Serie Mutmacher

Mit großem Herz gegen die Einsamkeit im Corona-Alltag

Senior*innen haben es während des Lockdowns besonders schwer. Vor allem jene, die ganz allein sind. Doch was machen, wenn die Familie weit weg wohnt oder schlicht nicht mehr vorhanden ist? In solch einer Situation hilft Bärbel Schreier aus. Sie macht alten Menschen wieder neuen Mut.

Ein zügiger Gang und ein breites Lächeln: Bärbel Schreier aus Frankfurt-Heddernheim ist gerade gut gelaunt. Sie verschenkt nämlich ihre Zeit an alte Menschen. Und das zaubert ihr immer ein Lächeln ins Gesicht.

Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf alleinstehende Senior*innen

Schon länger besucht Bärbel Schreier regelmäßig eine bald 90 Jahre alte Dame in ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Heddernheim. Dort spielt sie Brettspiele mit ihr, greift ihr im Alltag unter die Arme. Hinzu kommen Arztbesuche oder Botengänge.

Die ehemalige Chemielehrerin findet die Distanz zwischen den Menschen „einfach schrecklich“! In erster Linie die alten Menschen hätten kaum noch soziale Kontakte, seien oft eingeschränkt in ihrer Bewegung und kämen durch die Pandemie nun gar nicht mehr unter die Menschen.

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Einsamkeit macht krank

Was eine solche Isolation bedeutet, können viele nur erahnen. Depression und der Verlust des eigenen Lebensmuts seien laut der ehrenamtlichen Helferin nur zwei Symptome, die einsame Menschen begleiten würden.

Einfach mal wieder reden

Bärbel Schreier ist es wichtig, dass diesen Menschen geholfen wird, „dass sie wieder Kontakte haben, dass sie die Gelegenheit bekommen, zu reden!“

Früher Tod durch Einsamkeit

Laut einer Studie der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utahwirkt sich Einsamkeit und Single-Dasein vorallem im späteren Alter sehr negativ auf die Sterblichkeit aus. Durch Kontakte, wie regelmäßige Hausbesuche, kann die Lebensqualität und auch -länge deutlich angehoben werden.

Um sich Probleme und Ängste von der Seele zu quatschen oder um einen Rat einzuholen, braucht es meist Freund*innen oder Familienmitglieder. Ist beides nicht vorhanden, sind Menschen wie Bärbel Schreier zur Stelle, als Ersatz für die fehlende Tochter oder Freund*innen. 

Ehrenamtliche Hilfe als Fürsorge

Ihre Zeit und Hilfe gibt Bärbel Scherer ohne den Gedanken an eine Gegenleistung. Sie habe sogar schon dann ein schlechtes Gewissen, wenn die Besuchten ihr kleine Geschenke machten, wie zum Beispiel Blumen oder die Erstattung von Fahrtgeld bei einem Arztbesuch: „Für die Leute ist es dann auch eine Befriedigung, wenn sie etwas zurück geben können.“

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Du kennst jemanden, der unsere Auszeichnung „Mutmacher“ verdient? Schreib uns eine Mail an mutmacher(at)indeon.de.

Bärbel Schäfers Ehrenamt wurde über Biazza Nord-West, einer Stelle der Diakonie in Frankfurt am Main vermittelt. Hier geht es genau darum: einfach anderen Menschen zu helfen.

Im Biazza Nord-West geht es bei der ehrenamtlichen Tätigkeit vorallem um Fürsorge und Solidarität mit älteren Mitmenschen.

Einfache Hilfe während Corona besonders schwer

Oft ist es nur ein Besuch und ein längere Unterhaltung. Was vor einem Jahr so simpel und selbstverständlich klang, ist während der Corona-Pandemie für die meisten zur Seltenheit geworden: Einfach mal ein nettes Gespräch führen, sich weniger allein fühlen.

Für alte Menschen ist Einsamkeit bittere Alltagsrealität. Durch Helfer*innen wie Bärbel Scherer, können sie dieser entfliehen. „Es ist einfach wichtig, dass man nicht isoliert wird“, sagt sie. Denn der menschliche Kontakt sei eigentlich lebensnotwendig, mahnt die 69 Jahre alte Rentnerin.

Wenn du auch ehrenamtlich helfen möchtest, kannst du dich bei deinem Diakonischen Werk vor Ort informieren.