Glaube

Lustigste Fails bei der Taufe: Nicht immer läuft alles nach Plan

Collage von 4 Personen-Portraits
Collage: indeon.de | privat

Findet eine Taufe statt, ist das ein sehr besonderer Moment, der mit viel Organisation und Hingabe verbunden ist. Blöd nur, dass sich Missgeschicke nur selten planen lassen. Vier Pfarrpersonen erzählen ihre lustigsten Tauf-Pannen.

Was die Taufe in der Theorie ausmacht, ist bekannt: 

  • Ein christliches Ritual, älter als die Religion selbst.
  • Das Wasser als Symbol der Reinheit.
  • Der Täufling wird offiziell Teil der Gemeinde.

Praktisch gesehen trennt aber eine unberechenbare Variable die Vorstellungen von der Realität: Kinder.

Verhandlungen vorm Taufbecken

Pfarrrin Daniela Opel-Koch vor einer dekorativen Wand. Sie lächelt in die Kamera.
Daniela Opel-Koch
Pfarrerin Daniela Opel-Koch musste hart verhandeln.

Für Pfarrerin Daniela Opel-Koch aus Idstein sind Taufen mit Kindern, die schon reden können, „immer besonders spannend“. „Ich frage in der Kirche nicht nur die Taufpaten und Eltern, ob sie möchten, dass das Kind getauft wird, ich frage natürlich auch den Täufling“, erklärt sie. 

Das kann auch nach hinten losgehen. Sie erinnert sich an ein Kind, dass mit einem langgezogenen „Neeeeeein!“ antwortete. Zu den Waffen einer Pfarrerin gehörten in dem Fall nicht nur ihre Gelassenheit und Ruhe, sondern auch Gummibärchen und Schokolade. Sie ging in die Verhandlungen und konnte das Kind für sich gewinnen. „Süßigkeiten sind manchmal die besten Argumente“, verrät sie. 

Ruhig bleiben, wenn Kinder ausbüxen

Jan Spangenberg steht  mit Brille und dunkler Weste lächelnd in einer modernen Kirche.
Selina Groß
Pfarrer Jan Spangenberg blieb ganz entspannt.

Überzeugende Argumente brauchte einmal auch Pfarrer Jan Spangenberg aus Oberursel. Als ein Täufling ausbüxt und quer durch die Kirche rennt, will sich das Kind unter der letzten Kirchenbank verstecken. „Das war da selbst mit Engelszungen nicht herauszubekommen“, erinnert er sich. „Die Eltern haben wirklich alles versucht, aber ich bin ganz cool geblieben.“

Der Pfarrer trägt nach 15 Minuten Unterbrechung kurzerhand die volle Taufschale mit nach hinten und wartet. Das Versteckspiel war dann auch vorbei und „als der Täufling endlich wieder bei seiner Mutter auf dem Arm war, habe ich im Schnellverfahren getauft.“ 

Perfektes Timing, wenn alles gleichzeitig passiert

Maike Kniese mit roter Brille und rosafarbenem Strickpullover sitzt in einem warm beleuchteten Wohnzimmer.
Aaron Kniese
Pfarrerin Maike Kniese hatte perfektes Timing.

Zeit spielt auch in der Tauf-Story von Pfarrerin Maike Kniese aus Diez eine große Rolle. Manchmal kommt aber auch eines zum anderen: Es ist Sonntag, die Kirche voll, alles vorbereitet – nur die Familie samt Täufling fehlt. „Das Baby hatte Hunger, da musste es natürlich noch einmal gefüttert werden. Dann war die Windel voll, die wurde auch gewechselt“, erzählt die Pfarrerin. Sie sieht es gelassen: „Gar kein Problem.“

Als die Familie endlich in der Kirche erscheint, der Schock: Die Taufkerze fehlt. Pflichtbewusst schnappt sich der Patenonkel des Babys die Haustürschlüssel der Familie und fährt die Kerze mitten im Gottesdienst holen. 

„In dem Moment, in dem ich sagte ‚Jetzt könnte ich die Kerze anzünden‘, kam der Pate mit der erhobenen Kerze durch den Mittelgang geeilt“, erinnert sich Maike Kniese. Rettung in letzter Sekunde. 

Überblick, wenn Kinder alles durcheinanderbringen

Martin Vorländer, ein lächelnder Mann mit Brille, kniet in einem blühenden Garten und hält ein Mikrofon.
Selina Groß
Pfarrer Martin Vorländer war kurz verwirrt.

Du denkst: Was kann Pfarrpersonen und Eltern an ihre Grenzen bringen? Stell dir einen Gottesdienst vor, bei dem gefühlt ein ganzer Kindergarten anwesend ist. Pfarrer Martin Vorländer ist genau das passiert. „Das war ein Gottesdienst mit sehr, sehr vielen Kindern, die auch alle schon sehr agil waren und umherwuselten.“ Das Chaos brachte den Pfarrer so aus dem Konzept, dass er den einen oder anderen Schritt vergaß. 

„Ich sagte dann: ‚So, und nun taufen wir Phillip‘“, erinnert sich Martin Vorländer. Die Paten und Eltern vorher zu fragen und mit ihnen das Glaubensbekenntnis zu sprechen, war dem Pfarrer komplett entfallen. Aber die Gemeinde hat ihm aus der Patsche geholfen: „Die Taufpaten hatten mich auf beide Missgeschicke aufmerksam gemacht. Als dann die Reihenfolge wieder klar war, machten wir weiter wie besprochen.“ 

Akzeptier: Bei einer Taufe läuft selten alles perfekt

Diese Taufgeschichten zeigen:

  • Kinder bringen Dynamik in jedes Taufritual
  • Planung hilft – Kontrolle nicht immer
  • Pfarrerpersonen brauchen Flexibilität
  • Fehler gehören dazu

Und oft gilt: Am Ende zählt nicht der perfekte Ablauf, sondern der Moment selbst. Fehler passieren, Schwamm drüber.

Lustige Taufgeschichten

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