Gesellschaft

Jetzt pflanzen für den nächsten Hitzesommer

Frau pflanzt Pflanzen in ihren Garten
gettyimages/KenTannenbaum

Der Hitzesommer hat gezeigt, welche Beete schnell austrocknen. Mit passenden Wildstauden kannst du deinen Garten jetzt robuster machen.

von Vivian Mayr

Sommer 2026 - ein Hitzesommer: Viele Beete sind ausgetrocknet. Welche Pflanzen mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen, erklärt Wildstauden-Expertin Irmela Harz.

Eine Frau mit weißen Haaren und gelbem Oberteil steht unter einem Baum, viel Grün viel Licht, sie lächelt freundlich.
Vivian Mayr

Seit rund zehn Jahren arbeitet sie in der Gärtnerei des Schlockerhofs in Hattersheim mit heimischen Wildstauden. Die EVIM-Einrichtung bietet Menschen mit Lernschwierigkeiten oder körperlichen Behinderungen qualifizierte Arbeitsplätze.

„Es ist ja jeder Standort anders“, sagt Harz. Manche Stauden gedeihen selbst in der prallen Sonne und kommen mit ausgetrockneten Böden gut zurecht. Andere brauchen feuchte Erde oder einen schattigen Platz.

Erst der Standort, dann die Pflanze

Eine Pflanze mit dichten und wolligen lila Blütenstengeln
Vivian Mayr
Wollziest ist an trockene Standorte angepasst

Entscheidend ist deshalb nicht zuerst die Pflanze, sondern der Standort. Viele der Pflanzen, die Harz empfiehlt, sind sogenannte Wildstauden. Sie wurden nicht züchterisch verändert, heißt es auf dem Gartenportal Gartenfreunde, sondern wachsen so auch in der Natur. Heimische Arten sind an wechselhaftes Klima angepasst und kommen deshalb auch mit heißen Sommern gut zurecht.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät dazu, Pflanzen passend zu den Bedingungen im Beet auszuwählen. Heimische Stauden, die von Natur aus an heißen und trockenen Orten wachsen, kommen meist auch im Garten gut mit Hitze und wenig Wasser zurecht.

Für Plätze in der prallen Sonne empfiehlt Harz beispielsweise:

  • Mauerpfeffer
  • Dachwurz
  • Wollziest 

Laut dem Wildstauden-Katalog des Schlockerhofs speichert Mauerpfeffer Wasser in seinen fleischigen Blättern und wächst selbst auf trockenem, anspruchslosem Boden. Der Botanische Garten Gütersloh erklärt, dass die feine Behaarung des Wollziests als Verdunstungsschutz wirkt und die Blattoberfläche isoliert.

Ähnliche Pflanzen führt der NABU für trockene und sonnige Beete auf. 

  • Berglauch
  • Bergaster
  • Sand-Thymian. 

Besonders Sand-Thymian kommt sogar mit magerer, sandiger Erde zurecht.

Harz zählt außerdem die Goldgarbe zu den Pflanzen, die längere Zeit mit wenig Wasser auskommen. Der Katalog beschreibt sie als Staude für sonnige und warme Plätze, die im Sommer nur wenig Wasser benötigt.

Für eine halbschattige Stelle mit frischer bis feuchter Erde empfiehlt Harz die Bach-Nelkenwurz. Sie wächst natürlicherweise an Bachufern und auf feuchten Wiesen. Für schattigere Plätze nennt Harz außerdem die Engelwurz.

Wildstauden bieten Insekten Nahrung

Eine Pflanze auf einer Wiese. Sie hat grüne Stengel und dichte lila Blütendolden
Vivian Mayr
Der „Gewöhnliche Natternkopf“ bietet Wildbienen Nahrung.

Wildstauden haben nicht nur Vorteile für Gartenbesitzer. Viele heimische Arten bieten zugleich Wildbienen und andern Insekten Nahrung. „Da hat kein Züchter dran rumgedoktert und größere Blüten erzeugt“, erklärt Harz.

Der BUND empfiehlt für Wildbienen heimische, vielfältige Blühpflanzen. Dazu zählt auch der Gewöhnliche Natternkopf. Ungefüllte Blüten erleichtern den Tieren den Zugang zu Pollen und Nektar. Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten können außerdem vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung bieten.

Klein anfangen statt alles umzugestalten

Nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz verfügen rund 36 Millionen Menschen in Deutschland über einen privaten Garten. Das sind etwa 44 Prozent der Bevölkerung. Zahlreiche Balkone und Terrassen kommen noch hinzu. Schon kleine Veränderungen können deshalb zusammengenommen einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Pflanzkisten mit verschiedenen Stauden-Zöglingen. Im Hintergrund eine Wiese
Vivian Mayr
Am Schlockerhof wachsen verschiedene Wildstauden

Dafür muss nicht gleich der ganze Garten umgestaltet werden. Harz empfiehlt, zunächst mit einer kleinen Ecke oder einem Balkonkasten anzufangen und zu beobachten, was passiert.

Auch auf dem Balkon lässt sich etwas für Wildbienen tun. Der BUND empfiehlt dort unter anderem Glockenblumen oder Wiesensalbei. Auch Kräuter wie Thymian, Oregano oder Lavendel können Nahrung bieten, wenn sie blühen dürfen.

„Dann merken viele Menschen sofort, jetzt kommt ja ein Schmetterling zu mir oder eine Wollbiene oder eine Sandbiene“, erzählt Harz. 

Und das ist wunderbar.

Irmela Harz

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Wer seinen Garten oder Balkon an trockenere Sommer anpasst möchte, muss also nicht alles neu anlegen. Oft genügt es, den Standort genau zu betrachten und passende Wildstauden auszuwählen. 

So können Schritt für Schritt neue Lebensräume für Insekten entstehen, auch auf kleinen Flächen.

Und wie sieht es bei dir aus? Wäre in deinem Garten oder auf deinem Balkon noch Platz für ein paar Wildstauden?