Dossier

Verständnis für Barrieren und Teilhabe

„Wheel Life“ zeigt den Alltag im Rollstuhl und echte Perspektiven

Mein Alltag als Rollstuhlfahrer
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Nicht zugänglich heißt: ausgeschlossen. Unsere neue YouTube-Serie „Wheel Life“ zeigt dir, wo das passiert. Lucas nimmt dich mit in seinen Alltag im Rollstuhl. Ohne Filter. Ohne Mitleid. Aber mit klarer Perspektive.

Dienstag, 8:12 Uhr, Regionalbahn Richtung Stuttgart. Der Aufzug fällt aus. Für viele Fahrgäste ein Ärgernis. Für Lucas eine Frage der Teilhabe: Kommt er überhaupt in den Zug?

Solche Momente strukturieren den Alltag von Menschen im Rollstuhl. Sie entscheiden darüber, ob jemand zur Arbeit kommt, Freund*innen trifft oder spontan unterwegs sein kann. Für die meisten bleiben sie unsichtbar.

Unsere YouTube-Serie „Wheel Life“ setzt genau hier an. Sie zeigt, was oft übersehen wird und stellt eine einfache, unbequeme Frage: Wie inklusiv ist dieser Alltag wirklich?

„Wheel Life“ macht sichtbar, was verborgen bleibt

Lucas bei sich zuhause. Er lächelt in die Kamera
indeon.de/Wheel Life

Lucas Zehnle ist 34 und sitzt seit seiner Kindheit im Rollstuhl. In „Wheel Life“ führt er durch Situationen, die viele für selbstverständlich halten: Bahnfahren, Freizeit, Sport. Immer wieder kippen diese Momente: weil eine Rampe fehlt, ein Eingang zu schmal ist oder ein Aufzug nicht funktioniert.

„Es gibt die klassischen Barrieren: Treppen, zu hoher Einstieg im Zug oder schwierige Straßenverhältnisse“, sagt Lucas. „. Das ist für mich ganz normaler Alltag.“ Da er ziemlich fit ist, kann er vieles alleine machen oder „ich spreche jemanden an“. Mit einem Lächeln sagt er: „Meine Ziele vor Ort nicht zu erreichen, liegt mir nicht.“

Die Serie bleibt nah dran. Sie erklärt nicht abstrakt, Lucas nimmt uns konkret mit. Und genau darin liegt ihre Stärke: Barrieren erscheinen nicht als politisches Schlagwort, sondern als tägliche Realität.

Sechs Folgen greifen unterschiedliche Bereiche auf: Bahnreisen, ein Besuch auf dem Volksfest oder Sport.

Handbike fahren #01: Sport als Freiheit – und als Frage der Infrastruktur

Lucas auf einer Rennstrecke - er trainiert für das Rennen.
indeon.de/Wheel Life

Lucas liebt Tempo. Achterbahn, Motorsport – Hauptsache schnell. Im Rollstuhl findet er diese Freiheit im Handbike: Radfahren mit den Händen. In der ersten Folge von „Wheel Life“ zeigt er:

  • Warum ihn dieser Sport reizt
  • Wie du einsteigen kannst.
  • Was möglich wird, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Beim Handbike-Rennen in Tübingen geht es für ihn nicht nur um Leistung, sondern auch um Gemeinschaft. Das Event bringt Rollstuhlfahrer*innen zusammen, schafft Austausch und Sichtbarkeit. Mit dabei: Handbike-Profi Johannes Hänle. Im Gespräch mit Lucas erzählt er von seiner Motivation, dem Trainingsalltag und der Frage, ob sich vom Behindertensport leben lässt.

Handbike, Community, Wettbewerb: Hier gibt's mehr Infos zur Folge

Im Rollstuhl zum Radrennen?
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Cannstatter Wasen #02: Volksfest zwischen Spaß und Zugangshürden

Lucas testet, wie barrierefrei der Cannstatter Wasen ist
Claudio Murmann

Volksfeststimmung auf dem Cannstatter Wasen: Spielstände, Festzelt und Fahrgeschäfte gehören zum Rummel einfach dazu. Lucas ist mittendrin statt außen vor - zumindest ist das das Ziel der zweiten Folge „Wheel Life“. Im großen Barrierefrei-Check prüft er, wie zugänglich das zweitgrößten Volksfest Deutschlands ist: Wo gibt es Stufen? In welche Fahrgeschäfte kommt er als Rollstuhlfahrer? Was geht auch ohne Hilfe? Der „Wasen-Check“ zeigt:

  • Wie barrierefrei das Gelände und die Anreise sind
  • Welche Fahrgeschäfte echte Teilhabe ermöglichen
  • Wo Unterstützung nötig bleibt und warum

So viel sei schon mal verraten, Lucas erlebt beides: gelungene Lösungen und klare Grenzen. Er fährt Achterbahn, steuert selbst den Autoscooter und genießt den Blick über Stuttgart aus dem Riesenrad. Gleichzeitig findet er kleine und große Barrieren auf dem Wasen.

So wird diese Folge zum Beispiel dafür, wie Inklusion in der Freizeit funktioniert: nicht perfekt, aber möglich, wenn Infrastruktur, Technik und Menschen zusammenspielen.

