Was folgt, sei das Gefühl, versagt zu haben, was tiefer in die Essstörung treiben kann, erklärt die Expertin. „Jeder einzelne Beitrag für sich wäre gar nicht so schwierig, aber die große Summe an Beiträgen und das ständige Beschäftigen mit der Körperform führt dazu, dass die Personen immer tiefer reinrutschen.“
Social Media allein löse aber keine Essstörung aus, sondern könne vielmehr ein Antreiber für die Erkrankung sein, erklärt Micaela Neumann. Denn Magersucht ist eine „multifaktorielle“ Erkrankung, wird also durch verschiedene Faktoren – genetische, psychische oder soziale – ausgelöst.
Immer mehr Magersüchtige
Die Zahl der Magersüchtigen hat in Deutschland stark zugenommen. Das stellt auch Micaela Neumann in der Beratungsstelle in Esslingen deutlich fest. Gerade seit der Coronapandemie seien die Zahlen stark in die Höhe gegangen. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 97 Klientinnen und Klienten in die Beratung. 2024 waren es 73. Auch die Zahl der Beratungskontakte hat sich seit 2022 fast verdoppelt (von 263 auf 454).