Christliche Feiertage

Was wird an Pfingsten gefeiert?

Warum feiern wir Pfingsten?
gettyimages/Alek_Koltukov

Weihnachten, Ostern, Pfingsten - das sind die hohen christlichen Feiertage. Doch worum geht es eigentlich an Pfingsten? Wir erklären das hier.

Pfingsten beginnt mit einer Art Lockdown. Die Jüngerinnen und Jünger hocken 50 Tage nach Ostern, nach Jesu Auferstehung und seiner Himmelfahrt, in einem Haus in Jerusalem. Sie haben sich verbarrikadiert, trauen sich nicht vor die Tür, aus Angst vor den Soldaten, die Jesus getötet haben. Sie beten zusammen.

Zungen wie von Feuer, die sich verteilten

„Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ So steht es in der biblischen Apostelgeschichte (2,1-21). Ihre Trübsal ist wie weggeblasen, sie laufen hinaus und erzählen begeistert von Jesus.

Was wird an Pfingsten gefeiert?

Pfingsten ist für Christinnen und Christen das Fest der Sendung des Heiligen Geistes und gilt als Geburtstag der Kirche. Damit endet die 50-tägige Osterzeit. Deshalb auch der Name Pfingsten: Pentekoste. Das stammt aus dem Altgriechischen und heißt der 50. (Tag).

Bis zum vierten Jahrhundert feierten Christen an Pfingsten sowohl die Himmelfahrt Christi als auch den Heiligen Geist. Nachdem sich für Christi Himmelfahrt ein eigener Festtag herausgebildet hat, wurde Pfingsten eigenständig das Fest für Gottes Geistkraft.

Stadt voller Leute aus Ägypten, Kreta, Kappadokien

In Jerusalem lockt dieses seltsame Ereignis eine neugierige Menschenmenge an. Es ist gerade das jüdische Pfingstfest. Die Stadt ist voll von Frauen und Männer aus allen möglichen Ländern, aus Ägypten, Rom, Kreta, Kappadokien und vielen mehr. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, verstehen einander nicht.

Plötzlich versteht jede und jeder, was die anderen sagen

Doch jetzt geraten sie „außer sich vor Staunen“, denn jeder hört plötzlich die Jüngerinnen und Jünger in ihrer eigenen Muttersprache reden, verstehen von einem Augenblick zum anderen, was der oder die andere sagt.

Betrunken - und das schon so früh am Morgen?

Einige meinen, die Jünger seien „voll des süßen Weines“, betrunken also. Und das am frühen Morgen. Das weist Petrus entschieden zurück: Nicht der Wein, Gottes Geistkraft macht sie ausgelassen vor Freude.

Pfingsten und der Heilige Geist

In der Bibel ist der Heilige Geist die schöpferische Macht allen Lebens.

Die Liebe Gottes, die Jesus Christus verkündet und gelebt hat, ist nach seiner Himmelfahrt nicht weg. Sie wirkt weiter als Gottes Geistkraft. Sie überwindet Grenzen zwischen Menschen.

Dafür steht das Sprachenwunder an Pfingsten, von dem die Apostelgeschichte erzählt. Die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus inspiriert die ganze Welt, über die Unterschiede von Sprache und Herkunft hinweg.

Der Geist wirkt - die Jünger sind motiviert

Von diesem erstaunlichen Moment an empfindet sich die Schar der Jünger jedenfalls als Gottesvolk. Der Geist wirkt, er stellt eine Beziehung her zu Jesus. Die Unterschiede in Sprache und Herkunft trennen auf einmal nicht mehr.

Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche

Die Welt steht offen. Viele Leute wollen fortan mit ihnen beten und an Jesus glauben. So verbreitet sich die Kunde von Tod und Auferstehung Jesu. Pfingsten gilt seitdem vielen als der Geburtstag der Kirche.    

Verstehen: dort stehen, wo der Standpunkt des anderen ist

Was aber hat es mit Gottes Geistkraft auf sich? Wie und wo wirkt sie?

Überall dort, wo plötzlich ein anderer Geist weht, der zusammenbringt. Wenn Verschiedenheit nicht trennt, sondern Menschen einander verstehen. Verstehen heißt ja, dass ich dort zu stehen versuche, wo der Standpunkt des anderen ist.

Wo jemand hilfsbereit ist, steigt Gott hinab und ist spürbar

Und wenn man nicht einer Meinung ist, macht das nichts, wenn das Bemühen um Verständnis da ist. Da wirkt der Geist der Achtung vor dem anderen. Überall dort, wo jemand hilfsbereit ist, steigt Gott hinab auf die Erde und ist spürbar. Wo jemand neuen Lebensmut gewinnt, sich begeistern lässt, über sich hinauswächst, ungeahnte Talente entdeckt, da lebt Gottes Geist und verbindet Menschen.

Erzähl uns von deinem Pfingstwunder

Plötzlich verstehen die Menschen also, was die Jüngerinnen und Jünger von Jesus erzählen. Diese Geschichte ist auch als das Pfingstwunder bekannt. Welcher Moment in deinem Leben war dein persönliches Wunder? 

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Wir sind gespannt auf deine Geschichte.