Advent und Weihnachten

Weihnachtssymbole erklärt

Weihnachtssymbole erklärt
gettyimages/bokmok

Christkind, Nikolaus, Ochs und Esel, Rudolf das Rentier: Was haben die noch gleich mit Weihnachten zu tun? Wir erklären die wichtigsten Weihnachtssymbole.

Seit wann gibt es am Nikolaustag Geschenke? Was hat Martin Luther mit dem Christkind zu tun? Warum stellen wir an Weihnachten einen Baum ins Haus? Und kommt Rudolf das Rentier eigentlich in der Bibel vor? Wir liefern dir die Antworten rund um die wichtigsten Weihnachtssymbole.

Das Christkind entstand in Konkurrenz zum Nikolaus

Christkind
gettyimages/Digital Vision

Das Christkind ist in Konkurrenz zum Nikolaus entstanden. Wer ist schuld? Martin Luther. Dem war der überaus beliebte Nikolaus zunehmend ein Dorn im Auge. Dem Reformator war jegliche Heiligenverehrung ein Graus. Aber verbieten konnte er ihn nicht. Dann musste eben ein Gegenmodell her: blond gelockt, engelhaft, unschuldig in Weiß gekleidet, mit Heiligenschein. So hübsch gestylt trat fortan auch das Christkind in den Geschenke-Dienst. Unklar bleibt, ob Luther das Christkind als protestantische Variante zum katholischen Nikolaus erschaffen hat oder nur den Anstoß dazu gab.

Engel: Überbringer von wichtigen Botschaften

Schneeengel
gettyimages/nycshooter

Engel. Kleine, pummelige Wesen mit Flügeln, roten Bäckchen und auf einem Instrument musizierend – so sehen die Engel in der Bibel nicht aus. Die himmlischen Boten beschreibt die Bibel als groß und furchteinflößend, allein ihr Anblick löst bei Menschen Angst und Schrecken aus. „Fürchtet euch nicht!“ sagen Engel deswegen als allererstes, wenn sie auf Menschen treffen.

Der Name Engel bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „Bote.“ Sie sind Teil von Gottes Hofstaat und im Auftrag Gottes unterwegs. Die Engel überbringen wichtige Botschaften, etwa die Geburt von Jesus in der Weihnachtsgeschichte.

Mit Frau und Kind flieht Josef nach Ägypten

Vater mit Kind
Gettyimages/Anchiy

Josef – was ist das für ein Typ? Die Bibel erzählt nicht viel über ihn. Er war Zimmermann und lebte in Nazareth. Als Maria ihm offenbart, das Kind sei nicht von ihm, zweifelt er. Soll er seine Verlobte verlassen? Da erscheint ihm ein Engel im Traum. Marias Kind, sagt der Engel, sei der Sohn Gottes. Er solle Maria heiraten und ihr Baby Jesus nennen.

Josef tut, wie ihm geheißen und heiratet seine Verlobte. Er nimmt seine Rolle klaglos an, bleibt an der Seite Marias, rettet Mutter und Kind vor den Häschern des Herodes, flieht mit ihnen nach Ägypten, sorgt für den Sohn, der ja eigentlich nicht seiner ist. Er handelt wie ein Vater im besten Sinne - unaufgeregt und fürsorglich.

Nikolaus: Geschenkebringer und Lebensretter

Nikolausstiefel
Gettyimages/fermate

Nikolaus stammt aus Myra in der Türkei. Geboren ist er um 270 nach Christus, gestorben an einem 6. Dezember. Welches Jahr? Unklar! Er war jedenfalls Kind reicher Eltern. Schon jung wurde er Priester, dann Bischof. Geschichten erzählen davon, wie er Gefangene befreit, eine Stadt vor dem Hungertod rettet, entführte Kinder freikauft. Und davon, wie er drei Mädchen davor bewahrt, sich als Prostituierte verdingen zu müssen.

