Gesellschaft

Maren Busch und Lukas Daum gehören zu den jüngsten Bürgermeistern in Deutschland

Maren Busch und Lukas Daum gehören zu den jüngsten Bürgermeistern Deutschlands
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Maren Busch und Lukas Daum sind unter 30 Jahre alt und Bürgermeister. Warum mehr junge Menschen in der Kommunalpolitik aktiv sein sollten, liest du hier.

Maren Busch (29) hatte nie den Plan, Bürgermeisterin zu werden. Sie hat Wirtschaftspsychologie studiert, fünf Jahre in der Immobilienbranche gearbeitet und war parallel immer stark ehrenamtlich engagiert, zum Beispiel als Kirchenvorstandsvorsitzende ihrer Gemeinde in Diez an der Lahn. 

 

Bürgermeisterin als Quereinstieg

Maren Busch sitzt an ihrem Schreibtisch
Alea Horst
Maren bei der Arbeit im Büro

Der Impuls, sich auf das Bürgermeister*innenamt der Verbandsgemeinde Diez zu bewerben, kam durch eine Freundin. Erst lachte sie über die Idee, dann überlegte Maren: „Ich hatte das Bedürfnis, auch im Hauptamt etwas gesellschaftlich Relevantes zu tun“ und kam zu dem Schluss: „Ich kann's ja mal versuchen.“  Am 6. November 2022 wurde Maren mit 52 % der Stimmen gewählt, ihr Gegenkandidat und Vorgänger Michael Schnatz (SPD) erhielt 24 % der Stimmen. 

Schon mit 16 in der Kommunalpolitik aktiv

Lukas Daum war im Gegensatz zu Maren kein Quereinsteiger. Er war schon mit 16 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. In seiner hessischen Gemeinde Gilserberg baute er die „Bürgerliste Hochland“ mit auf, denn in der Gilserberger Gemeindevertretung gab es früher nur zwei Fraktionen, SPD und CDU. „Wenn eine Fraktion die absolute Mehrheit hat, kann sie alleine durchregieren. Das geht gegen mein demokratisches Grundverständnis“, erklärt Lukas. Bei den Kommunalwahlen 2021 erhielt die Bürgerliste 30 % der Stimmen. Im Januar 2025 wurde Lukas mit 51,6 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Bürgermeister sein ist kein 9 to 5 Job

Bürgermeister Lukas Daum sitzt an seinem Schreibtisch
Aaron Kniese

Mit der Wahl änderte sich auch der Alltag von Lukas: Plötzlich war er auf Feiern nicht mehr „Lukas“, sondern „der Bürgermeister“, eine Rolle, an die er sich erst gewöhnen musste. Anfangs reagierte er mit Humor, indem er Andere dann ebenfalls mit ihrem Beruf ansprach – „Ah, der Metallbaumeister ist auch da“.

Sowohl Lukas als auch Maren berichten, dass sie ca. 60 Stunden in der Woche arbeiten. Ganz genau lasse sich das aber nicht beziffern, sagt Maren. „Manche Wochen sind intensiver, andere entspannt. Und auch nicht alle Arbeit ist gleich. Der Besuch einer Veranstaltung in der Gemeinde ist keine Freizeit, aber ja auch keine harte Arbeit.“ 

Wahlen in Hessen und RLP

  • Am 15.03. sind in Hessen Kommunalwahlen, hier werden Kreistage, Gemeindevertretungen neu gewählt
  • Die Amtszeit der Abgeordneten beträgt 5 Jahre
  • Am 22.03. wird in Rheinland-Pfalz der Landtag neu gewählt
  • Wähler*innen haben 2 Stimmen, eine für direkte Abgeordnete und eine für die Landes-/Bezirkslisten
  • Landtagsabgeordnete sind für 5 Jahre im Amt

Wahlen 2026: Hessen und Rheinland-Pfalz im Blick

Dieses Jahr sind Kommunalwahlen in Hessen, sowie die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Hessen entscheidet sich auf kommunaler Ebene, wer in Stadtparlamenten, Gemeindevertretungen und Kreistagen die Weichen für Themen wie Wohnen, Mobilität, Klimaschutz oder Jugendarbeit stellt. In Rheinland-Pfalz wird mit der Landtagswahl bestimmt, welches politische Klima die Kommunen künftig vorfinden, zum Beispiel bei Finanzausstattung oder Bildungspolitik Rahmenbedingungen, mit denen auch Bürgermeister*innen wie Maren arbeiten müssen.

Was macht ein Bürgermeister?

„Man ist vor allem der Kümmerer“, so beschreibt Lukas sein Amt. Bürgermeister*innen sind Ansprechpersonen für die großen und kleinen Probleme der Menschen vor Ort.

Bürgermeister*innen leiten die Gemeindeverwaltung, sie repräsentieren die Kommune nach außen und sitzen dem Gemeinderat vor. In Hessen beträgt die Amtszeit 6, in Rheinland-Pfalz 8 Jahre.

Maren beschreibt an Schulen den Job der Gemeindeverwaltung so: „Wenn du morgens den Wasserhahn aufmachst, oder wenn die Feuerwehr kommt, wenn es brennt […], das liegt daran, dass wir hier in der Kommune und in der Verwaltung arbeiten“. Maren liebt ihren Job, er ist abwechslungsreich und sie hat das Gefühl, etwas sinnvolles zu tun. Bürgermeister*innen wirken direkt in die Lebensrealität der Menschen hinein und setzen Akzente, zum Beispiel mit Bauvorhaben, oder dem Voranbringen der Digitalisierung in der Kommune.

Deshalb sollten junge Menschen kommunalpolitisch aktiv werden

Bist du in der Kommunalpolitik aktiv?

Hast du schon einmal überlegt, deine Region selbst mitzugestalten oder bist vielleicht schon aktiv?

Schreib uns deine Erfahrungen gerne via: 

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oder einfach per E-Mail.

Für Lukas ist klar: „Junge Menschen sollten sich in der Kommunalpolitik engagieren, weil das Dinge sind, die sie betreffen.“ Egal, ob es zum bezahlbaren Wohnraum, regelmäßige ÖPNV-Angebote, Verkehrsausbau, Jugendräume oder Digitalisierung geht: Die Entscheidungen fallen im Rathaus, nicht in Berlin. 

Politisches Engagement helfe auch gegen das Ohnmachtsgefühl, dass Menschen haben, wenn sie abends den Fernseher anschalten oder Nachrichten über Social-Media sehen, so Maren. Auch sie kenne dieses Gefühl. „Mir hilft dagegen die Arbeit in der Kommune.“

Wo fange ich an, wenn ich aktiv werden will?

Lukas empfiehlt für den Anfang, sich die Wählergruppen und Parteien vor Ort anzuschauen. Wofür stehen die Parteien, womit kannst du dich identifizieren? Welche Themen und Anträge bringen die Gruppen ein und passen die zur eigenen Lebensrealität?

Ein Quereinstieg, wie bei Maren, ist aber auch möglich. Dafür muss man auch nicht kommunalpolitisch erfahren sein.