Weihnachtsmann oder Christkind?

Warten an Weihnachten… aber auf wen?

Warten auf Weihnachten
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Arbeiten sie Hand in Hand oder stecken sie bis über beide Ohren in einem harten Konkurrenzwettkampf? Begegnen sie sich oder tauchen sie nie an gleicher Stelle auf? Eins ist sicher: Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind – alle wollen Kinder mit Geschenken glücklich machen.

Nikoläuse
epd
Vom Nikolaus bekommen wir nie genug.

Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann: Spätestens, wenn wir uns darüber unterhalten, welche Geschenke wir uns zum Weihnachtsfest wünschen, ist die Verwirrung groß. Bei den einen klopft am 6. Dezember der Nikolaus an die Tür und legt das Christkind die Geschenke an Heiligabend unter den geschmückten Tannenbaum, bei anderen steht der Weihnachtsmann mit einem großen Sack am 25. Dezember vor der Tür oder es werfen gar seine Wichtel die Geschenke durch den Schornstein ins Wohnzimmer.

Nikolaus ist der älteste der drei Gabenbringer

An der Verwirrung ist Martin Luther nicht ganz unschuldig. Dem war der gute alte Nikolaus nämlich zunehmend ein Dorn im Auge. Der Nikolaus ist der älteste der drei Gabenbringer und der einzige, der sicherlich gelebt hat. Wenn auch vieles rund um ihn ins Reich der Mythen und Legenden gehört.

Hinter der Figur des Nikolaus steht Nikolaus von Myra, der im Jahr 270 in Lykien, auf dem Gebiet der heutigen Türkei geboren wurde. Nikolaus war schon zu Lebzeiten berühmt für seine Menschenfreundlichkeit und seine Mildtätigkeit. Als seine Eltern an der Pest starben, soll er sein gesamtes ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben.

Christkind
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Blond, weiß gekleidet, süß: So sieht das Christkind unserer Träume aus.

Dass er zum adventlichen Gabenbringer wurde, verdankt er einer „Jungfrauen-Legende“: Als die drei Töchter eines verarmten Patriziers nicht heiraten konnten, weil ihnen dazu die Mitgift fehlte, half er ihnen. Über Nacht legte er den jungen Frauen je eine goldene Kugel auf das Bett, woraufhin dem Gang zum Traualter nichts mehr im Wege stand. 

Bereits im 16. Jahrhundert war es üblich, dass die Kinder am 6. Dezember vom Nikolaus kleine, praktische Geschenke bekamen und Äpfel oder Nüsse. Martin Luther, dem jegliche Heiligenverehrung ohnehin ein Graus war, lehnte den Kult um den heiligen Nikolaus ab.

Blond gelockt, engelhaft mit Heiligenschein

So einfach verbieten ließ sich ein Nikolaus nicht – auch nicht von einem Reformator Luther. Aber Konkurrenz sollte er bekommen: Blond gelockt, engelhaft, rein weiß gekleidet und mit einem Heiligenschein. So niedlich gestaltet, trat fortan das Christkind in Erscheinung. Ob Luther das Christkind als protestantischen Gegenentwurf des katholischen Heiligen Nikolaus tatsächlich erschaffen hat oder aber nur den Anstoß dazu gegeben hat, muss offen bleiben.

Wunschzettel schreiben

  • Briefe an das Christkind: An das Christkind; 21709 Himmelpforten oder An das Christkind; 51777 Engelskirchen. Die Briefe sollten nicht zu knapp vor Heiligabend in den Schreibstuben eingehen.
  • Briefe an den Nikolaus: An den Nikolaus; Nikolausplatz; 66351 St. Nikolaus.
  • Briefe an den Weihnachtsmann: An den Weihnachtsmann; Himmelsthür; 31137 Hildesheim

Ganz wichtig: Absender nicht vergessen.

Ob das Christkind nun das Jesuskind in der Krippe ist oder es seinen Ursprung in den Engeln des Krippenspiels oder den früher üblichen Weihnachtsumzügen hat, ist umstritten. Schon damals wurden diese Engel von kleinen Mädchen in langen weißen, die Reinheit und die Unschuld symbolisierenden Kleidern dargestellt. Das Christkind als neuer Gabenbringer überreicht seine Geschenke nicht wie Nikolaus zu Beginn der Adventszeit, sondern erst an Heiligabend. Weltberühmt ist heute das Christkind des Nürnberger Christkindlesmarktes.

Sein Bild eroberte die Welt

Der einst als Bischof dargestellte Nikolaus vermischte sich im 19. Jahrhundert zunehmend mit seinen regionalen Begleitern Knecht Ruprecht und Krampus. Von ihnen übernahm er die Rute, mit der er den ungezogenen Kindern einen Klaps versetzte. Außerdem ergänzte er seinen Mantel und den Bischofshut mit ihren Stiefeln und einem Sack für die Geschenke. Doch noch war der fröhlich dreinschauende Weihnachtsmann mit weißem Bart, dem dicken Bauch und dem roten Gewand nicht fertig. Sein heutiges Bild hat er erst in den USA erhalten - von einem Pfälzer. Thomas Nast zeichnete 1862 ein Bild des Weihnachtsmanns im typischen roten Mantel. Erst 1931 setzte der Getränkehersteller Coca-Cola erstmals auf den Weihnachtsmann als Werbeträger. Sein Bild eroberte die Welt.

Deswegen geht es an Weihnachten immer wieder um die Frage: Wer bringt denn eigentlich die Geschenke? Christkind 😇 oder Weihnachtsmann 🎅?  Wer ist bei dir zuständig?