Der Vater dieser Kinder ist arm, weiß sich nicht anders zu helfen, als seine Töchter zu verkaufen. Nikolaus hört davon - und ist empört. Nachts wirft er Goldklumpen durchs Fenster. Gefahr abgewendet! Nikolaus bringt also nicht nur Äpfel, Nüsse und Schokolade, sondern Goldstücke, die Leben retten. Es ist diese Geschichte, auf die das Schenken am Nikolaustag zurückgeht.

Ochs und Esel kommen in der Weihnachtsgeschichte nicht vor

Ochs und Esel in der Krippe
Gettyimages/RyanJLane

Ochs und Esel gehören zu jeder Weihnachtskrippe. Aber Moment! In der Weihnachtsgeschichte kommen die Tiere überhaupt nicht vor, auch von einem Stall ist dort nicht die Rede. Alles Fake also?

Nein. Im Alten Testament kündigt der Prophet Jesaja bereits einige Jahrhunderte vor der Geburt Jesu dem Volk Israel einen Herrscher an, der den Frieden bringen soll. Dort heißt es: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.“ (Jesaja 1,3) Christen fingen im Lauf der Jahrhunderte an, einen Zusammenhang zwischen Jesajas Weissagung und der Geburt Jesu herzustellen. Auch Künstler haben dieses Motiv oft aufgegriffen. Deshalb haben Ochs und Esel heute einen festen Platz in der Krippe.

Rudolf das Rentier: Ausgelacht und oft gecovert

Rentiere ziehen den Weihnachtsschlitten
Gettyimages/Angyee054

Rudolf das Rentier. Alle lachen über das arme Tier - wegen seiner roten Nase. In der Bibel findet sich Rudolf nirgendwo. Als Helfer des Weihnachtsmanns tauchen Rentiere erstmals 1823 im amerikanischen Gedicht „The night before Christmas“ auf.  

Das rotnasige Rentier Rudolf erfand der amerikanische Autor Robert Lewis im Jahr 1939 für ein Weihnachtsmalbuch. Sein Schwager, der Komponist und Liedermacher Johnny Marks, produzierte einige Jahre später das heute allseits bekannte Weihnachtslied, von dem es inzwischen über 180 Coverversionen gibt.  

Der Stern weist den Weg zur Krippe

Weihnachtsstern
Gettyimages/leekris

Der Stern ist ein ganz starkes Symbol der Weihnachtsgeschichte. Als Jesus geboren wurde, leuchtete ein Stern ungewöhnlich hell und klar. Er deutete darauf hin, dass etwas Besonderes geschehen sein musste. Außerdem wies seine Leuchtkraft den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zu dem neugeborenen Kind in der Krippe in Bethlehem.

In Anlehnung an die Geschichte schenken sich Christen in der Advents- und Weihnachtszeit einen blumigen Weihnachtstern, meistens in Rot, und verzieren ihre Häuser und Wohnungen mit hell leuchtenden Sternen. In unserem Sprachgebrauch kommt der Stern häufig vor: Es war eine Sternstunde, ein neuer Stern am Schlagerhimmel ist aufgegangen oder die Rede ist von jemandem, der seinem Schatz die Sterne vom Himmel holt.

Tannenbäume: In allen Kulturen Symbol für das Leben

Weihnachtsbaum im Wohnzimmer
Gettyimages/AnVr

Tannenbäume stehen mit ihren immergrünen Nadeln als Symbol für das Leben - in allen Religionen und Kulturen. Als geschmückter Weihnachtsbaum ist die Tanne erst seit dem 16. Jahrhundert belegt.

Während die ersten Tannenbäume zunächst nur in Kirchen und in Häusern adliger Familien zu finden waren, blieben für den ärmeren Teil der Bevölkerung nur einzelne Zweige übrig.

Erst ab dem 18. Jahrhundert änderte sich das: Zunächst nutzten evangelische Kreise den geschmückten Baum als Gegenentwurf zu Weihnachtskrippen, die in katholischen Regionen populär waren. Im 19. Jahrhundert trat der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug um die Welt an: Er wurde in ganz Europa populär, deutsche Auswanderer exportierten ihn in die USA.

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