Gesellschaft

Eine Fastenexpertin erklärt, warum der Verzicht gut ist

Host Lotte Mattes und Gast Steffi lächeln sich an und sitzen auf Stühlen im Podcast-Studio.
Emily Nowak
Steffi Hermann erzählt auch, wie sie gerne privat fastet: Mit ihrem Partner in den Bergen, um so auch viel wandern zu können.

Könntest du eine Woche fasten, also nichts Festes essen? Steffi Hermann begleitet Menschen als Fastenkursleiterin und kennt die Herausforderungen.

Fasten startet eigentlich schon vor dem Verzicht. Das macht Fastenkursleiterin Steffi Hermann deutlich. Sie begleitet unter anderem das Heilfasten nach der Methode von Otto Buchinger.

Im Gespräch für den Podcast „Echt gefragt - der Talk mit Lotte“ erzählt mir die 58-Jährige, dass wir idealerweise eine Woche vorher mit der Vorbereitung starten. Also Tag für Tag:

  • weniger Kaffee trinken
  • weniger Süßes essen
  • insgesamt weniger Kalorien zu uns nehmen

So bereiten wir uns mental und körperlich gut auf den Verzicht von fester Nahrung vor. Während des Fastens sind in ihren Kursen Tee, Brühe und Wasser erlaubt. Wasser verfeinert Steffi häufig mit Obststücken oder Heilkräutern, für den Geschmack und Nährstoffe.


Der Verzicht auf Kaffee ist auch für mich das Schwierigste.

Körper erneuert Zellen während des Fastens

Fasten fördert die Zellerneuerung und Zellreinigung und die Leber kann durch das Fasten zur vermehrten Entgiftung angeregt werden. 

Fasten ist ein Anti-Aging-Programm, das man schnell merkt. 

Steffi Hermann betont, dass sie in ihren Kursen auch erlebt, dass Menschen, die unter Krankheiten wie Rheuma, Bluthochdruck und Migräne leiden, Erfolge durch das Fasten erzielen.

Zu den Effekten gibt es keine großen wissenschaftlichen Studien, aber es gibt kleinere. Zum Thema Migräne zum Beispiel. Hier verweist die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) auf eine Studie von Roman Lipecki aus dem Jahr 1990, die zeigt, dass Migräneanfälle bei über 90% der Patienten viel besser wurden. 

Wenn du selbst überlegst, zu fasten, solltest du vorher mit deinem Hausarzt Rücksprache halten. Denn Fasten ist nicht für jeden Menschen sinnvoll. Außerdem gibt es einige Fastenarten, die je nach Lebensstil passen können. 

Die ÄGHE empfiehlt, 7 bis 10 Tage zu fasten, plus einen Vorbereitungstag davor und drei Tage anschließend langsam das Essverhalten wieder zu normalisieren.

Mit dem Fasten selbstständig gemacht

Steffi sitzt auf einem Stuhl, die Beine übereinander geschlagen.
Emily Nowak
Steffi erzählt auch über die Darmreinigung, die einfach zum Fasten dazu gehört, aber auch schambehaftet und etwas unangenehm ist.

Steffi hat vor ihrer Selbstständigkeit in einer Reha-Klinik gearbeitet. Mit Mitte zwanzig hat sie das erste Mal selbst in einem Kloster in Thüringen gefastet. Diese Erfahrung begeisterte sie von Anfang an. Die bewusste Auszeit und die intensive Zeit mit sich selbst sowie den Anschluss an die Fastengruppe waren sehr bereichernd für sie. 

Währenddessen hat sie aber auch gesehen, wie viele Menschen ein Päckchen zu tragen haben und wie das Fasten belasteten Menschen geholfen hat.

Vor fünf Jahren hat Steffi sich selbstständig gemacht und bietet inzwischen viele Angebote rund ums Fasten an.

Hast du schon Mal gefastet?

Wie geht es dir mit dem Thema Fasten? Hast du schon Mal gefastet und wie ging es dir damit?

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