Mutmacher

Video: Als 20-Jähriger ständig für die Kirche unterwegs

Pauls Talente sind vielfältig: Er spielt Gitarre, fährt Fahrrad, hat ein Händchen für Naturwissenschaften und ist aktiv in der Kirche. Richtig gehört – dieser junge Mann kann anscheinend von Kirche gar nicht genug bekommen. Ein ganzes Jahr lang hat er sein Ehrenamt zum Beruf gemacht und will jetzt noch eine Ausbildung als Prädikant machen.

Seitdem er 14 Jahre alt war, ist Paul Strobl für die evangelische Kirche unterwegs. Angefangen hat es mit der Kinderkirche alle zwei Wochen. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Daraus wurden immer mehr Projekte, „von denen ich einige auch mitkonzipiert habe“, sagt der heute 20-Jährige. 
Dazu gehören nicht nur Smartphone-Unterricht für Senioren, sondern auch Ukulele-Bau-Workshops oder Gitarre spielen bei den „Kersch-Rockers“. Es gab Zeiten, da hat er sich bis zu 20 Stunden in der Woche ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagiert. 

Glaube bedeutet nicht nur, still im Kämmerchen vor sich hin zu beten.

Paul Strobl

Mutmacher Paul Strobl an der Gitarre
privat
Seine Leidenschaft für Gitarre und Ukulele gibt Paul auch gerne bei Konzerten weiter.

Seit 2016 ist er Vorsitzender des Jugendausschusses der Kirchengemeinde Groß-Zimmern und seit 2019 auch in der evangelischen Jugendvertretung des Dekanats Vorderer Odenwald. Es gefalle ihm, „Glaube in Gemeinschaft zu leben, füreinander da zu sein und einzutreten und im eigenen Umfeld Verantwortung zu übernehmen“, sagt Paul.

„Glaube bedeutet nicht nur, still im Kämmerchen vor sich hin zu beten, sondern was anzupacken, was zu bewegen, in der Gemeinschaft zusammenzuleben“, so der 20-Jährige. Deswegen hat er sich dafür entschieden sein FSJ auch bei der Kirche, beim Dekanat Vorderer Odenwald und in der Kirchengemeinde Schaafheim, zu absolvieren. Hier kann er jeden Tag für die Kirche unterwegs sein und ist es bis heute, obwohl sein FSJ am 1. September endete. 

Wie es für ihn weitergeht, ist inzwischen klar: Er beginnt im Wintersemester 2020 das naturwissenschaftliche Studium „Biomolecular Engineering“ an der Technischen Universität Darmstadt. Dieses wird vorerst komplett digital stattfinden. Eine wissenschaftliche Karriere halte er für denkbar: „Ich bin fasziniert von all den kleinen Mechanismen unserer Welt, die in ihrer Gesamtheit komplexe Systeme wie Leben hervorbringen, auch wenn sie einzeln oft sehr schlicht sind.“

Aber auch während seines Studiums möchte Paul weiterhin ehrenamtlich aktiv sein. Gerade plane er zusätzlich eine Ausbildung zum Prädikanten. Prädikanten dürfen nämlich eigenständig Gottesdienste halten.