Popkulturelle Anspielungen

Nicht nur Jesus kann Auferstehung

Auferstehung in der Popkultur
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Von den Toten auferstehen? Du glaubst, das kann nur Jesus? Weit gefehlt, in unserer Popkultur haben ihm das einige dann doch nachgemacht.

von Gerd-Matthias Hoeffchen

Als die Comic-Verfilmung „Marvel: Infinity War“ („Krieg bis in die Unendlichkeit“) für Kassenrekorde sorgte, staunte die Welt: Da spielte sich auf der Leinwand ein Drama biblischen Ausmaßes ab.

In Teil 1 verschwand die Hälfte aller Lebewesen – und zwar nicht nur auf der Erde. Sondern im gesamten Universum. Trilliarden Freunde, Feinde, fremde Wesen – jeder Zweite löste sich in Staub auf. Vernichtet durch eine unvorstellbar große Macht, die einem Bösewicht in die Hand gefallen war.

Ein Jahr später folgte in Teil 2 die Auferstehung: Jeder einzelne kehrte ins Leben zurück – durch die gleiche Macht, nun aber geführt durch würdigere Hände.

Unsere Popkultur ist durchzogen vom Thema Sterben und Auferstehung, von vermeintlichem Ableben und überraschender Wiederkehr Totgeglaubter. Schon der Urahn aller Krimi-Autoren, Sir Arthur Conan Doyle, lässt seinen Helden Sherlock Holmes in einen schweizer Wasserfall stürzen – um Jahre später das ganze dann als Inszenierung des Star-Detektivs darzustellen, mit dem dieser sich eine Auszeit habe erschwindeln wollen.

Ganz zu schweigen von moderneren Actionhelden à la James Bond, Jason Bourne oder Alice in Resident Evil. Bei ihnen gehört das Grundmuster quasi zum Handwerkszeug: Held oder Heldin darf doch nicht sterben! Doch, er stirbt. Schock. Und, na klar: kehrt zurück.

Und plötzlich: Die Auferstehung

Das mag der Spannung und Unterhaltung geschuldet sein. Solch ein Wechselbad der Gefühle treibt den Zuschauenden das Adrenalin bis in die Haarspitzen.

Aber: Die Geschichtenerzähler bedienen damit auch ein Bedürfnis, sich mit der Frage nach der Endlichkeit der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen.

Auffällig ist dabei der Umgang mit der Frage, wie der Verschwundene zurückkehrt. In Krimis und Actionfilmen handelt es sich in aller Regel um ein Missverständnis. (Legendär das Ableben des Bobby Ewing 1985 in der TV-Serie „Dallas“, das sich 31 Folgen später als Traum der Gattin herausstellte.) Täuschungen, Irrungen, Wirrungen – solche „Auferstehungen“ sind rational zu erklären.
 

Aus. Tot. Wirklich weg!?

Ganz anders in den Gattungen Science Fiction und Fantasy. Hier bleibt der Phantasie viel Raum. Hier ist das Ableben meist echt und wahrhaftig. Wer stirbt, ist raus aus diesem menschlichen Leben. So geht es Gandalf, dem weisen Zauberer aus dem „Herrn der Ringe“. Oder sogar Superman, Ikone der Popkultur, die doch eigentlich für Unbesiegbarkeit und Unsterblichkeit steht. Aus. Tot. Wirklich weg.

Aber sie kommen wieder. Gandalf. Superman. Obi Wan in Star Wars. Spock, Captain Kirk, Admiral Picard in Star Trek und Luke Skywalker in Mandalorian.

Auferstehung wegen der unerledigten Aufgaben

Nicht durch ein Missverständnis. Sondern, wie sie selbst sagen: Sie haben den Tod geschmeckt. Sie kommen zurück, in ganz unterschiedlichen Geschichten. Aber gemeinsam ist ihnen der Auftrag: Ihr seid noch nicht fertig. Ihr habt noch etwas zu erledigen.

Interessanterweise lassen diese Geschichten meist offen, wer oder was die Macht über Tod und Leben hat. Das Geheimnis, das Unerklärte daran bleibt stehen. Es fasziniert die Menschen.

Der Tod ist nicht das Ende

Vielleicht rümpfst du als moderner Mensch über die Auferstehungsgeschichte der Evangelien die Nase: Das Grab soll leer gewesen sein? Aber nicht nur in fast allen Kulturen und Religionen ist diese Ahnung von der Auferstehung festgehalten. Auch in den modernen Abenteuererzählungen der Popularkultur zeigt sie sich: die Sehnsucht nach der Ewigkeit.

Mit dem Tod, so lautet die Botschaft, ist nicht alles aus. Was danach geschieht? Das rührt an ein Geheimnis. An eine Grenze, von der man nur raunen kann.

Für Christinnen und Christen lüftet sich an Ostern der Vorhang zu diesem Geheimnis: Weil Jesus den Tod überwunden hat, werden auch wir Menschen aus dem Tod auferstehen. Wie das genau aussehen wird – das dürfen wir in getrostem Hoffen und Vertrauen abwarten.

Welche Geschichte über Auferstehung magst du am liebsten? Teile sie mit uns. Gerne einfach als Mail an redaktion@indeon.de oder über unsere Social-Media-Kanäle:

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