Gesellschaft

Kirchenpräsidentin: AfD ist Gefahr für Demokratie

Eine Frau mit lockigen Haaren und Brille vor weißen Vorhängen
epd-bildThomas Lohnes
Die Kirchenpräsidentin der EKHN hat auf der Frühjahrssynode vor dem erstarken der AfD gewarnt

Die hessen-naussauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz hat vor der AfD als Gefahr für die Demokratie gewarnt. Die Kirche wolle aus ihrem Selbstverständnis heraus die Demokratie stärken.

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz, hat das Erstarken der AfD bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz und den Kommunalwahlen in Hessen als Gefahr für die „Menschenwürde-Demokratie“ bezeichnet. „Ich  habe die Sorge, dass die AfD unsere Demokratie zerstört“, sagte Tietz am Donnerstag zum Auftakt der Kirchensynode in Frankfurt am Main. Sie verwies auf das „Regierungsprogramm“ der AfD Sachsen-Anhalt, wo im September die Landtagswahl ansteht. In der Präambel werde die Menschenwürde nicht erwähnt, nur noch „gewisse Grundrechte“, die eine bei der Wahl unterlegene Minderheit genießen könne.

Woher kommt die Zustimmung für extremistische Parteien?

Extremistische Parteien zögen ihre Zustimmung aus weltweiten Krisen, die Ängste und Überforderungsgefühle erzeugten, sagte die
Kirchenpräsidentin. Die Erfahrung von Verlusten und die Angst vor sozialem Abstieg würden von Populisten zu Zorn, Ressentiment und
Empörung aufgeladen. Sie schürten das Misstrauen in Bereichen wie Wissenschaft und Medien und bildeten „Misstrauensgemeinschaften“
gegenüber dem Staat. Extremisten vermittelten das Gefühl, scheinbar wieder handlungsfähig zu werden. In Wirklichkeit aber erzeugten sie
ein von Misstrauen vergiftetes Vertrauen, dessen Ausgrenzungsdynamik weitere Menschen zum Opfer fielen.

Tietz: Kirche stärkt „Menschenwürde-Demokratie“

Die Kirche dagegen stärke die „Menschenwürde-Demokratie“, bekräftigte Tietz. Nach biblischer Überzeugung sei jeder Mensch Gottes Ebenbild und zum freien, verantwortungsvollen Handeln befähigt. In der Kirche machten Menschen die Erfahrung, „dass das eigene Handeln einen Unterschied macht“. Hier kämen unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch. Tietz betonte, die Kirche wolle „das Kriterium der Demokratiestärkung“ in den Blick nehmen. „Wir können Menschen wieder zum Hoffen verhelfen. Das nimmt die Furcht“, sagte sie.