Fastenzeit

Fasten in der Pandemie? Geht gar nicht!

Redakteurin Angela Wolf
Kommentar von Angela Wolf

In diesem Jahr fällt die Fastenzeit komplett in eine Krise. In eine Krise, die von Verzicht und Enthaltung geprägt ist. „7 Wochen ohne“ klingt da fast wie ein schlechter Witz.

Wenn fasten bedeutet, durch Verzicht bewusster zu Erleben, Dinge klarer zu sehen und das eigene Handeln in Frage zu stellen, sind wir alle geläutert wie nie.

Fastenzeit

Als Fastenzeit bezeichnen die Christen den Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern. Hier erinnern sie an das Leiden und Sterben Jesu Christi.

Passion & Fasten während Corona bei der EKHN

Seit nun fast einem Jahr begleitet uns das Corona-Virus, das alles auf den Kopf stellt. Unseren Alltag. Unser Miteinander. Alles Gewohnte.

Sicher: wir verzichten nicht auf Schokolade, Alkohol oder üppiges Essen. Bestimmt auch nicht auf sinnloses Fernsehgucken und darauf, über das Maß hinaus an einer Konsole zu daddeln. Das wäre ja noch schöner.

Wir verzichten Dank Corona schon auf vieles

Nein. Wir verzichten auf Gemeinschaft, auf das Treffen der Familie und das unserer Freunde. Wir verzichten auf Kultur, das geliebte Konzert oder einen netten Kinoabend. Wir verzichten auf unsere Freiheit.

Christen fasten 7 Wochen 

7 Wochen Ohne

Die evangelische Aktion 7 Wochen Ohne will helfen, die Fastenzeit bewusst zu erleben und zu gestalten. Jedes Jahr unter einem anderen Motto.

Zu Aktionsseite 7wochenohne.de

Das Motto der Fastenaktion der Evangelischen Kirche im vergangenen Jahr hieß „7 Wochen ohne Pessimismus“.

Der erste Lockdown folgte kurz darauf. Das ist fast schon zu komisch.

Nicht pessimistisch zu sein ist jetzt, in dieser Zeit, ein hohes Gut. Dafür brauchen wir Kraft, Süßkram ohne Ende, gutes Essen, und viele gute Serien.

7 Wochen ohne Blockaden? Das geht an der Realität vorbei!

Ob wir die kommenden sieben Wochen ohne Blockaden überstehen, ist allerdings fraglich. Das diesjährig aufgerufene Motto ist gut gemeint, geht allerdings an der Realität vorbei.

Es bleibt uns allen zu hoffen, dass die Blockaden nicht ganz so schwerwiegend ausfallen und sich beim ersten Festival nach dem Lockdown wieder raustanzen lassen. Oder raussingen, mitgrölend bei einem Lieblingssong.

Fasten in diesem Jahr ist out. Schlicht zu viel verlangt.

Besser ist das Motto: Alles, was geht, darf sein. Und davon gerne zu viel