Auch in der Corona-Krise:

Spenden macht glücklich

PortraitAndreas Fauth
Kommentar von Andreas Fauth

Die Deutschen bleiben spendabel – trotz Corona-Krise. Das ist erstmal eine gute Nachricht, denn zu Beginn der Krise hatte so manche Hilfsorganisation mit einem Einbruch bei den Spenden gerechnet. Anders sieht es aber auf lokaler Ebene aus: Die Tafeln, aber auch viele gemeinnützige Vereine bekommen deutlich weniger Unterstützung.

Zwischenton bei Hit Radio FFH vom 09.12.2020

Trotz Corona-Krise, Kurzarbeit und einem unsicheren Blick aufs nächste Jahr bleiben die Deutschen spendabel. Im ersten Halbjahr 2020 sind nach Angaben der GfK Marktforschung sogar rund 31 Millionen Euro mehr gespendet worden als im Vorjahreszeitraum. Das Geld ging vor allem an größere gemeinnützige Organisationen – bei vielen Tafeln fehlt es dagegen an Unterstützung. Auch viele Vereine haben zu leiden, der Rückgang an Spenden bringt sie in existenzielle Nöte. Der Grund: Oft fehlt es an Veranstaltungen, auf denen zum Beispiel die Kirchengemeinde oder die örtliche Feuerwehr um Spenden werben kann. Veranstaltungen sind in Corona-Zeiten eben Mangelware.

Freudige Bescherung: 6,2 Millionen für Waldsolms

Da lob ich mir die Idee eines mittlerweile verstorbenen Ehepaares aus Waldsolms im Taunus. Das Ehepaar hat sein Vermögen an die Gemeinde vererbt – immerhin rund 6,2 Millionen Euro, die nun der Kommune, der dortigen Infrastruktur und damit zum Beispiel auch der Kindertagesstätte zugutekommen können. Eine freudige Bescherung für Waldsolms so kurz vor Weihnachten. Zu Lebzeiten war das Ehepaar äußerst erfolgreich an der Börse tätig. Die Gemeinde, als Ersatzerbe eingesetzt, profitiert nun davon.

Eine Spende ist wie eine gute Tat, eine Spende macht glücklich.

Auch wenn wir sicherlich nicht zu den Leuten gehören, die so viel Geld auf der hohen Kante liegen haben, bin ich davon überzeugt: Auch nach einem schwierigen Corona-Jahr dürfen wir unsere Spendenlust nicht verlieren. Selbst wenn wir unsicher in die Zukunft blicken, gibt es genug Menschen, die unsere Solidarität benötigen, gerade jetzt. Mit jeder Spende verbindet sich für mich deshalb auch ein gutes Gefühl: Eine Spende ist wie eine gute Tat, eine Spende macht glücklich.

Zwischenton

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Dabei kommt es übrigens gar nicht so sehr auf die Menge an, oder was wir spenden: Wenn jeder gibt, was er geben mag und was er geben kann, haben wir alle was davon. Armen Menschen wird geholfen, die Tafeln können auch in der Corona-Krise vielfältige Lebensmittel anbieten. Vereine können weitermachen, ehrenamtliches Engagement wird so belohnt. Letztlich hält jede Spende die Gesellschaft zusammen, die in dieser Krise so polarisiert und gespalten ist, wie lange nicht mehr.

Es kommt auf uns alle an, wie es in unserem Land weitergeht. Wir wissen noch nicht, wie sich die zweite Hälfte des Corona-Jahres auf unsere Spendenbereitschaft auswirkt. Deshalb ist weiterhin Solidarität gefragt. Auch wenn wir in diesem Jahr vielleicht kleinere Päckchen packen oder etwas weniger in die Spendentüte tun. Hauptsache: wir sind dabei. Sonst müssten wir wohl auch auf dieses Glücksgefühl verzichten, das wir bei einer Spende, bei einem Geschenk verspüren dürfen. Und das wäre doch gerade Weihnachten sehr schade.