KI schreibt Bewerbungen, fasst Texte zusammen, erstellt Bilder, übersetzt Nachrichten und beantwortet Fragen zu fast jedem Thema. Kaum ein Lebensbereich, in dem die Technologie keine Rolle spielt. Chatbots reagieren auf persönliche Sorgen, geben Rat und scheinen uns durch und durch zu kennen.
In Deutschland nutzt laut Bitkom-Research ein Drittel der Bevölkerung mindestens wöchentlich KI, junge Menschen oft täglich. Damit rückt die Technologie in Bereiche vor, die bisher menschlichen Beziehungen vorbehalten waren. Doch KI empfindet weder Zuneigung noch Mitgefühl. Ihre Antworten beruhen auf Daten, Wahrscheinlichkeiten und technischen Vorgaben.
Trotzdem kann sich der Kontakt echt anfühlen. Eine 2026 veröffentlichte Studie der Universitäten Freiburg und Heidelberg zeigt, dass Menschen in emotionalen Gesprächen Nähe zu einer KI entwickeln können.
Es geht deshalb nicht mehr nur darum, was KI kann. Es geht darum, was sie mit uns macht.
Kann ein Roboter ein guter Partner sein? Hilft ein digitaler Avatar bei der Trauer – oder verhindert er den Abschied? Und was geschieht, wenn ein intelligentes System nicht länger nur Werkzeug sein will?
Diese drei Filme aus der Evangelischen Medienzentrale Frankfurt greifen diese Fragen auf.
Sie erzählen von Nähe, Verlust und Selbstbestimmung. Gemeinsam richten sie den Blick auf das Menschsein im KI-Zeitalter.
„Du bist eine wunderschöne Frau. Deine Augen sind wie zwei Bergseen, in denen ich versinken möchte.“ Ob Kompliment, diffizile Mathematikaufgabe, Gedichtzeilen, Sinn des Lebens – Tom hat auf alles mühelos eine Antwort.
Alma scheint etwas befremdet von so viel Perfektion, selbst auf der Tanzfläche schwebt Tom im Gegensatz zu Alma leichtfüßig dahin. „Mache ich etwas falsch?“, fragt Tom einfühlsam.
Doch plötzlich: „Ich bin…“, „Ich bin…“, Ich bin…“ – stakkatoartig wiederholt Tom die zwei Worte, ohne dass es weitergeht. Offensichtlich ein Programmierfehler. Eine Mitarbeiterin der verantwortlichen Tech-Firma entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.
Tom ist kein Mensch, sondern ein humanoider Roboter.
So ganz ausgereift ist die Technik wohl doch noch nicht. Aber Alma soll das Modell drei Wochen testen und ein Gutachten für eine Ethikkommission schreiben. Die prüft, ob Humanoide (Menschen-) Rechte erhalten sollen.