Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 mit 43,8 Prozent gewonnen und wurde mit Abstand die stärkste Kraft. Christliche und jüdische Jugendverbände warnen nach dem Wahlergebnis vor Folgen für Religionsfreiheit, Erinnerungskultur und soziale Angebote der Kirchen.
Die Partei will laut Wahlprogramm unter anderem das Kirchenasyl unterbinden, den staatlichen Kirchensteuereinzug abschaffen und Staatsleistungen einstellen. Die Jugendverbände fürchten zudem Folgen für ihre Arbeit und deren Finanzierung.
Darüber sprechen wir in diesem Interview mit Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth aus Magdeburg und Inga Wichmann, Referentin beim Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland. Es geht um das Wahlverhalten junger Menschen, politische Beteiligung, mögliche Kürzungen und die Frage, welche Rolle Kirche und Jugendverbände jetzt spielen können.
Wie ist Ihre Reaktion auf das Wahlergebnis?
Peter Herrfurth: Mich hat das Wahlergebnis nicht überrascht. Erschreckend ist es trotzdem für mich, dass Stimmungen und Stimmungsmache einen erheblichen Bevölkerungsanteil veranlassen, eine gesichert rechtsextreme Partei zu wählen.
Dies wird Folgen für Menschen und Organisationen haben.
Ich sorge mich um Personen, die durch das Wahlprogramm der AfD angegriffen werden, als Menschen mit migrantischen Wurzeln, als queere Personen, als Eltern beeinträchtigter Kinder.
Zivilgesellschaftliche Organisationen werden es spüren, wenn sie sich nicht auf die populistischen Forderungen nach einem patriotischen Bekenntnis einlassen. Der Ton wird schärfer. Ich befürchte einen Zuwachs von verbalen und physischen Übergriffen.