Gesellschaft

Probleme in der Ausbildung? 6 Tipps, die dir im Job helfen

Ein erfahrener und älterer männlicher Mitarbeiter gibt der weiblichen Auszubildenden Anweisungen in der Metallindustrie
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Stress, Kritik oder Zweifel in der Ausbildung? Finde heraus, wo das Problem liegt, wie du es ansprichst und wann du dir Unterstützung holen solltest.

Quelle: EKHN.de

Neue Aufgaben, längere Arbeitstage, Feedback von Vorgesetzten: Beim Start in die Ausbildung verändert sich viel auf einmal. Manche Schwierigkeiten gehören zur Umstellung. Andere solltest du ansprechen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Muss ich da jetzt durch?“ Sondern: Was ist gerade das Problem und welcher nächste Schritt passt dazu?

Du bist neu und unsicher? Frag nach

Du verstehst eine Aufgabe nicht oder kennst einen Ablauf noch nicht? Dann frag nach. Du machst eine Ausbildung, weil du etwas lernen willst: nicht, weil du schon alles können musst.

Am besten weißt du von Anfang an, wer deine Fragen beantworten kann: etwa deine Ausbildungsanleitung, ein*e Mentor*in oder eine andere erfahrene Person im Betrieb.

Diese Fragen helfen:

  • „Können Sie mir zeigen, wie das funktioniert?
  • Worauf soll ich bei dieser Aufgabe achten?
  • „An wen kann ich mich wenden, wenn später noch Fragen auftauchen?“

Fragen gehören zum Lernen. 

Wenn dir aber dauerhaft niemand etwas erklärt oder sich niemand für deine Ausbildung zuständig fühlt, liegt das Problem nicht bei deiner Unsicherheit. Dann stimmt etwas an der Ausbildung im Betrieb nicht.

Junge weibliche Auszubildende transportiert ein Gerät mit einem Kran in einer Werkstatt
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Du bist ständig platt? Schau auf deinen neuen Alltag

Früher aufstehen, pendeln, den ganzen Tag konzentriert arbeiten: Dein Alltag kann sich mit dem Ausbildungsstart stark verändern. Ausbilderin Dunja Arnold-Kramer beobachtet, dass Azubis gerade am Anfang Zeit brauchen, um sich an diesen neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Frag dich nach den ersten Wochen: Spielt sich mein Alltag langsam ein, oder bleibt kaum noch Energie für mein Leben außerhalb der Arbeit?

Schlaf, Pausen und freie Zeit zählen dabei genauso wie deine Arbeitsstunden. Deine Freizeit muss nicht auch noch möglichst produktiv sein.

Bleibt die Erschöpfung über längere Zeit, schau genauer hin

  • Sind deine Arbeitstage sehr lang?
  • Belastet dich das Pendeln?
  • Fehlen Pausen?
  • Machst du häufig Überstunden? 

Dann geht es nicht nur darum, dich besser an den neuen Alltag zu gewöhnen.

Du bekommst Kritik? Frag, was du ändern sollst

Feedback gehört zur Ausbildung. Es soll dir zeigen, was schon funktioniert und was du noch lernen kannst.

Laufbahnberaterin Tanja Bergelt sagt: „Kritik bewertet dich nicht als Person, sondern nur dein Verhalten. Und das kannst du ändern.“

Wenn du nach einer Rückmeldung nicht weißt, was von dir erwartet wird, frag:

  • „Was soll ich beim nächsten Mal anders machen?“
  • „Können Sie mir zeigen, wie das Ergebnis aussehen soll?“

Auch der Ton zählt. Kritik an deiner Arbeit ist etwas anderes als ein persönlicher Angriff.

Dazu passt ein christlicher Gedanke, den Tanja Bergelt in ihre Beratung einbringt: Fehler dürfen bewertet werden. Der Wert eines Menschen steht dabei nicht zur Bewertung.

Du zweifelst an deiner Ausbildung? Trenne Beruf und Betrieb

Azubi an einer Maschine
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„Vielleicht ist diese Ausbildung nichts für mich“ ist ein großes Urteil. Bevor du daraus eine Entscheidung machst, zerlege den Gedanken.

Frag dich:

  • Mag ich die Tätigkeiten grundsätzlich?
  • Bekomme ich genug Anleitung?
  • Fühle ich mich vor allem in diesem Betrieb unwohl?
  • Ist der neue Arbeitsrhythmus das Problem?
  • Hatte ich vom Beruf andere Vorstellungen?

Auch dein Berichtsheft kann helfen: Was hast du in den vergangenen Wochen gelernt? Welche Aufgaben fallen dir inzwischen leichter? Welche machen dir mehr Spaß? Und wo geht es seit Wochen nicht voran?

Verwaltungswirtin Julia Löwel empfiehlt, über länger anhaltende Zweifel mit vertrauten Personen zu sprechen: „Wenn deine Erwartungen an den Beruf und die Realität über längere Zeit sehr weit auseinandergehen, dann sprich mit vertrauten Personen darüber.“

Bevor du über einen Abbruch entscheidest, stell dir eine weitere Frage:

Welches Problem würde ein Abbruch für mich lösen?

Wenn deine Antwort zum Beispiel lautet „Dann müsste ich nicht mehr in diesem Betrieb arbeiten“, könnte der Betrieb das Problem sein, und nicht unbedingt der Beruf.

3 Personen im Büro im Gespräch
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Das Gespräch bringt nichts? Hol dir Unterstützung

Ein festgefahrener Konflikt ist nicht mehr allein deine Aufgabe. Wenn ein Streit eskaliert, empfiehlt Julia Löwel, das Gespräch zunächst zu unterbrechen und später fortzusetzen. So hast du Zeit, deine Sicht zu sortieren und dir Unterstützung zu holen.

Im Betrieb können je nach Unternehmen etwa der Betriebsrat oder die Mitarbeitendenvertretung helfen. Du kannst auch darum bitten, dass jemand von dort bei einem weiteren Gespräch dabei ist.

Bereite vorher drei Fragen für dich vor:

  • Was ist passiert?
  • Was habe ich bereits versucht?
  • Was soll sich ändern?

Wenn sich trotz solcher Unterstützung nichts verändert oder du dich mit dem Problem nicht an eine Stelle im Betrieb wenden möchtest, gibt es externe Beratung.

Hier bekommst du Hilfe außerhalb deines Betriebs

Die Industrie- und Handelskammern beraten Auszubildende bei Problemen und Konflikten. In Hessen gibt es entsprechende Angebote, zum Beispiel bei der IHK Darmstadt und der IHK Frankfurt am Main.

Auch die Bundesagentur für Arbeit informiert darüber, welche Möglichkeiten du bei Problemen während der Ausbildung hast.

Wann solltest du handeln?

Nicht jede Unsicherheit ist ein Warnsignal. Und nicht jedes Problem lässt sich lösen, indem du dich nur mehr anstrengst.

Entscheidend ist, welche Art von Problem du hast: Manche Dinge brauchen Zeit. Manche eine klare Frage. Manche ein Gespräch. Und manchmal ist der richtige nächste Schritt, dir Unterstützung zu holen.

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