Vorsätze

Mein Vorsatz: Der Seesack bleibt gepackt

Gudrun Migliorini

Gute Vorsätze für das neue Jahr? Das habe ich schon lange aufgegeben. Ich lebe da eher nach dem Motto: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.“

Aber Vorhaben, ja, die habe ich durchaus. Im November 2019, draußen war es so richtig eklig, kalt, grau und nass, saßen wir mit guten Freunden zusammen und haben von unserem gemeinsamen Hobby Segeln gesprochen. Malerische Sonnenuntergänge auf dem Meer tauchten vor unserem geistigen Auge auf, eine sanfte Brise und beinahe konnten wir das Wasser unter dem Kiel rauschen hören. Und ja, warum nicht?

Wir müssen unbedingt mal wieder zusammen segeln gehen. Warm sollte es sein, nicht zu voll und das Segelrevier abwechslungsreich und möglichst nicht gezeitenabhängig. Schnell war ein mögliches Ziel gefunden, die griechische Inselwelt der Kykladen sollte es sein.

Stornieren kommt nicht infrage

Ein paar Abstimmungstelefonate und der Plan stand. Ende September erschien uns als guter Zeitpunkt. Luft und Wassertemperatur noch warm, das Gros der Urlauber nicht mehr da und die gefürchteten Herbststürme noch nicht in Sicht. Nach wenigen Wochen war alles fix und die Zeit der Vorfreude begann.

Dann brach die Corona-Pandemie über uns herein. Nach und nach gab es immer mehr Einschränkungen im täglichen Leben und je weiter das Jahr voranschritt, desto öfter häuften sich die Klagen von Freunden und Bekannten über abgesagte oder verschobene Urlaubsreisen. Mir hat das alles nichts ausgemacht, ich war sicher, segeln im September in Griechenland, das geht. Stornieren? Das kommt nicht infrage.

Alles sieht gut aus

Schließlich waren die Infektionszahlen in Griechenland moderat und eine Reisewarnung gab es auch nicht. Der Seesack war schon fast gepackt, da erreichte uns die Nachricht, dass die Flüge verschoben wurden. Ärgerlich, aber wir sind ja flexibel. Vier Tage vor Abreise kam dann der Schock, die Flüge wurden alle storniert.

Was nun? Ein paar hektische Telefonate und die Alternative stand. Statt segeln in der Ägäis kann man sich auch auf der Ostsee herrlich den Wind um die Nase wehen lassen. Shorts und Top raus aus dem Seesack, Fleeceshirts und Jeans rein, das geht auch. Und eins hat sich mal wieder bewahrheitet: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.“ 

Ach so, den Törn in die Ägäis haben wir uns nun für Herbst 2021 vorgenommen