Leos Weg in die rechtsextreme Szene beginnt mit Angst und Gewalt. Seine Kindheitserinnerungen sind geprägt von seinem Alkoholiker-Vater, der im Suff immer wieder zuschlägt. „Angst und Ohnmacht waren die Grundgefühle meiner Kindheit“, sagt Leo rückblickend.
Er erzählt: Mit zwölf Jahren beginnt er, selbst zu trinken. Was ihm zunächst wie ein Ausweg erscheint, entwickelt sich rasch zur Abhängigkeit. Mit 14, sagt er heute, sei er bereits alkoholabhängig gewesen.
Er hört Schallplatten mit Reden Adolf Hitlers, liest „Mein Kampf“ („Ich fand es langweilig“) und beschäftigt sich immer stärker mit dem Nationalsozialismus. Nicht aus einer bereits gefestigten politischen Überzeugung, sagt er. Ihn hätten zunächst die Versprechen von Stärke, Ordnung und Zugehörigkeit angesprochen.
„Hitler sagte mir: ‚Du bist in Ordnung‘“, beschreibt er seine Gefühle von damals im Podcast Hoffnungsmensch. Denn „er hat eine vermeintliche heile Welt in meine hineingesprochen, die eben nicht heile war“.