Motorrad- und Fußballseelsorge, Frauenarbeit und die Schließung einer Grundschule – die Sparvorschläge, die den Synodalen der hessen-nassauischen Kirche vorgelegen haben, lesen sich wie eine Liste der Grausamkeiten. Um harte Schnitte kommt die Synode nicht herum.
Im Spar- und Reformprozess der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) müssen allein kirchliche Zentren und Handlungsfelder rund 7.8 Millionen Euro jährlich einsparen. Wo der Rotstift angesetzt werden sollte, muss die Synode sich allerdings gut überlegen. Bei jedem der Vorschläge geht es auch um die Frage, ob das Sparen der Kirche mehr schadet als nützt.
Reichweite sollte ein Kriterium sein.
Mit vollen Händen zu geben, ist eine feine Sache. Fröhliche Gesichter bei Geberin und Nehmer. Sparen hingegen ist schmerzhaft, und Freunde macht man sich damit nicht. Weil das Sparen so schwer ist, haben die Synodalen die Vorschläge lange Zeit immer wieder verschoben, verwässert oder verworfen.
Der Verkauf der Jugendburg Hohensolms ist eines der Beispiele, das zeigt, dass die Phase des Zögerns – hoffentlich – überwunden ist. Die Einsparvorschläge für die Herbstsynode 2022 liegen nun zur Debatte in den Ausschüssen.
Was zunächst nach erneutem Verschiebe-Bahnhof klingt, ist tatsächlich sinnvoll. Denn zum einen soll bereits im Frühjahr 2023 entschieden werden und die Synode hat beschlossen, an dem Einsparvolumen in Höhe von 7,8 Millionen Euro festzuhalten.
Sparen in der Kirche: Was sollte sie lieber lassen?