Quelle: EKHN.de
Neue Aufgaben, längere Arbeitstage, Feedback von Vorgesetzten: Beim Start in die Ausbildung verändert sich viel auf einmal. Manche Schwierigkeiten gehören zur Umstellung. Andere solltest du ansprechen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Muss ich da jetzt durch?“ Sondern: Was ist gerade das Problem und welcher nächste Schritt passt dazu?
Du verstehst eine Aufgabe nicht oder kennst einen Ablauf noch nicht? Dann frag nach. Du machst eine Ausbildung, weil du etwas lernen willst: nicht, weil du schon alles können musst.
Am besten weißt du von Anfang an, wer deine Fragen beantworten kann: etwa deine Ausbildungsanleitung, ein*e Mentor*in oder eine andere erfahrene Person im Betrieb.
Diese Fragen helfen:
Fragen gehören zum Lernen.
Wenn dir aber dauerhaft niemand etwas erklärt oder sich niemand für deine Ausbildung zuständig fühlt, liegt das Problem nicht bei deiner Unsicherheit. Dann stimmt etwas an der Ausbildung im Betrieb nicht.
Früher aufstehen, pendeln, den ganzen Tag konzentriert arbeiten: Dein Alltag kann sich mit dem Ausbildungsstart stark verändern. Ausbilderin Dunja Arnold-Kramer beobachtet, dass Azubis gerade am Anfang Zeit brauchen, um sich an diesen neuen Rhythmus zu gewöhnen.
Frag dich nach den ersten Wochen: Spielt sich mein Alltag langsam ein, oder bleibt kaum noch Energie für mein Leben außerhalb der Arbeit?
Schlaf, Pausen und freie Zeit zählen dabei genauso wie deine Arbeitsstunden. Deine Freizeit muss nicht auch noch möglichst produktiv sein.
Bleibt die Erschöpfung über längere Zeit, schau genauer hin:
Dann geht es nicht nur darum, dich besser an den neuen Alltag zu gewöhnen.
Feedback gehört zur Ausbildung. Es soll dir zeigen, was schon funktioniert und was du noch lernen kannst.
Laufbahnberaterin Tanja Bergelt sagt: „Kritik bewertet dich nicht als Person, sondern nur dein Verhalten. Und das kannst du ändern.“
Wenn du nach einer Rückmeldung nicht weißt, was von dir erwartet wird, frag:
Auch der Ton zählt. Kritik an deiner Arbeit ist etwas anderes als ein persönlicher Angriff.
Dazu passt ein christlicher Gedanke, den Tanja Bergelt in ihre Beratung einbringt: Fehler dürfen bewertet werden. Der Wert eines Menschen steht dabei nicht zur Bewertung.
Ein festgefahrener Konflikt ist nicht mehr allein deine Aufgabe. Wenn ein Streit eskaliert, empfiehlt Julia Löwel, das Gespräch zunächst zu unterbrechen und später fortzusetzen. So hast du Zeit, deine Sicht zu sortieren und dir Unterstützung zu holen.
Im Betrieb können je nach Unternehmen etwa der Betriebsrat oder die Mitarbeitendenvertretung helfen. Du kannst auch darum bitten, dass jemand von dort bei einem weiteren Gespräch dabei ist.
Bereite vorher drei Fragen für dich vor:
Wenn sich trotz solcher Unterstützung nichts verändert oder du dich mit dem Problem nicht an eine Stelle im Betrieb wenden möchtest, gibt es externe Beratung.
Die Industrie- und Handelskammern beraten Auszubildende bei Problemen und Konflikten. In Hessen gibt es entsprechende Angebote, zum Beispiel bei der IHK Darmstadt und der IHK Frankfurt am Main.
Auch die Bundesagentur für Arbeit informiert darüber, welche Möglichkeiten du bei Problemen während der Ausbildung hast.
Nicht jede Unsicherheit ist ein Warnsignal. Und nicht jedes Problem lässt sich lösen, indem du dich nur mehr anstrengst.
Entscheidend ist, welche Art von Problem du hast: Manche Dinge brauchen Zeit. Manche eine klare Frage. Manche ein Gespräch. Und manchmal ist der richtige nächste Schritt, dir Unterstützung zu holen.
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