Gesellschaft

Memes, Manipulation, Mitreden

Collage einer jungen Frau auf grünem Hintergrund, sie hält ein Smartphone im Hintergrund ein altes Handy, dazu die Begfriffe "Mitreden, pr
gettyimages/Deagreez

Das Projekt MediaMaze bringt Medienbildung dorthin, wo Jugendliche täglich scrollen. Das Ziel: Manipulation erkennen und besser handeln.

von Veronika Nanieva

Politik-Memes auf Instagram, Partei-Funktionäre im Tinder-Feed, KI-generierte Fake-News auf der Four-You-Page bei TikTok oder Desinformationen in der WhatsApp-Familiengruppe: Politik entscheidet sich nicht nur in Parlamenten, sondern auch im Alltag. Jeden Tag prasseln Informationen, Bilder und Meinungen auf uns ein. Sie richtig einzuordnen, fällt schwerer denn je.

Politik im Social-Media-Alltag verstehen

Wer sich in diesem Strom orientieren will, braucht mehr als technisches Wissen. Es geht darum:

  • Quellen zu prüfen
  • Inhalte einzuordnen
  • Manipulation zu erkennen

Das heißt: Erkennen, wann ein „Fakt“ Meinung ist und wann ein virales Video gezielt manipuliert. Dafür braucht unsere Gesellschaft Medienkompetenz. Diese Fähigkeit entscheidet darüber, ob Menschen in einer Demokratie mitreden können.

3 Personen sitzen vor einer Buchwand - in der Mitte sitzt eine junge Frau, rechts und links zwei junge Männer.
MediaMaze
Das Team von MediaMaze

Stärkere Medienkompetenz für demokratische Teilhabe

Genau hier setzt das Projekt MediaMaze der Jungen Akademie Frankfurt an. Die Projektleitenden wollen Demokratiebildung und Medienkompetenz miteinander verbinden.

Eine von ihnen ist Amelie Oberwallner. Sie beschreibt ihre eigene Erfahrung so: „Ich war politisch interessiert, hatte aber keine Ahnung von Medien.“

Viele junge Menschen erleben genau diese Lücke. Deswegen setzt das Team hier an. Junge Menschen sollen verstehen, wie Medien funktionieren, wie Meinungen entstehen und wie Inhalte gezielt emotionalisiert werden. 

Lehrkräfte werden zu Medienkompetenz-Profis

Statt Jugendliche direkt anzusprechen, verfolgt MediaMaze einen strategischen Ansatz: Das Projekt schult Lehrkräfte, damit sie Medienkompetenzen langfristig an Schüler:innenweitergeben. In Workshops lernen sie unter anderem, wie sie Inhalte aus sozialen Netzwerken im Unterricht analysieren oder Desinformation konkret thematisieren können. Ziel ist ein Multiplikatoreffekt: Nicht nur Einzelne erreichen, sondern ganze Klassen.

In der Evangelischen Akademie veranstaltet MediaMaze auch 2026 den Kongress und die Ideenmesse „MACHT Medien!“. Bei der Begrüßung wird das Motto an die Wand gebeamt, 4 Personen stehen auf der Bühne, das Publikum schaut zu.
MediaMaze

Im Projekt versteht das Team Medienkompetenz nicht als Zusatzwissen, sondern als Voraussetzung demokratischer Teilhabe. Wer eigene Positionen entwickeln, Manipulation erkennen und sich an gesellschaftlichen Debatten beteiligen will, muss Medienmechanismen verstehen. Junge Menschen sollen so als aktive Akteur:innen demokratischer Prozesse ernst genommen werden.

Gegen Hass, Hetze und Desinformation

Deshalb veranstaltet MediaMaze seit 2024 eine Ideenmesse, bei der sich pädagogische Fachkräfte und Schülervertretende treffen können, um über Chancen und Grenzen dieser Bildungsarbeit zu diskutieren. 2026 hat beispielsweise der SWR einen Workshop zu Fake-News auf TikTok angeboten, während die Bildungsstätte Anne Frank zur Radikalisierungsprävention mit dem Serious Game Hidden Codes informiert hat.

Welche Tipps hast du, um mit den Fake-News und Manipulationen umzugehen? Schreib uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle: 

Instagram

Facebook

In Zeiten zunehmend emotionaler und polarisierter Debatten versteht sich MediaMaze als Teil eines größeren gesellschaftlichen Prozesses. Medienkompetenz wird zu demokratischer Selbstverteidigung – und junge Menschen stehen dabei nicht am Rand dieser Entwicklung, sondern in ihrem Zentrum.

Demokratiebildung in der Jungen Akademie Frankfurt

Das Projekt MediaMaze ist im Rahmen der Jungen Akademie Frankfurt entstanden. Seit 2017 vergibt die Evangelische Akademie jährlich 30 ideelle Stipendien an Menschen unter 30 Jahren. So können sie eigene Demokratieprojekte entwickeln und umsetzen. Auch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung trägt das Programm mit. 

Die Junge Akademie will jungen gesellschaftlich-engagierten Menschen Raum, Struktur und Unterstützung geben. Damit sie Demokratie nicht nur theoretisch diskutieren, sondern praktisch erfahrbar machen.