfste verurteilt.

Frankfurt: Am Morgen nach den Krawallen

Nach den Krawallen in Frankfurt ist die Polizei auch am Morgen in der Stadt im Einsatz. Die Frankfurter Entsorgungs-Betriebe (FES) beseitigen die Scherben und räumen auf.

Gegenüber dem HR kritisiert ein Demonstrations-Teilnehmer die Krawalle. Jetzt seien genau die Bilder entstanden, die die Politik nutzen könne und werde, um nicht über die eigentlichen Themen sprechen zu müssen. 

Zusammengefasst: Mehrere Tausend Menschen demonstrieren friedlich und fordern eine bessere Sozialpolitik. Aber was im Gedächtnis bleibt, sind Bilder von Chaos und Zerstörung.