Gesellschaft

Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich lost am Flughafen bin?

Daniel steht hinter einem Tresen am Frankfurter Flughafen. Er lacht in die Kamera und trägt eine gelbe Weste.
privat

Daniel McMackin hilft ehrenamtlich am Frankfurter Flughafen, wenn Menschen Pässe, Gepäck oder die Nerven verlieren.

Daniel McMackin hasst Flughäfen. Eigentlich hasst er den Stress, der mit dem Reisen kommt, die Ängste etwas vergessen zu haben. Genau deshalb ist er seit 2023 ehrenamtlich beim kirchlichen Sozialdienst am Frankfurter Flughafen aktiv. Denn wer der 42-Jährige am Flughafen helfen darf und selbst nicht verreist, ist der Stress weg. 

Beim kirchlichen Sozialdienst bekommst du am Flughafen Hilfe

Er unterstützt Passagiere zum Beispiel, wenn sie den Reisepass und das Smartphone auf der Toilette liegen lassen. Das ist wirklich passiert. Dank Daniel hat die Passagierin aber alles wiedergefunden und hat ihren Flug noch rechtzeitig erwischt. 

Einer der größten Fehler, den Menschen machten, sei den Flughafen zu verwechseln

Sie verwechseln den Frankfurter Flughafen mit Frankfurt-Hahn.

In den Nächten vor der Podcastaufnahme hatte ich einige Flughafenalpträume: Vergessene Reisepässe, Flug verpasst, Gepäck weg. Daniel kennt diese Alpträume auch, gerade als US-Amerikaner sei es für ihn eine zusätzliche Herausforderung, bei Reisen an alles zu denken, erzählt er.

Das ist der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere

Wenn du am Flughafen nicht weiter weißt, kannst du ins Terminal 1 Gebäude 201 HBK 023 gehen. Außerdem gibt es ein Beratungsbüro. Da kannst du von Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und am Freitag bis 15 Uhr ins Terminal 1 gehen. In der Halle C Abflug, gegenüber Ausgang 8, links neben Condor-Schalter 753 findest du den Schalter. Für mehr Infos könnt ihr einfach hier draufklicken. 

Daniel hilft Reisenden aus aller Welt

Daniel lebt mit seinen zwei Kaninchen, namens Mellow und Popcorn in Dietzenbach. Das ist im Landkreis Offenbach. Zum Terminal 1, wo der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere sitzt, braucht er mit dem Zug rund eine Stunde. Vor allem die Rückfahrten bringen ihn immer zum Nachdenken, weil ihm die Geschichten der Menschen, die er getroffen hat, nachgehen. Daniel ist gebürtiger US-Amerikaner. Aber er spricht sehr gut deutsch, da er Germanistik studiert hat. Durch die Reisegäste aus aller Welt, ist es für ihn ideal, dass er Deutsch und Englisch sprechen kann, da er so die Anliegen sehr vieler Passagierinnen und Passagiere versteht. 

Hilfe bei Stress am Frankfurter Flughafen

Während seiner sechs Stunden langen Schichten beantwortet Daniel vor allem eine Frage immer wieder: Wo ist die nächste Toilette? Aber er hilft auch in angespannten Situationen. Er bespaßt zum Beispiel Kinder, deren Eltern im Stress sind, weil Flüge ausgefallen sind oder es Probleme mit dem Visum gibt. Auch Reisende, die von einem anderen Flughafen nach Frankfurt kommen und sich nicht zurechtfinden, unterstützt er. Manchmal wird es noch persönlicher: Einmal hat Daniel einen Mann beruhigt, der wegen Problemen mit seinem Flug eine Panikattacke bekommen hat.

Mentale Unterstützung für Menschen aus Kriegs - und Krisengebieten

Außerdem unterstützt Daniel deutsche Staatsbürger, die aus Kriegs- und Krisenregionen nach Deutschland zurückkehren. Er erzählt von einem Mann, der mit seiner Familie in Gaza gelebt hat. 

Durch den Krieg und die gefährliche Situation hat er seine Familie nach Hause geschickt. Da die Lage aber nicht besser wurde, wollte er nachkommen. Das war sehr schwierig und er habe nur unter Beschuss fliehen können

Als er schließlich in Frankfurt ankam, war das auch für Daniel ein herausfordernder Moment. „Ich wusste erst gar nicht, was man einem Menschen sagen soll, der so etwas erlebt hat“, erzählt er.

Er habe ihn erstmal ausruhen lassen. Das war an Karsamstag 2025. Daniel hatte die Idee Süßigkeiten zu kaufen. Gemeinsam besorgten sie Ostergeschenke, die der Mann seinen Kindern dann mitbringen konnte. 

Ich habe ihm gesagt, was er für ein guter Papa ist.

Appel an Eltern: Nehmt euch Zeit, wenn ihr mit Kindern am Flughafen seid

Für mich ist der Flughafen vor allem eins: aufregend und anstrengend. Inzwischen reisen wir zu viert. Wir fliegen selten, aber wenn, dann kann es mit Kindern schnell stressig und angespannt werden. Vor allem dann, wenn sowieso schon alles unter Zeitdruck steht. Obwohl es ja eigentlich um etwas sehr Schönes geht: Eine gemeinsame Reise, eine Auszeit. 

Daniel erinnert uns Eltern daran, wirklich viel Zeit einzuplanen, um so wenig Stress wie möglich zu haben und mit den Kindern eine schöne Zeit am Flughafen verbringen zu können

Wie geht es euch bevor ihr am Flughafen abhebt?

Wie geht es euch vor Flugreisen und wusstet ihr, dass es Ehrenamtliche vor Ort gibt, die euch bei Problemen unterstützen?

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