500 Jahre Wormser Reichtstag

Erfolgsproduzent inszeniert Luther auf Riesen-Leinwand

Esther Stosch & Medienhaus der EKHN

„Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“ Produzent Nico Hofmann wird dieses Engagement Luthers dieses Jahr auf der größten Leinwand Europas inszenieren. Du kennst ihn schon von Ku'damm 56 oder Kerkelings Kindheitsverfilmung: Der Junge muss an die frische Luft. Das verspricht Großes.

Als Martin Luther im April 1521 dem Wormser Reichtstag entgegentritt, ist das ganz schön wagemutig. Damals soll er sich mit den Worten „Hier stehe ich! Ich kann nicht anders“ geweigert haben, seine revolutionären Ideen zu widerrufen. Das ist nun also 500 Jahre her und deswegen lässt sich Worms auch nicht lumpen. 

Deutschlandweite Übertragung einer besonderen Multimedia-Inszenierung von Luthers Widerstand

Dieser Luther-Moment der Reformation wird auf dem Wormser Markplatz, direkt vor der Fassade der bedeutenden Dreifaltigkeitskirche inszeniert. Im Laufe der Nacht wird die Kirche zu einer überdimensionalen Filmleinwand, vielleicht sogar der größten von ganz Europa.

Wann?

Die Show gibt es live am 17. April um 23 Uhr.

Du kannst die Nacht vor dem Auftritt Luthers in Worms noch einmal hautnah mit allen Zweifeln und Ängsten miterlebt werden. Der SWR überträgt alles live aus Worms. Die Geschichte soll unter anderem Dank Rufus Beck, Isaak Dentler und Barbara Stollhans lebendig werden.

Wagemutig - nicht nur Luther musste für seine Überzeugung einstehen

Aber die Inszenierung stoppt natürlich nicht vor 500 Jahren, sondern spannt einen Bogen von den Ereignissen auf dem Wormser Reichstag über historische Momente bis zu aktuellen Geschehnissen, in denen Menschen Haltung beweisen.

Einen Eindruck von der Inszenierung vermittelt der Film 🔽.

Corona-bedingt gibt es bisher nur ein vages Programm für den 500. Jahrestag des Wormser Reichstags. Die Wormser Nibelungen-Festspiele im August hoffen jedoch darauf, dass dann wieder Aufführungen möglich sind. Denn hier soll es dieses Jahr auch ein Stück über Luther geben. Platz für 530 Zuschauer*innen. 

Regisseur und Produzent Nico Hofmann
Ufa Fiction GmbH

Produzent und Festspielintendant Nico Hofmann hofft, dass sich die Situation bis zum Sommer weiter entspannen werde. Die Besetzung für das große Luther-Stück ist noch nicht final. 

Highlights rund um den Luther-Moment

Kirche und Stadt haben für den 500. Jahrestag des Wormser Reichstags zwischen April und Oktober an einem umfangreichen Programm mit über 100 Jubiläums-Veranstaltungen gearbeitet. Anbei ein kleiner Überblick über die geplanten Highlights:

  • Ausstellung im städtischen Museum Andreasstift „Hier stehe ich. Gewissen und Protest - 1521 bis 2021“ ab Anfang Juli
  • Luther-Preis „Das unerschrockene Wort“ am 24. April an belarussischen Oppositionspolitikerinnen
  • Outoor-Angebote: 
    • Bildungs- und Erlebnisparcours
    • Lutherrundgang
    • spirituelles Wandern auf dem Lutherweg 1521 (von der Wartburg in Eisenach bis nach Worms)
  • App mit Graphic Novel zum Aufenthalt Luthers in Worms

Spaltung der christlichen Kirche nach Worms

Luthers Weigerung, die eigenen Lehren zu widerrufen, gilt als Schlüsselmoment der Kirchengeschichte. Deswegen feiern wir jedes Jahr den Reformationstag. 

„Er hat sich auf die Bibel, seinen Verstand und sein Gewissen berufen“, sagt der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung. Das Reichstags-Jubiläum soll sich darum drehen, was persönliche Überzeugungen und das eigene Gewissen den Menschen in der Gegenwart bedeuteten: „Wir fragen nach den Luther-Momenten heute.“

Hashtags

#wagemutig

#ichbinhindurch

#LutherMoment

Zeichen der Ökumene in Worms

Natürlich gibt es auch zahlreiche Festgottesdienste rund um den Jahrestag. Viele Veranstaltungen werden nicht nur von der evangelischen Kirche und der Stadt, sondern gemeinsam mit der katholischen Kirche und der jüdischen Gemeinde gestaltet.

Der historische Luther-Moment gilt als ein wesentlicher Schritt zur Spaltung der westlichen Christenheit. Deswegen soll das Jubiläumsjahr bewusst ökumenisch gefeiert werden, kündigte der Präses der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Ulrich Oelschläger an.