Gesellschaft

Dankbarkeit lernen, wenn gerade alles nervt

Junger Mann in einer Strickjacke steht in einem Wohnzimmer. Er lacht zufrieden in die Kamera.
gettyimages/Milan Markovic

Ein Lächeln, ein gutes Gespräch, unerwartete Hilfe: Vieles geht im Alltag unter. Eine einfache Abendroutine soll den Blick darauf verändern.

Der Zug fällt aus. Die Eltern streiten. An der Uni läuft es nicht rund. Gründe zum Ärgern gibt es jeden Tag.

Dankbarkeit fällt oft schwer. Doch du kannst sie lernen, sagt Sabine Langenbach. Die selbsternannte Dankbarkeitsbotschafterin meint, Dankbarkeit hängt von der Perspektive ab.

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Dankbarkeit ist keine rosarote Brille

Portraitfoto von Sabine - sie lächelt freundlich in die Kamera.
Carsten Meier

Für Sabine bedeutet Dankbarkeit nicht, Probleme zu verharmlosen oder schönzureden. Im Gegenteil, sie spricht von einer „Brille der Dankbarkeit“, die hilft, auch in schwierigen Situationen das Gute zu erkennen

Zugausfall wird zum Glücksfall

Beim Zugfahren etwa: Der Zug fällt aus, ein klassischer Moment für schlechte Laune. Sabine kennt das gut. 

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Doch in solchen Situationen fragt sie sich: Wofür kann ich trotzdem dankbar sein? Oft hat sie durch einen Zugausfall in einem anderen Zug interessante Menschen kennengelernt oder festgestellt, dass die Alternative am Ende sogar die schnellere Lösung war. Ein Perspektivwechsel kann den Alltag verändern.

Bewusste und achtsame Entscheidungen treffen

Ein Satz von Sabine bleibt hängen: 

Danken kommt von Denken. 

Dankbarkeit beginnt mit einer bewussten Entscheidung. Statt sich auf das Negative zu konzentrieren, lohnt sich der Blick auf kleine positive Dinge

  • ein Lächeln
  • ein nettes Gespräch
  • jemand, der die Tür aufhält
  • eine Person, die unerwartet Hilfe anbietet

Solche Momente gehen im Alltag schnell unter. Wer sie bewusst wahrnimmt, entdeckt oft mehr Gründe zur Dankbarkeit, als zunächst gedacht.

So trainierst du deinen „Dankbarkeitsmuskel”

Die gute Nachricht: Dankbarkeit lässt sich trainieren. Sabine spricht vom „Dankbarkeitsmuskel“, der mit der Zeit stärker wird.

Was war heute dein kleiner guter Moment? Erzähl’s uns auf Social Media: 

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Ein einfacher Einstieg: Schreibe jeden Abend drei Dinge auf, für die du an diesem Tag dankbar bist. Das können kleine Momente sein: 

  • ein gutes Gespräch
  • Sonnenschein
  • ein gelungener Familienabend

Dahinter steckt mehr als ein gutes Gefühl. Sabine verweist darauf, dass wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Wer sich vor dem Einschlafen mit positiven Erlebnissen beschäftigt, schläft besser.

Deshalb empfiehlt sie, den Tag mit den guten Momenten von heute zu beenden, nicht mit den Sorgen von morgen.