Social Media birgt Risiken für junge Menschen. Aber ausgerechnet Jugendliche von den Plattformen auszuschließen, greift zu kurz. Vor allem, wenn über ihren Schutz diskutiert wird, ohne sie ernsthaft zu beteiligen.
Genau das passiert in der Debatte um ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige. Die Lösung klingt einfach: Altersgrenze setzen, Zugang sperren. Nur liegt das Problem nicht allein bei den Jugendlichen, die Social Media nutzen. Es liegt auch bei den Plattformen, die mit Aufmerksamkeit und Daten Geld verdienen.
In vielen Lebensbereichen fordert die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau (EJHN) mehr echte Beteiligung. Wir, Jule und Jan-Niklas aus dem Vorstand der EJHN, lehnen ein pauschales Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige ab.
Wer vor allem Jugendliche aussperrt, verschiebt die Verantwortung.
Und selbst wenn sich ein Verbot lückenlos durchsetzen ließe: Mit dem 16. Geburtstag bekommt niemand automatisch mehr Medienkompetenz.
Gleichzeitig sind digitale Räume für Jugendliche nicht nur Zeitfresser. Sie sind Orte für Austausch, Freundschaften und Beteiligung.
Gerade wenn vor Ort Treffpunkte, Jugendräume oder passende Angebote fehlen, findet Gemeinschaft eben auch online statt. Wer diese Räume beschränkt, muss diejenigen beteiligen, die sie nutzen.