PandeMOMtobe

Unterwegs mit dem Coronial im Bauch

Charlotte geht in ihre Zukunft als Mama zweier kleiner Töchter
Esther Stosch

Unsere Autorin nimmt dich mit in diese spezielle Zeit: Wie ist es, schwanger während der Pandemie zu sein? Dieses Mal erzählt sie dir davon, wie es ist unter Menschen gehen zu müssen, wenn doch Social Distancing angesagt ist.

Es ist wenig über das Corona-Virus bekannt. Deswegen sind viele Menschen sehr vorsichtig. Zwar sollen Schwangere durch Covid-19 nicht gefährdeter sein, als andere desselben Alters, aber die Ungewissheit bleibt.

Teil 2 von PandeMOMtobe

Ultraschall ohne Papa

Es wird langsam klar: Das Virus ist extrem ansteckend, auch wenn wir in Deutschland noch Glück haben, was die Infektionszahlen angehen. Trotzdem muss ich mich andauernd einem Risiko aussetzen, zum Beispiel in der U-Bahn und im Wartezimmer von Arztpraxen.

Ich muss meine Schilddrüse kontrollieren lassen und zur Frauenärztin. Das möchte ich ja auch unbedingt, klar. Aber es fühlt sich falsch an, sich dafür unter Menschen zu mischen. Gerade weil ich aktuell, Corona-bedingt ausschließlich im Home-Office arbeite.

Bei der Frauenärztin bin ich ohne meinen Mann. Er darf nicht. Irgendwie traurig, ich sehe das neue Leben, das nur durch uns Zwei wachsen kann, bin aber alleine. Ich bin sehr aufgeregt und habe auch etwas Sorge – hoffentlich ist alles gut mit meinem Kleinen. Die Frauenärztin guckt genau und schon sehe ich es: Das Herzchen schlägt ganz stark. Ich sehe es richtig auf dem Bildschirm wummern und das ist die Hauptsache. Ich schnaufe durch, die ganze Anspannung und Sorgen verfliegen.

Also zack, mit Glücksgefühlen zurück in die U-Bahn und dann zur Arbeit an den Wohnzimmer-Tisch.

Immer mit dabei: Eine fiese Übelkeit.

Ich kannte Übelkeit aus meiner ersten Schwangerschaft. Aber was ist das? Mein Kreislauf spielt völlig verrückt. Schuld daran ist wohl das Schwangerschaftshormon hCG, das meinen Körper ganz schön stark auf die Schwangerschaft vorbereitet.

Ich tippe mit eiskalten Händen Radio- und Onlinetexte, liege teilweise nur mit erhöhten Beinen und Laptop auf dem Schoß. Mir ist so übel, wie ein schlimmer dauerhafter Kater, ab 14 Uhr bin ich fast völlig ausgeschaltet.

Arbeit lenkt mich immerhin ab

Aber ich habe meine Zweijährige zu Hause! Wegen Corona ist die Kita zu und ich gehöre (noch) nicht zur systemrelevanten Berufsgruppe. Ich arbeite bis 19 Uhr, normalerweise bis 15 Uhr. Ich könnte mich auch krankschreiben lassen, aber schlafen kann ich auch nicht und die Arbeit lenkt mich immerhin etwas ab und macht ja auch Spaß.

Wie war das mit: „Genieße die Schwangerschaft?“… In der vorherigen Schwangerschaft habe ich nach der Arbeit erstmal zwei Stunden tief und fest geschlafen, das ist jetzt nicht mehr drin.