Soziales

Armut bekämpfen: 5 Tipps, die du sofort umsetzen kannst

Junge Frau hilft obdachlosem Mann, indem sie ihm Geld gibt.
gettyimages/Halfpoint

Millionen Menschen in Deutschland sind von Armut betroffen. Erfahre 5 konkrete Wege, wie du sofort helfen kannst – ohne großen Aufwand.

Du steigst aus der U-Bahn und am Eingang sitzt eine Frau mit einem leeren Becher. Du schaust verschämt weg und gehst schnell vorbei. Erkennst du dich wieder? Stellst du dir auch die Frage: Sollte ich helfen? Und wenn ja, was ist richtig? 

Tatsächlich leben in Deutschland Millionen Menschen unter der Armutsgrenze – manche von ihnen betteln, andere sammeln Pfand, von anderen würdest du es niemals erwarten. Aktuelle Daten vom Statistischen Bundesamt aus dem Mikrozensus 2025 zeigen, dass etwa 16,1% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Besonders betroffen sind Alleinlebende, Alleinerziehende und Menschen ohne Arbeit. 

Wenn du konkret etwas tun willst, hier sind 5 Tipps, wie du helfen kannst.

Ehrenamtlich helfen

Haltung zeigen

Sachen & Geld spenden

Pfand spenden

Aufmerksam sein

Ehrenamt bei Tafel & Co.

Wenn du dich vor Ort engagierst, siehst du unmittelbar, was deine Hilfe bewirken kann. Du kommst mit Menschen ins Gespräch, lernst ihre Geschichten kennen und kannst ganz konkret dazu beitragen, ihren Alltag zu erleichtern

So ist die Tafel eine der wichtigsten Initiativen für arme Menschen. Sie ist rund 970 Mal in Deutschland vertreten. 

Sie will überschüssige Lebensmittel retten und sie an Menschen weitergeben, die sich diese sonst nicht leisten könnten. Dabei sind die Tafeln stark auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer angewiesen. Du kannst dort zum Beispiel:

  • Lebensmittel sortieren und die Ausgaben vorbereiten
  • bei der Verteilung der Lebensmittel helfen
  • Fahrdienste übernehmen
  • organisatorisch unterstützen, etwa bei Veranstaltungen oder in der Planung

Die Tafel ist aber nur eine Möglichkeit. Die Organisation Aktion Mensch empfiehlt beispielsweise Freiwilligenagenturen. Außerdem gibt es oft Nachbarschaftsnetzwerke für verschiedene Regionen. 

Kirche hilft armen Menschen

Auch die Kirche unterstützt Menschen in finanzieller Not. Das kann ganz praktisch passieren, etwa bei der Schuldnerberatung oder mit Sozialkaufhäusern, aber auch mit extra Angeboten für Menschen, die besonders stark belastet sind. Etwa die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verweist auf spezielle Treffs, Beratungen oder Kuren, um den Alltag, Stress und finanzielle Sorgen zu meistern. 

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Vieles davon wurzelt im christlichen Grundsatz der Nächstenliebe und nach dem biblischen Gebot: „Unter euch sollte es keine Armen geben.“ 

Verurteile nicht – bleibe respektvoll

Du zögerst, einer obdachlosen Person Geld zu geben? Vielleicht denkst du sogar: „Die geben das doch eh nur für Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen aus.“ Dahinter steckt die Sorge, dass das Geld nicht für das Nötigste verwendet wird. Vielleicht sogar das Vorurteil, dass diese Menschen „selbst schuld“ an ihrer Armut sind. 

Solche Vermutungen tragen dazu bei, dass bettelnde Menschen mit Misstrauen konfrontiert werden. Ein Stigma, dem Betroffene im Alltag begegnen. Dabei hat Armut viele Ursachen: von steigenden Mieten über Krankheit bis zu persönlichen Krisen. 

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, ob du Geld geben sollst. Du entscheidest selbst, welche Form der Unterstützung sich für dich richtig anfühlt – das kann ein bisschen Kleingeld sein, Lebensmittel oder auch nur ein nettes Wort

Wer helfen möchte, kann schon mit einer einfachen Haltung beginnen: Menschen respektvoll begegnen und nicht vorschnell über ihre Situation urteilen.

Sachen und Geld spenden

Wenn du keine Zeit für ein Ehrenamt hast, dann kannst du auch mit Dingen helfen. Vielleicht hast du etwas zu Hause, das du nicht mehr brauchst. Für andere Menschen könnte das jedoch hilfreich sein. Helfer-Organisationen suchen besonders häufig warme Kleidung, Hygieneartikel oder haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Konserven.

Wichtig: Gib wirklich nur das weiter, was noch in einem ordentlichen und brauchbaren Zustand ist – also Dinge, die du selbst auch annehmen würdest. 

Neben Sach- und Lebensmittelspenden kannst du auch Geld spenden. Organisationen wie Diakonie oder Caritas setzen solche Spenden gezielt ein, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen.

Pfand spenden

Solltest du unterwegs sein und zufällig eine Pfandflasche dabeihaben, dann gib sie einer bedürftigen Person. Und sollte niemand in deiner Nähe sein, kannst du sie einfach neben einer Mülltonne stehenlassen. So muss niemand unnötig in dieser rumwühlen.  

Selbes gilt auch im Supermarkt. Bei der Leergutannahme gibt es oft eine Option, mit der du dein Leergut an eine gemeinnützige Organisation spenden kannst. 

Achte auf dein Umfeld

Sei aufmerksam – vor allem bei extremer Hitze oder Kälte.

Was du bei heißen Temperaturen tun kannst: 

  • eine Flasche Wasser anbieten
  • ein kaltes Getränk anbieten
  • eine Kopfbedeckung oder Sonnencreme besorgen 

Was du bei kalten Temperaturen tun kannst: 

  • einen warmen Tee oder Kakao anbieten
  • warme Kleidung bereitstellen
  • einen Schlafsack oder eine Decke besorgen 

Und solltest du bei eisiger Kälte unterwegs sein und zufällig einen Menschen auf der Straße sehen, ist es okay, nach seinem Wohlbefinden zu fragen. Laut einer Umfrage vom Statistischen Bundesamt kamen im Winter 2024/2025 in Deutschland mindestens 7 Obdachlose durch Kälte ums Leben. Die Dunkelziffer könnte allerdings höher sein, da nicht jeder Todesfall von Menschen ohne festen Wohnsitz explizit als Kältetod dokumentiert wird. 

Kälte- und Wärmebusse helfen in großen Städten

In vielen Städten gibt es sogenannte Kälte- bzw. Wärmebusse, die bedürftige Menschen vor dem Erfrieren retten wollen. Sie bieten in der Regel den Transport in eine Übernachtungsstätte, Decken sowie Schlafsäcke oder auch einen warmen Tee an. Vor allem nachts sind sie telefonisch erreichbar

Und sollte eine Person tatsächlich nicht ansprechbar sein, dann ruf den Notruf unter 112 an.

Hilfenummern für Obdachlose in großen Städten:

☎️ Berlin: 0178/523 5838

☎️ Frankfurt: 069/431 414

☎️ Hamburg: 040/401 782 15

☎️ Köln: 0221/259 742 44

☎️ München: 089/200 045 930

☎️ Stuttgart: 0711/219 547 76

Hilfe beginnt oft damit, hinzusehen. Manchmal reichen schon ein wenig Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, zu helfen.

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