Proteste rund um die A49

Kirchliche Beobachterin im Dannenröder Forst leicht verletzt

Dannenröder Forst
Leonhard Lenz
Umweltaktivisten protestieren gegen die Rodung eines Teils des Dannenröder Forsts.

Die evangelische Kirche schickt neutrale Beobachterinnen und Beobachter zu den Protesten im Dannenröder Forst. Am Wochenende ist eine von ihnen zwischen die Fronten geraten.

Bei Protesten gegen den Bau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst ist eine kirchliche Beobachterin leicht verletzt worden. Die Ehrenamtliche sei am Samstag von Polizisten zu Boden gedrückt worden, teilte das Dekanat Vogelsberg in Alsfeld mit. Als die Frau sich als kirchliche Beobachterin zu erkennen gegeben habe, hätten die Beamten von ihr abgelassen.

„Dynamische Einsatzsituation“

Neben Schmerzen habe die Beobachterin den Verlust ihrer Brille beklagt, die bei der Polizeiaktion zu Bruch gegangen sei. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Marburg habe die Verletzungen dokumentiert. Die Polizei habe den Vorfall mit der „dynamischen Einsatzsituation“ erklärt, teilte das Dekanat mit. „Wir bedauern sehr, dass nun erstmals eine unserer Ehrenamtlichen zu Schaden kam“, sagte die Vogelsberger Dekanin Dorette Seibert, „und wir hoffen sehr, dass sich unsere Beobachterin bald erholt“.

Die Ehrenamtlichen der evangelischen Kirche sollen von den Geschehnissen im Dannenröder Forst berichten, als Ansprechpartner für alle Parteien zur Verfügung stehen und deeskalierend wirken.

Anzeige gegen Polizeibeamte

Am Samstag war auch eine Aktivistin verletzt worden, die mehrere Meter über dem Boden auf einer Euro-Palette gesessen und abgestürzt war. Am Wochenende davor hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben, auch dabei war eine A49-Gegnerin verletzt worden. Die Polizei bestätigte unterdessen, dass die verletzte kirchliche Beobachterin eine Anzeige gegen die beteiligten Beamten gestellt habe. Weitergehende Erkenntnisse gebe es dazu jedoch nicht.

Durch den Dannenröder Forst bei Stadtallendorf soll ein Teilstück der zu bauenden Autobahn 49 laufen. Dafür sollen 85 Hektar des rund 1.000 Hektar umfassenden Waldes gerodet werden. Er gilt als ökologisch wertvoll, unter anderem weil er eine Population des seltenen Kammmolchs beheimatet. Die Trasse führt außerdem durch ein Wasserschutzgebiet. Am Sonntag wurden die Rodungsarbeiten unterbrochen. Die Protestlager werden geräumt und dabei kam es schon zu mehreren Verletzungen. Die Fronten im Ausbau rund um die A49 sind verhärtet.