Blog: PandeMOMtobe

Nie mehr alleine – die Kleine ist überall dabei

Redakteurin Charlotte Mattes als MOM to be
Esther Stosch

Viele Mütter berichten, dass der Bauch in der zweiten Schwangerschaft deutlich schneller wächst und Müdigkeit und ein Erschöpfungszustand viel früher und stärker eintreten, als in der ersten Schwangerschaft. So geht es auch Charlotte, sie erzählt hier über ihre Schwangerschaft während der Pandemie.

Wenn ich in den Spiegel gucke, bin ich manchmal erstaunt, WAS für einen Umfang ich habe. Bislang war es auf dem Fahrrad super angenehm. Aber jetzt geht das leider nicht mehr. Aber Action gibt es auch so genug.

Teil 6 von PandeMOMtobe

Bauch – wie groß willst du denn noch werden? Tschüss Fahrrad.

So langsam habe ich den Eindruck zu explodieren und das in der 27. Schwangerschaftswoche… Letztes Mal hatte ich eine kleinere Kugel zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft. Bücken, langes Sitzen, Schuhe binden. Alles wird zur Herausforderung. Auch merke ich es an vielen Kommentaren von Freunden und Bekannten, die erstaunt sind, WIE rund ich schon bin.

Das ist auch eine generelle Besonderheit während einer Schwangerschaft, die Kommentare zum Körper. Die meisten sind nett gemeint und ich muss ja selbst häufig lachen, wenn ich mich mit meiner Kugel sehe. Trotzdem ist es auffällig, dass auch Menschen, die mir nicht nahe stehen, gern mal einen Kommentar fallen lassen und durch die Größe und Wölbung des Bauchs meinen erkennen zu können, welches Geschlecht mein Baby haben wird.

Warum hat jeder eine Meinung zu meinem Körper?

Das war in meiner vergangenen Schwangerschaft genauso, ich kenne es also schon, bin aber trotzdem jedes Mal wieder etwas verwirrt. Denn einem Kollegen, der stark auseinander gegangen ist, würde ich ja auch nicht einfach darauf ansprechen, dass sein Bäuchlein aber ordentlich an Volumen zugenommen hat…

Am liebsten würde ich ganz viel auf der Couch liegen und durchschnaufen, aber das ist nicht drin. Durch mein dauerhaftes Home-Office, wegen Corona, ist die Couch nur einen Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt. Aber meine Zweijährige will Action und spielen. Auch wenn es anstrengend ist, genieße ich die Zeit. Ich bewege mich dadurch viel.

 

Vielleicht hilft es ja für die Geburt so fit zu sein.

 

Eine kleine Auszeit haben wir uns genommen, als wir eine Woche mit Oma auf einem Bauernhof waren. Das tat gut. Die gemütliche Ferienwohnung lag direkt neben einem Spielplatz und auf dem Hof gab es Kühe, Schweine, Ziegen, Gänse...

Also viel zu sehen für die Maus und ich konnte einfach nur langsam umhertrotten und beim Meerschweinchen füttern zu gucken. Außerdem mussten wir hier keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, weil wir im Ferienhaus waren oder im Freien. Es war also auch eine kurze Pause von dem ständigen Gedankenkreisen um das Virus.

Meine Mutter hat mir zudem Aufgaben übernommen, wie schwere Sachen tragen und das hat schon mal geholfen. Denn Rückenschmerzen sind so langsam auch eine Begleiterin, auf die ich gut hätte verzichten können.

Als wir den Bauernhof verlassen fühle mich gut gewappnet für die nächste Arbeitswoche.

Beim Fahrradfahren ist der Bauch im Weg

In der 28. Schwangerschaftswoche merke ich: Leider geht Fahrradfahren nicht mehr. Der letzte Ausflug zum Spielplatz war unangenehm, alles hat gedrückt und geziept im Bauch.

Schade, denn das Fahren tat mir eigentlich gut und meine Kleine fährt auch so gern im Sitz mit. Wir sind täglich zur Krippe gefahren und waren auch sonst viel mit dem Rad unterwegs. Denn es fühlt sich schön an mit der enormen Gewichtszunahme einen Berg runter zu rollen. Plötzlich ist alles so leicht.

Naja, dann steigen wir jetzt auf das Dreirad um.
 

Das tolle Gefühl ist mittlerweile: Egal wo ich bin, alleine bin ich nie. Die Kleine im Bauch ist unglaublich aktiv. Gerade Geräusche findet sie spannend. Beim Händewaschen, was ja in dieser Zeit besonders häufig und gründliche ausfällt, bekomme ich feste Tritte, wenn das Telefon klingelt wird auch mal sanft geklopft und in Zoom-Meetings mit vielen unterschiedlichen Stimmen wirkt es, als wolle sie mit Hand und Fuß miterzählen.

Es rührt mich so sehr, dass mir manchmal Tränen in die Augen schießen.