Christliche Feiertage

Pfingsten: Was feiern Christen an diesem Feiertag?

Pfingsten einfach erklärt
gettyimages/Andry Djumantara

Pfingsten gehört neben Ostern und Weihnachten zu den wichtigsten christlichen Feiertagen. Doch was wird überhaupt an Pfingsten gefeiert?

Pfingstmontag – ein weiterer Feiertag, den du der christlichen Tradition verdankst. Pfingstmontag 2022 ist übrigens am 6. Juni. Aber warum hast du eigentlich frei? Und was feiern Christ:innen an Pfingsten überhaupt?

Pfingsten: Einer der wichtigsten christlichen Feiertage

Was bisher geschah:

  • Weihnachten: Geburt von Jesus Christus
  • Ostern (etwa 30 Jahre später): Kreuzigung und Auferstehung
  • Himmelfahrt: Jesus verlässt die Erde

Pfingsten: 50 Tage nach Ostern hocken also die Jüngerinnen und Jünger von Jesus Christus in einem Haus in Jerusalem. Sie haben sich verbarrikadiert, trauen sich nicht vor die Tür, aus Angst vor den Soldaten, die Jesus getötet haben. Sie beten zusammen.

Heiliger Geist kommt über Jünger:innen

Nun wird es abgefahren. Die Apostelgeschichte (2,1-21) beschreibt es in etwa so: Vom Himmel her kommt ein heftiges Brausen, ein Sturm in dieses Haus hinein. „Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Alle Furcht und Trübsal fallen von ihnen ab und sie gehen raus in die Welt und erzählen begeistert von Jesus Christus.

Sprachenwunder von Pfingsten

Du brauchst eine schnelle Info: Pfingsten erklärt in unter einer Minute

Was wird an Pfingsten gefeiert?

Pfingsten ist für Christinnen und Christen das Fest der Sendung des Heiligen Geistes und gilt als Geburtstag der Kirche. Damit endet die 50-tägige Osterzeit. Deshalb auch der Name Pfingsten: Pentekoste. Das stammt aus dem Altgriechischen und heißt der 50. (Tag).

Bis zum vierten Jahrhundert feierten Christen an Pfingsten sowohl die Himmelfahrt Christi als auch den Heiligen Geist. Nachdem sich für Christi Himmelfahrt ein eigener Festtag herausgebildet hat, wurde Pfingsten eigenständig das Fest für Gottes Geistkraft.

Pfingsten bei der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Also erst Mal nur in Jerusalem. Die Stadt ist voll von Frauen und Männer aus allen möglichen Ländern: aus Ägypten, Rom, Kreta, Kappadokien und vielen mehr. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, verstehen einander nicht.

Das seltsame Ereignis in dem Haus lockt eine neugierige Menschenmenge an. Es ist gerade das jüdische Pfingstfest.

Nun kommt der Clou: Die Menschen vor dem Haus hören das, was die Jüngerinnen und Jünger sagen und verstehen es. Es klingt so, als würden sie in der jeweiligen Muttersprache reden.

Wie der heilige Geist wirkt

Einige meinen, die Jünger seien „voll des süßen Weines“, betrunken also. Und das am frühen Morgen. Das weist Petrus entschieden zurück: Nicht der Wein, Gottes Geistkraft macht sie ausgelassen vor Freude.

Pfingsten und der Heilige Geist

In der Bibel ist der Heilige Geist die schöpferische Macht allen Lebens.

Die Liebe Gottes, die Jesus Christus verkündet und gelebt hat, ist nach seiner Himmelfahrt nicht weg. Sie wirkt weiter als Gottes Geistkraft. Sie überwindet Grenzen zwischen Menschen.

Dafür steht das Sprachenwunder an Pfingsten, von dem die Apostelgeschichte oben erzählt. Die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus inspiriert die ganze Welt, über die Unterschiede von Sprache und Herkunft hinweg.

Von diesem erstaunlichen Moment an empfindet sich die Schar der Jünger jedenfalls als Gottesvolk. Der Geist wirkt, er stellt eine Beziehung her zu Jesus. Die Unterschiede in Sprache und Herkunft trennen auf einmal nicht mehr.

Pfingsten = Geburtstag der christlichen Kirche

Die Welt steht offen. Viele Leute wollen fortan mit ihnen beten und an Jesus glauben. So verbreitet sich die Kunde von Tod und Auferstehung Jesu. Pfingsten gilt seitdem vielen als der Geburtstag der Kirche.

Was Pfingsten heute noch bedeutet

Was aber hat es mit Gottes Geistkraft auf sich? Wie und wo wirkt sie?

Überall dort, wo plötzlich ein anderer Geist weht, der zusammenbringt. Wenn Verschiedenheit nicht trennt, sondern Menschen einander verstehen. Verstehen heißt ja, dass ich dort zu stehen versuche, wo der Standpunkt des anderen ist.

Wo jemand hilfsbereit ist, steigt Gott hinab und ist spürbar

Und wenn man nicht einer Meinung ist, macht das nichts, wenn das Bemühen um Verständnis da ist. Da wirkt der Geist der Achtung vor dem anderen. Überall dort, wo jemand hilfsbereit ist, steigt Gott hinab auf die Erde und ist spürbar.

Wo jemand neuen Lebensmut gewinnt, sich begeistern lässt, über sich hinauswächst, ungeahnte Talente entdeckt, da lebt Gottes Geist und verbindet Menschen.

Erzähl uns von deinem Pfingstwunder

Plötzlich verstehen die Menschen also, was die Jüngerinnen und Jünger von Jesus erzählen. Diese Geschichte ist auch als das Pfingstwunder bekannt. Welcher Moment in deinem Leben war dein persönliches Wunder? 

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Wir sind gespannt auf deine Geschichte.