Volksfest, Barrieren, Teilhabe: Hier findest du mehr Infos zur Folge

Rollstuhl meets Achterbahn
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Bahn fahren #03: Mobilität, die oft an defekten Aufzügen scheitert

Lucas Zehnle am S-Bahnhof Rommelshausen
indeon.de/Wheel Life

Einsteigen, losfahren, ankommen – für viele Routine. Auch für Lucas gehört Bahnfahren zu den Momenten, die er wirklich mag: von A nach B fahren und dabei aus dem Fenster schauen. In der dritten Folge von „Wheel Life“ zeigt er, wie barrierefrei Bahnfahren wirklich ist und warum genau hier viele an Grenzen stoßen.

Er zeigt:

  • Was im Bahnalltag funktioniert und wo es hakt
  • Warum Barrierefreiheit oft an kleinen Details scheitert
  • Wie unterschiedlich zugänglich Bahnhöfe und Züge sind

Für Lucas bedeutet Bahnfahren Freiheit. Gleichzeitig begegnen ihm immer wieder Hindernisse: defekte Aufzüge, große Spalten am Bahnsteig, überfüllte Züge. Am Beispiel des umgebauten Bahnhofs in Rommelshausen sieht er, was möglich sein kann. Und warum solche Lösungen noch nicht Standard sind. Im Gespräch mit der Bahn und dem Fahrgastverband Pro Bahn fragt er konkret nach, was sich ändern muss, damit Mobilität für alle funktioniert.

So zeigt diese Folge ein System, das viele nutzen, aber nicht für alle gleich zugänglich ist.

Bahnfahren, Barrieren, Mobilität: Hier gibt’s mehr Infos zur Folge

Wheel Life: Barrierefrei am Bahnhof?
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Inklusive Mode shoppen #04: Selbstbestimmung trifft auf begrenzte Angebote

Lucas trägt eine graue Weste und einen schwarzen Hoodie von Claire
indeon.de/Wheel Life
Lucas checkt sein neues Outfit

Kleidung entscheidet im Alltag oft mehr, als du denkst. Sitzt sie nicht richtig, merkst du das sofort: Stoff staut sich, nichts fällt so, wie es soll, Bewegungen fühlen sich eingeschränkt an. Für Lucas gehört genau das zu seinem Leben im Rollstuhl. In der vierten Folge von „Wheel Life“ zeigt er, warum Mode für ihn mehr ist als Stil – und wo Kleidung zur Barriere wird.

Er zeigt:

  • Warum Kleidung von der Stange im Sitzen oft nicht gut funktioniert
  • Wie inklusive Mode den Alltag erleichtert
  • Worauf es bei Schnitt, Material und Passform ankommt

Lucas kennt die Probleme: Hosen zu lang, Hemden zu eng oder falsch geschnitten. Kleidung passt im Stehen – aber nicht im Sitzen. Gemeinsam mit Designerin Claire Common schaut er sich an, wie es anders geht. Sie erklärt, wie veränderte Nähte Druckstellen vermeiden, warum kürzere Schnitte besser funktionieren und welche Materialien Beweglichkeit ermöglichen.

So wird klar: Inklusive Mode beginnt beim Design. Sie berücksichtigt Körper im Sitzen und macht Kleidung alltagstauglich, ohne Kompromisse beim Stil. Diese Folge zeigt, wie Kleidung Teilhabe beeinflusst: direkt, sichtbar und jeden Tag.

Mode, Barrieren, Selbstbestimmung: Hier gibt’s mehr Infos zur Folge

Die Idee von „Wheel Life“: Wer versteht, wie Barrieren wirken, erkennt schneller, was sich ändern muss.

Wieso Inklusion 2026 immer noch Thema ist

Inklusion steht politisch wieder stärker im Fokus. Anfang 2026 hat die Bundesregierung eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes beschlossen. Mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum – so das Ziel. „Die Abschaffung baulicher, kommunikativer und digitaler Barrieren“ ist für andere Menschen der Gesellschaft gut, Pfarrerin Christiane Esser-Kapp auf EKHN.de. Damit meint die Referentin für Behindertenseelsorge und Inklusion im Zentrum Seelsorge und Beratung beispielsweise Familien mit Kindern oder ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Doch die Kritik ist deutlich:

  • Private Anbieter bleiben weitgehend außen vor.
  • Klagemöglichkeiten greifen kaum.
  • Sanktionen fehlen oder bleiben schwach.

Behindertenverbände warnen: Zwischen Anspruch und Umsetzung klafft weiterhin eine Lücke. Manche sehen sogar Rückschritte beim Schutz vor Benachteiligung. „Der Gesetzesentwurf reduziert Teilhabe auf rein reaktive individuelle Lösungen vor Ort“, sagt Esser-Kapp. Das Problem dabei: „Das fördert nicht die Teilhabe, sondern die Abhängigkeit.“

Die politische Debatte läuft – aber im Alltag vieler Menschen ändert sich wenig.

Was ein Perspektivwechsel leisten kann

„Wheel Life“ dreht die Perspektive. Die Serie spricht nicht über Menschen mit Behinderung, sondern lässt sie selbst erzählen.

Was bedeutet Teilhabe – konkret, im Alltag, heute?

„Wheel Life“ gibt darauf keine fertigen Antworten. Die Serie zeigt Situationen, die viele nicht kennen. Und zwingt dazu, genauer hinzusehen

Vielleicht beginnt Inklusion genau dort: bei der Erkenntnis, dass ein kaputter Aufzug mehr ist als ein technisches Problem.