Fußball-EM 2020

Interview mit dem Fußball-Gott: Die Hand im Spiel

Die Hand Gottes im Fußballspiel
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Was sagt der Fußball-Gott zur Europameisterschaft. Nimmt er Einfluss auf ihren Ausgang?

Die Fußball Europameisterschaft beginnt. Was sagt der Fußballgott dazu? Wolfgang Weissgerber hat ihn gefragt.

Lieber Gott, hast Du bei der Fußball-EM wieder Deine Hand im Spiel?

Fußballgott: Ich muss doch sehr bitten! Was heißt hier wieder? Nur weil Maradona – ich hab‘ ihn selig – damals von der Hand Gottes geschwafelt hat? Dieser koksende Argentinier hat den Ball ganz allein ins Tor befördert, mit seiner Hand.

Also ist es völlig zwecklos, für den Sieg zu beten, lieber Fußballgott?

Fußballgott: Natürlich nicht. Beten sollt ihr immer, je öfter, desto lieber. Ob es etwas nützt …

Aber ein paar Spiele schaust Du Dir schon an?

Fußballgott: Na klar, im Stadion!

Und wo?

Fußballgott: Da halt ich es mit dem alten Andy Möller: Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien.

Dort sind aber keine Spiele.

Fußballgott: Schaun-mer mal, sagte der heilige Franz. Nicht von Assisi, der Beckenbauer.

Schauen denn die Schiedsrichter eigentlich immer genau hin, lieber Fußballgott?

Fußballgott: Selbstverständlich. Aber was sie dann so sehen, haben sie manchmal ziemlich exklusiv. Zum Beispiel wie der Frank Rijkaard einmal dem Rudi Völler ins Genick gespuckt hat und der Schiri einfach beide vom Platz gestellt hat. Damit kommen wir wieder zurück zur Eingangsfrage, ob ich beim Fußball die Hand im Spiel habe. Weltmeister sind die Holländer jedenfalls noch nie geworden …

Oh, vielen Dank! Der Fußballgott ist also doch mit uns?

Fußballgott: Vorsicht, Erdling! Übertreibt es nicht! Mir ist übrigens zu Ohren gekommen, dass ihr einen gewissen Alex Meier als Fußballgott bezeichnet habt. Einen Hamburger in Frankfurt! Es kann nur einen geben! Aber Tore schießen konnte er, dass muss ich zugeben. Und immer fair.

Fairplay ist Dir also wichtig.

Fußballgott: Unbedingt. Obwohl – den Zidane damals im WM-Endspiel Frankreich-Italien konnte ich schon verstehen, mit seinem Kopfstoß gegen Materazzi. Als Vorbild hätte er das natürlich nicht tun dürfen. Aber wenn einer meine Schwester beleidigt, gibt’s auf die Zwölf. Jedenfalls hätte der Italiener auch Rot sehen müssen.

Apropos Schwester – wie stehst Du eigentlich zum Frauenfußball?

Fußballgott: Muss es wohl einfach geben. Viel besser fände ich allerdings gemischte Teams. Bei den Amateuren soll’s ja bald so weit sein. Wäre doch cool, wenn Alexandra Popp den Neuer tunnelt, oder Merle Frohms ‘nen Elfer von Lewandowski hält.

Du kennst dich ja richtig aus, lieber Fußballgott.

Fußballgott: Das will ich meinen, mein Menschlein. Deshalb habe ich zum Abschluss unseres Gesprächs noch einen guten Rat für euch. Ihr hattet doch mal so eine tolle Schiedsrichterin. Die Steinhaus hat den Männern richtig die Flötentöne beigebracht. Sie soll sich mit anderen Frauen zusammentun, um  euren korrupten DFB auf Vordermann zu bringen. Bibiana for President! Und jetzt lass mich. Ich muss noch ein wenig am Trainerkarussell drehen.