Flüchtlingsarbeit

Millionen Euro: Was wurde aus dem Geld für die Geflüchteten?

Flüchtlinge
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Durch Corona total in den Hintergrund gerückt: Seit Jahren müssen Deutschland und Europa eine Mammutaufgabe bewältigen. Sie müssen verstärkter Zuwanderung gerecht werden. Das kostet Geld – viel Geld! Einer der großen Player bei dem Thema sind die Kirchen. Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat dafür Millionen Euro in die Hand genommen.

Konkret hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) seit dem Jahr 2013 über 20 Millionen Euro ausgegeben. Insgesamt wurden mit dem Geld rund 400 Projekte zur Flüchtlingshilfe finanziert. Das geht aus einem Bericht über die Mittelvergabe aus dem Flüchtlingsfonds an die Synode - das Kirchenparlament – hervor, das seit heute wieder in tagt.

Was passiert mit diesem Geld? Laut dem Bericht werden damit unter anderem Sprachkurse, Begegnungscafés und Fahrradwerkstätten für die Geflüchteten bezahlt.

Was ist die Synode?

Die Synode kannst du auf kirchlicher Ebene mit dem Parlament in der Regierung vergleichen. Sie erlässt Gesetze, wählt wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft wichtige kirchenpolitische Entscheidungen.

Hier im Video wird dir kurz erklärt, wie eine Synode so funktioniert

Wie überall: Personalkosten sind hohe Kosten

Großer Kostenpunkt dabei sind natürlich die Personalkosten. Mitarbeiter, ob haupt- oder ehrenamtlich, müssen sich um die Menschen kümmern und zum Beispiel Behördengänge organisieren, traumatisierten Menschen Hilfe zu Teil werden lassen oder einfach nur zuhören.

Jedes Jahr rund 1 Million Euro

Für die professionelle und unabhängige Flüchtlingsberatung allein hat die Kirche über 7 Millionen Euro in den letzten sieben Jahren ausgegeben. Aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter müssen koordiniert werden – weitere 650.000 Euro.

Investition in Kinder ist Investition in Zukunft

Oft vergessen: Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, Schicksale und reale Zukunftsperspektiven. Es geht dabei unter anderem um ganze Familien, die hier jetzt ihre Kinder großziehen. Für die Flüchtlingsarbeit in den Kitas hat die Kirche seit 2016 über 4 Millionen Euro verplant.

Ausgebildeten Menschen Perspektiven geschaffen

Doch auch bereits ausgebildete Menschen wollen und können hier ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Besonders Im Jahr 2015 kamen mit den Geflüchteten auch viele Medienschaffende.

Manche hatten schon in ihren Heimatländern als Journalisten gearbeitet. In den Jahren 2015 und 2016 wurden viele Unterstützungsmöglichkeiten der deutschen Medien und Medienorganisationen für sie geschaffen oder ausgebaut.

Gemeinsam helfen

Die beiden hessischen Kirchen haben ihr Engagement auf der Plattform www.menschen-wie-wir.de gebündelt.

Solidarität endet nicht beim Nahen und Gleichen

Auch hier hilft die Kirche mit – wenn nicht mit Geld – dann mit Chancen. Praktika in ihrer publizistischen Redaktion hat die EKHN auch für Geflüchtete geöffnet.  Pfarrer Andreas Lipsch von der Flüchtlingsseelsorge sagte über die Ausgaben und Bemühungen in der Flüchtlingsarbeit gegenüber dem epd: „In der Kirche hat das außerordentliche Engagement von Mitgliedern und Mitarbeitern zu einer Bewusstseinsveränderung geführt.“

Viele würden wahrnehmen, dass Solidarität weiter gehen müsse als zu Gleichen und Nahen. Viele in der Kirche spürten, dass es eine Verantwortung für globale Vorgänge gebe, so Lipsch.