Weltwärts Freiwilligendienst

Stromausfälle und kaum Wasser: So hat Simon den Klimawandel in Sambia erlebt

Immer weniger zu Essen, weniger Wasser vs. mehr Dürre und Dreck. Der 19-Jährige Simon hat in Sambia die Folgen des Klimawandels hautnah miterlebt.

Ein Jahr im Ausland ist der Traum vieler junger Menschen. Im Video lernst du Simon kennen, der sich diesen Traum erfüllen konnte. Doch die Realität ist nicht nur traumhaft, wie Simon schnell merken musste.

Simon konnte direkt nach dem Abi ins Ausland und war bis zum März 2020 in Sambia.
Jonas Schramm
Simon konnte direkt nach dem Abi ins Ausland und war bis zum März 2020 in Sambia.

„Zu den schlimmsten Zeiten hatten wir von 12 Uhr bis 24 Uhr keinen Strom und dann wieder zwischen 1 Uhr nachts und 13 Uhr“, berichtet Simon.  Die Stromversorgung in der Region ist von dem Kariba-Staudamm abhängig. Da aber der Wasserpegel an fast allen Tagen unter dem notwendigen Soll sei, könnten die Turbinen nicht genügend Strom erzeugen. Das Land ist abhängig von Staudämmen und laut dem deutschen Institut für Entwicklungspolitik unter anderem deswegen in einer Energiekrise.

Für zwei Tage genügend Wasser vorrätig haben

Daher gibt es in Sambia eine harsche Strom-Politik. Immer wieder wird in ganzen Regionen der Strom einfach abgeschaltet. „Teilweise bis zu 14 Stunden“, sagt Simon. Das hat auch Einfluss auf die Wasserversorgung des südafrikanischen Landes, denn die Pumpen laufen nicht ohne Strom. „Wir sind dazu übergegangen immer für zwei bis drei Tage Wasserreserven zu sammeln“, erzählt Simon.

Ins Ausland mit Brot für die Welt

Junge Menschen können mit Brot für die Welt nach Sambia, Costa Rica, Georgien, Kambodscha oder Kamerun kommen. In dem Weltwärts Freiwilligendienst unterstützen sie Projekten vor Ort.

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Duschen mit einem Becher

Deswegen hat der 19-jährige Münchner in Sambia auch mit einem Becher „geduscht“. In den Becher haben etwa 300 bis 400 Milliliter Wasser reingepasst. Simons persönlicher Rekord: „4 Becher inklusive Haare waschen.“ Als er das erste Mal zuhause wieder unter einer Dusche stand, ist er sich bewusst geworden, dass er auch in Deutschland sein Verhalten ändern will:

  • Ich habe meinen Fleischkonsum reduziert.
  • Ich versuche möglichst regional zu kaufen.
  • Ich kaufe möglichst wenige Sachen neu, gerade bei Kleidung.
In Sambia hat Simon vor allem bei Kindern und Jugendlichen gearbeitet.
Brot für die Welt/Jörg Böthling
In Sambia hat Simon vor allem bei Kindern und Jugendlichen gearbeitet.

„In Sambia trifft der Klimawandel die Menschen viel härter als uns hier. Wir sind doch insgeheim froh über die längeren Sommer“, sagt Simon. Er hat die Benachteiligung des Landes in der internationalen Politik berichtet bekommen und hat sich daher vorgenommen „meinen Blick auf die Hintergründe hinter die Produkten zu richten und nicht nur darauf zu achten, was am billigsten ist.“

Er ist sich sicher, wenn die Menschen in Europa keine Billig-Importe kaufen und ihren CO2-Abdruck verringern, könnte auch den Menschen in Sambia geholfen werden.