Soziales

Vom Slum in Kolkata nach Hollywood: Markus Freudiger

Ein Mann mit schwarzem Shirt, weißen Haaren und Brille vor pinker Wand.
Hoffnungsmensch

In Kolkata entstand aus einer kleinen Idee ein Sozialunternehmen mit Verbindungen nach Hollywood. Heute setzt sich Markus Freudiger für Menschen mit Lepra ein.

Anfang der 2000er Jahre ziehen Markus Freudiger und seine Frau Katharina von der Schweiz nach Indien. Ihr neues Zuhause liegt direkt am Rand eines Slums in Kolkata. Rund 30.000 Menschen leben dort entlang einer Eisenbahnlinie in einfachen Hütten. 

Toiletten gibt es kaum. Während des Monsuns verwandelt sich der Slum in eine knietiefe Kloake. „Du kannst dir vorstellen, was da alles im Wasser schwimmt und wie es riecht“, erinnert sich Markus.

Statt sofort Hilfsprojekte zu starten, lernen die Freudigers zunächst die Menschen kennen. Sie bauen Freundschaften auf und hören zu. Besonders prägend wird die Begegnung mit Jaya, einer jungen Frau aus der untersten Kaste.

Gefangen im Kastensystem

„Sie war hochintelligent“, erzählt Markus. „Trotzdem war sie gefangen in diesem System.“ Das Kastensystem ist zwar offiziell abgeschafft, prägt aber bis heute das Leben vieler Menschen. Für viele Familien scheint ein Ausbruch aus Armut und Perspektivlosigkeit unmöglich. Das zu sehen, sagt Markus, war das Schlimmste.

Sie wussten: Ich kann mich anstrengen, aber es wird sich nichts ändern.

Markus Freudiger

Von Kolkata nach Hollywood

Gemeinsam mit Frauen aus dem Slum startet das Ehepaar Nähkurse. Daraus entsteht später ein Sozialunternehmen. Die Frauen erhalten faire Löhne, führen den Betrieb selbst und tun das bis heute.

Eines Tages entdeckt eine britische Modedesignerin ihre handgefertigten Decken aus recycelten Saris, den traditionellen indischen Gewändern. Sie bringt die Produkte nach Europa und stellt Kontakte zu Filmproduzenten her. Schließlich landen die Stoffe bei den Kostümbildnern der Filmreihe „Fluch der Karibik.“

„Die Schauspieler liebten diese Decken“, erzählt Markus im Podcast HOFFNUNGSMENSCH.

Ein Mann mit schwarzem Shirt, weißen Haaren und Brille hinter Podcastmikrofon. Im Hintergrund pinke Wand und blauer Screen mit Aufschrift "Hoffnungsmensch".
Hoffnungsmensch

Aus einem kleinen Nähprojekt wird eine Erfolgsgeschichte. Neue Werkstätten entstehen. Markus schätzt, dass inzwischen mehr als 1.000 Frauen dadurch Arbeit und eine neue Perspektive gefunden haben.

Hoffnung für Menschen mit Lepra

Heute lebt Markus wieder in der Schweiz. Doch Indien lässt ihn nicht los. Als Geschäftsführer der Schweizer Lepra-Mission setzt er sich für Menschen ein, die an Lepra leiden – einer Krankheit, die schon in biblischen Zeiten gefürchtet war.

In Deutschland ist Lepra praktisch ausgerottet. Weltweit erkranken jedoch jedes Jahr rund 200.000 Menschen. Unbehandelt kann die Infektionskrankheit Nerven schädigen und zu schweren Behinderungen führen.

Viele Betroffene leiden zudem unter sozialer Ausgrenzung. Markus hat zahlreiche Lepra-Patienten besucht. Besonders bewegt ihn, dass viele von ihren Familien gemieden werden.

Sie liegen seit Monaten im Krankenhaus und niemand kommt sie besuchen.

Markus Freudiger

Dabei ist Lepra deutlich weniger ansteckend, als viele vermuten. Früh erkannt ist die Krankheit heute heilbar. Trotzdem halten sich Vorurteile und Aberglaube hartnäckig.

Genau dort setzt die Arbeit der Lepra-Mission an. Sie hilft Betroffenen medizinisch, klärt über die Krankheit auf und kämpft gegen ihre Stigmatisierung.

Viele denken immer noch, Lepra sei ein göttlicher Fluch oder unheilbar.

Markus Freudiger

Ein Mann mit schwarzem Shirt, weißen Haaren und Brille hält ein Buch. Daneben ein zweiter Mann mit weißem Hemd, Brille und grauen Haaren. Podcastmikrofon daneben. Im Hintergrund pinke Wand und blauer Screen mit Aufschrift "Hoffnungsmensch".
Hoffnungsmensch
Markus Freudiger stellt im Podcast HOFFNUNGSMENSCH sein Buch vor

Warum Markus für Menschen da sein will

Frauen aus den Slums, Menschen mit Lepra, Ausgegrenzte und Vergessene: Markus Freudigers Herz schlägt für Menschen, die von anderen oft übersehen werden. Geprägt wird diese Haltung von seinem christlichen Glauben. „Jesus hat Menschen geliebt und war für sie da“, sagt Markus.

Ob in den Slums von Kolkata oder heute im Einsatz für Menschen mit Lepra: Markus möchte Hoffnung konkret werden lassen. Er will Menschen neue Perspektiven eröffnen und ihnen zeigen, dass ihr Wert nicht von Herkunft, Armut oder Krankheit abhängt.

Was treibt einen Menschen dazu an, sein Leben für andere einzusetzen? Die ganze Geschichte von Markus Freudiger gibt es in der aktuellen Folge von HOFFNUNGSMENSCH.

Was denkst du: Kann ein einzelner Mensch wirklich das Leben vieler Menschen verändern? Diskutier mit uns auf Social Media oder schreib uns eine Mail an die Redaktion.

Instagram

TikTok

Facebook