Den ersten Creative Hub baute das Team in der Grenzstadt Awdijiwka, die inzwischen von russischen Truppen eingenommen und weitgehend zerstört worden ist. Aufhalten ließ sich das Team dadurch aber nicht. Mit Hilfe von Spendengeldern wurde nur kurze Zeit später ein neuer Hub in Kyjiw eröffnet. Dort sollen Kindern während Workshops und Kunsttherapien die Möglichkeit bekommen, ihre Erlebnisse auf nonverbale Weise zu verarbeiten. Stoffe, Pinsel und bunte Papiere werden zu Werkzeugen, um Gefühle auszudrücken, die sich sonst schwer in Worte fassen lassen.
Kreativität gegen Trauma: Was die Workshops bewirken
„Einmal haben wir rollenweise bunte Stoffe und Nähmaschinen besorgt, um gemeinsam mit den Kindern Kissen zu gestalten“, erinnert sich der Grafikdesigner. Aus den ursprünglich geplanten Kissen entstanden Kuscheltiere. Manche über zwei Meter groß. „Die Größe der Kuscheltiere oder die Anzahl der Arme war bei dieser Aufgabe völlig egal. Wir wollten, dass sich die Kinder richtig austoben“, betont Lupo. Eines der teilnehmenden Kinder schenkte das fertige Kuscheltier anschließend seinem jüngeren Bruder. Dieser hatte nachts Probleme mit dem Einschlafen. Bei einem anderen Projekt wurden Instrumente aus Kriegsschrott gebaut, die anschließend für ein Konzert genutzt wurden.
„Diese Kinder haben Gewalt erlebt – körperliche und seelische“, betont Lupo. „Ihre Heimat ist zerstört worden, Bomben sind neben ihren Zimmern eingeschlagen und ihre Schulen haben sich in Ruinen verwandelt“, viele von ihnen zeigen laut dem Grafikdesigner deutliche Anzeichen von Traumata. Aus diesem Grund sind bei jedem Workshop Kunsttherapeuten ein fester Bestandteil des Teams.