Soziales

Wie ein Sozialkaufhaus beim Sparen und Helfen unterstützt

Sozialkaufhaus Tisch und Teller in Flörsheim, Leiterin Heike Rosa sagt: "Unser Kaufhaus ist geliebte Nächstenliebe"
Ergänzender redaktioneller Inhalt von Youtube

Eigentlich haben wir hier einen tollen Inhalt von Youtube für dich. Wisch über den Slider und lass ihn dir anzeigen (oder verbirg ihn wieder).

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte von Youtube angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

„Tisch & Teller“ ist mehr als ein Laden: Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Einkommen und Lebensgeschichten aufeinander – beim Einkaufen, Spenden oder Mitarbeiten.

Secondhand boomt, Minimalismus ist Trend, und trotzdem landen jedes Jahr tonnenweise gut erhaltene Möbel im Müll. Während Ressourcen knapp werden, wächst gleichzeitig die soziale Ungleichheit. „Tisch & Teller“ in Flörsheim setzt genau hier an – und macht aus Konsum ein soziales Projekt.

Zwischen knappem Budget und Sinnsuche kommen hier die unterschiedlichsten Menschen zusammen, um gut erhaltene Dinge weiterzuverwenden und gleichzeitig andere zu unterstützen.

Was ist „Tisch & Teller?“

Das Sozialkaufhaus „Tisch & Teller“

Das Sozialkaufhaus wurde 2009 gegründet und gehört zur regionalen Diakonie Main und Hochtaunus. Auf 800 Quadratmetern gibt es dort ein ständig wechselndes Sortiment.

„Tisch & Teller“ ist ein Sozialkaufhaus der Regionalen Diakonie Main-Taunus in Flörsheim am Main. Hier findest du: 

  • gebrauchte Möbel
  • Hausrat
  • Geschirr
  • Bücher
  • Spiele
  • Dekoration
  • Fahrräder
  • wechselnde Aktionsware 

Alles geprüft, von Personal vor Ort fachgerecht aufgearbeitet und zu fairen Preisen. Einkaufen können hier grundsätzlich alle, Rabatte gibt es für Menschen mit geringem Einkommen, die eine Kundenkarte haben.

„Tisch & Teller“: Alle Waren sind gespendet

Wolfgang Schwarz repariert Fahrräder
Felix Baude
Seit fast 10 Jahren arbeitet Wolfgang Schwarz schon bei „Tisch & Teller“

„Hier werden nur gespendete Dinge angeboten“, erklärt Betriebsleiterin Heike Rosa. Das Kaufhaus verbinde Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Integration. Gespendete Waren werden gerettet und gleichzeitig als Job-Chance für langzeitarbeitslose Menschen genutzt. Sie arbeiten die Waren wieder auf und verkaufen sie im Laden. 

„Man kann hier einkaufen und ist schnell wieder raus, aber wir bieten auch die Möglichkeit an, sich zu unterhalten. Das Zwischenmenschliche spielt eine riesen Rolle bei uns“, sagt Heike.

Fahrrad-Reparateur Wolfgang Schwarz kam auch über eine Maßnahme als Arbeitsloser zu „Tisch & Teller“. Er arbeitet schon fast 10 Jahre im Kaufhaus. Er sagt: „Ich hab die Fahrradwerkstatt hier aufgebaut. Sie liegt mir am Herzen, ist sozusagen mein Baby.“

Damit ist „Tisch & Teller“ ein fester Bestandteil der Flörsheimer Stadtgesellschaft, ausgezeichnet unter anderem mit einem Sozialpreis und einem Stiftungspreis für sein Konzept.

Moritz Pähler

Warum sich ein Besuch im Sozialkaufhaus lohnt

Bei „Tisch & Teller“ kannst du:

  • Nachhaltig shoppen: Statt neu zu kaufen, findest du hochwertige Secondhand-Stücke – vom Esstisch bis zum Kinderfahrrad.

  • Günstig einrichten: Gerade in teuren Wohnregionen hilft das Sozialkaufhaus, Wohnung und Alltag bezahlbar zu gestalten; Menschen mit geringem Einkommen erhalten zusätzlich 25 Prozent Rabatt auf viele Waren.

  • Schätze entdecken: Neben Alltagsware gibt es immer wieder Sammlerstücke und besondere Einrichtungsfundstücke, die du so im Möbelhaus nicht bekommst.

Und hast Service inklusive: mit einem Liefer- und Aufbauservice – praktisch, wenn du kein großes Auto oder keine Zeit für den Aufbau hast.

Ein Besuch fühlt sich dabei eher wie ein Stöbern in einer großen, bunten Halle an als wie „Hilfe in Anspruch nehmen“. Das ist bewusst so, denn stigmatisierende Sonderwelten für Menschen mit wenig Geld will „Tisch & Teller“ vermeiden.

Ort der Verständigung und Begegnung

So werden auch Orte in deiner Gemeinde zum „Verständigungsort“

Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen oder engagierte Gruppen können ihre Veranstaltungen oder Projekte mit wenigen Klicks auf der interaktiven Deutschlandkarte eintragen. Insofern diese Verständigung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, werden sie freigeschaltet.

Auch auf Social-Media findest du unter dem Hashtag #VerständigungsOrte Beiträge zum Thema.

„Tisch & Teller“ ist mehr als ein Laden: Er ist auch ein sogenannter Verständigungsort der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das sind Räume, in denen Alltag, gesellschaftliche Themen und Glaube ganz praktisch zusammenkommen.

Mit der Initiative „Verständigungsorte“ wolle die ekd gegen den Eindruck der zunehmenden Spaltung wirken, erklärt Beatrix Pahl, die Koordinatorin der „Verständigungsorte“. „Gerade in politisch und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten – wie im Superwahljahr 2026 – braucht es Orte für offenes Zuhören und Verständigung auf Augenhöhe.“

Bei „Tisch & Teller“ treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Einkommen und Lebensgeschichten aufeinander. Beispielsweise beim Einkaufen, Spenden oder Mitarbeiten. 

„Es ist so toll, hier zu arbeiten“, erzählt Heike Rosa. „Das hier ist gelebte Nächstenliebe.“

Das Kaufhaus schafft Begegnungen, Gespräche und Chancen: Mitarbeitende der Diakonie begleiten langzeitarbeitslose Menschen zurück in die Beschäftigung und zeigen, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Potenziale hat. So wird aus einem Laden ein sozialer Raum mit spürbarer Wirkung für Flörsheim und den Main-Taunus-Kreis.

Kennst du andere Orte, an denen sich Menschen aus verschiedenen sozialen Kontexten zusammenkommen? 

Dann schreib uns gerne, wo deine Orte der Verständigung sind, ganz einfach via Direct-Message auf: 

Instagram

Facebook

oder ganz klassisch per E-Mail.