Kirche und Geld

5 Antworten rund um die Kirchensteuer

5 Fakten zur Kirchensteuer
gettyimages/Julia Lemba

Kirchenaustritte, weniger Mitglieder und damit auch weniger Geld für die Kirchen. Auch die Coronakrise wird ein Finanz-Loch in das Kirchensäckel reißen. Doch wie funktioniert das mit der Kirchensteuer eigentlich? Wir haben 5 Antworten für dich.

Viele Menschen, die aus der Kirche austreten, tun das, weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollen. Wenn du Einkommensteuerpflichtig bist und Mitglied in einer christlichen Kirche, dann gibst du jeden Monat einen kleinen Teil deines Gehaltes ab.

Zweifeln erlaubt: Kirchensteuer

Komm zu unserer Diskussion rund um die Kirchensteuer am 26. Oktober, 19 Uhr in der Evangelischen Akademie in Frankfurt. Der Eintritt ist kostenfrei. Oder verfolge den Livestream.

Hier geht es direkt zum Livestream.

Im Juni hat die EKD unter dem Titel „Kirche auf gutem Grund“ elf Leitsätze veröffentlicht, die in der Kirchenwelt für heftige Diskussionen sorgt. Bei einem der Punkte geht es um eine flexible Kirchensteuer. Grob gesagt ist die Idee, dass Berufseinsteiger finanziell entlastet werden sollen. Doch wie ist das aktuell geregelt? Hier haben wir für dich fünf Fakten rund um die Kirchensteuer.

Kirche & Staat sind doch getrennt – wieso zieht dann der Staat die Kirchensteuer ein?

Auch wenn es so klingt, als wäre dein Mitgliedsbeitrag eine Steuer, so ist sie das nicht wirklich. Wenn der Staat für die Kirche den Mitgliedsbeitrag einzieht ist ein Win-Win-Situation, denn:

  • die Kirche muss kein teures eigenes Einzugssystem verwalten und
  • der Staat bekommt von der Kirche einige Millionen Euro dafür, dass er diese Aufgabe übernimmt.

Übrigens dürfen auch andere Religionen diese Infrastruktur nutzen. Aktuell tun dies allerdings neben der evangelischen und der katholischen Kirche nur noch einige freireligiöse und die jüdischen Gemeinden.

Zur Zukunft der Kirche

Die Kirchen rechnen in den nächsten Jahren mit immer weniger Einnahmen. Deswegen streiten Kirchenvertreter*innen darüber, wohin das Geld fließen soll. In Hessen macht das die EKHN beispielsweise unter dem Begriff ekhn2030.

Was kostet mich die Kirchensteuer?

Das ist abhängig vom jeweiligen Gehalt. Wer weniger verdient, zahlt auch weniger. Laut der EKD zahle nur knapp ein Drittel der Mitglieder tatsächlich Kirchensteuer. Und dann ist der Prozentsatz Ländersache: In den meisten Bundesländern sind das neun Prozent der Lohn- oder Einkommensteuer. Nur Bayern und in Baden-Württemberg zahlen die Gläubigen acht Prozent – dassind meist ein bis zwei Prozent vom Bruttoeinkommen.

Was bringt es mir, wenn ich Kirchensteuer zahle?

Egal ob du Mitglied in einer der Kirchen bist oder nicht, viele Einrichtungen der Kirche machen Angebote für die Menschen vor Ort. Das kann der Bildungsurlaub sein, die Kita oder auch die Pflegeeinrichtung bei dir vor der Haustür. Durch die Kirchensteuer hat die Kirche genügend Geld zur Verfügung, ihre Aufgaben als zuverlässigen Player in der Gesellschaft wahrzunehmen.

Die Kirche ist doch reich, wieso muss ich überhaupt zahlen?

Ein Großteil des Geldes fließt in die sogenannten kirchlichen Arbeitsfelder. Das umfasst alle Aufgaben, die Kirche und kirchliche Träger vor Ort machen. Hierfür gibt es viele helfende Hände und viele davon sind auch bei der Kirche angestellt. Ähnlich wie bei einem Unternehmen muss die Kirche also ihre laufenden Kosten decken und das lässt sich aus bestehenden Vermögen nicht aufbringen.

Wofür gibt die Kirche das Geld denn konkret aus?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da das ein fließender Prozess ist. Auch wenn das meiste Geld durch die Kirchensteuer eingenommen wird, so gibt es noch weitere Geldtöpfe. Die Kirche ist mit ihren vielen Einrichtungen einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Aber anders als Wirtschaftsunternehmen geht es der Kirche nicht um Wachstum, sondern darum die Gesellschaft besser zu machen. Das heißt, das Geld geht in die Kirchengemeinden, in die Kindertagesstätten, die Gebäude und es unterstützt an vielen Stellen das soziale Engagement.

Viele der Kirchen versuchen ihre Einnahmen und Ausgaben transparent zu gestalten. Zum Beispiel veröffentlicht die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) dazu jedes Jahr einen Jahresbericht.

Du hast noch mehr Fragen?

Du bist herzlich eingeladen am 26. Oktober zum Livestream und in die Evangelische Akademie nach Frankfurt zu kommen. Dort diskutieren wir gemeinsam mit Susanne Teichmanis, Kirchenrechtlerin und Mitglied der EKD, dem Kirchenkritiker Erik Flügge und dem Pfarrer der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde Torben Telder über die Kirchensteuer.

Dort kannst du deine Fragen loswerden oder sie uns vorher schon digital mitgeben. Schreib dazu einfach eine Mail an redaktion(at)indeon.de oder poste sie in die Facebook-Veranstaltung.