Hier baut sie sich ein neues Leben auf. Anfang 2026 hat sie ihr Studium der Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main abgeschlossen, ihre journalistische Karriere verfolgt sie weiter. So ist sie etwa Teil des journalistischen Ausbildungsprojekts Medienstarter in Frankfurt vom Netzwerk Journalismus.
Aber ihre Eltern und ihre jüngere Schwester bleiben in ihrer Heimatstadt San Cristóbal, im Westen des Landes, zurück. Das sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagt sie. In der Nacht zum 3. Januar 2026 haben die USA Venezuela angegriffen und Präsident Nicolás Maduro entführt. Seitdem ist die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez vorübergehend Regierungschefin.
Im Interview mit Alexandra Barone von evangelisch.de und Selina Groß von indeon.de erzählt die 25-Jährige von dieser Entscheidung.
Deine Mutter ist Journalistin. Wie war die Situation der Journalisten in Venezuela vor dem US-Angriff? Was erhoffen sich deine Mutter und ihre Kolleg*innen von der Zukunft?
Isabella: In Venezuela gibt es seit Langem keine Presse- und Meinungsfreiheit mehr. Davon sind Journalist*innen besonders betroffen. Zensur gehört zum Alltag, kritische Berichterstattung über die Regierung ist praktisch unmöglich, ohne persönliche Konsequenzen zu riskieren - von Entlassung bis hin zur Festnahme.
Journalist*innen leben in ständiger Angst, etwas „Falsches“ zu sagen und können ihren Beruf nicht frei ausüben. Auch während weltweit über die Festnahme Maduros berichtet wird– innerhalb Venezuelas nicht.