Ökumenischer Kirchentag

Gegen Hass und zur Versöhnung: Was vom ÖKT bleibt

Mehrere Tage haben Gläubige den 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt gefeiert - wegen Corona überwiegend digital. Alle hatten Spaß - doch die Frage ist: Was nehmen wir mit für die Zukunft der Kirche?

Übrigens: Beim ÖKT 2021 und seinen digitalen Angeboten haben sich rund 160.000 Menschen beteiligt, wie die evangelische Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg erklärte. 👍

Wehende Kirchentagsfahnen, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als prominenter Gast und immerhin 400 geladene Besucher: Am Sonntagvormittag kam beim Schlussgottesdienst des 3. Ökumenischen Kirchentags am Frankfurter Mainufer zum ersten Mal so etwas wie Kirchentagsfeeling auf.

Kirchentag goes digital

Ein großes Fest, das Tausende Christinnen und Christen zum gemeinsamen Singen, Feiern und Beten einlädt, das konnte die Mainmetropole wegen der Corona-Pandemie in den vorangegangenen drei Tagen nicht bieten. Stattdessen mussten die meisten der rund 100 Veranstaltungen digital stattfinden. Nur bei wenigen Ausnahmen waren Besucher vor Ort zugelassen.

Nahost-Konflikt und Antisemitismus im Blick

In den online geführten und übertragenen Debatten ging es vor allem um die Folgen der Corona-Pandemie, den Kampf gegen Antisemitismus und die Annährung zwischen Protesanten und Katholiken.

Bundespräsident Steinmeier lenkte den Blick bei seiner Ansprache am Kirchentagsonntag auf den kriegerischen Konflikt im Nahen Osten und die daraus resultierende antisemitische Vorfälle hierzulande: „Nichts rechtfertigt die Bedrohung von Juden in Deutschland oder Angriffe auf Synagogen in unseren Städten.“

Streitthema: Gemeinsames Abendmahl

Am Samstagabend hatten Katholiken, Protestanten und Orthodoxe ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt und vier konfessionelle Gottesdienste gemeinsam gefeiert. Katholische Christen hatten dabei Brot und Wein beim evangelischen Abendmahl empfangen, Protestanten nahmen an der katholischen Eucharistiefeier teil. Im orthodoxen Vespergottesdienst wurden in einer feierlichen Liturgie Brote gesegnet und ausgeteilt, wobei es sich jedoch nicht um eine Abendmahlsfeier handelte.

Die wechselseitige Teilnahme am Abendmahl ist seit vielen Jahren ein wesentlicher theologisch begründeter Dissens im Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten. Der katholische Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz bat in seiner Predigt im Dom evangelische Christen um Verzeihung für "Hochmut" und "Herzenshärte" vonseiten seiner Kirche, die die Teilnahme von Protestantinnen und Protestanten an der katholischen Eucharistie bislang nur unter der Voraussetzung einer strengen Gewissensprüfung zulässt.

Und nach der Party ist vor der Party: Zum Ende des Schlussgottesdienstes am Sonntag luden Bischof Gebhard Fürst zum Katholikentag 2022 nach Stuttgart sowie Heinrich Bedford-Strohm als Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum evangelischen Kirchentag 2023 inNürnberg ein.